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Vom Torwart zum Long Snapper: Ein Deutscher auf dem Weg ans College

kicker

Ein Leben zwischen zwei Welten

Jakob Herbst’ Geschichte beginnt in Kiel. Sein Vater arbeitete als Übersetzer zwischen der Bundesmarine und der US Navy, und so zog die Familie zwischen verschiedenen amerikanischen Marinestützpunkten umher.

Mit fünf Jahren ging es schließlich in die USA - nach Washington, wo Jakob erstmals mit American Football in Berührung kam. "In Deutschland war ich Torwart im Fußball. Aber als wir in die USA gezogen sind, habe ich mit sieben oder acht Jahren mit Football angefangen - und bin dabeigeblieben."

Ringen als Hilfe im Football

Neben dem Football fand Jakob im Ringen eine zweite Leidenschaft. Der Sport half ihm nicht nur, ganze 22 Kilogramm abzunehmen, sondern schärfte auch seine Technik und Körperkontrolle.

Auch auf dem Feld helfen ihm die Erfahrungen bis heute: "Ringen lehrt dich, Leute dorthin zu bewegen, wo sie nicht hinwollen - das ist eins zu eins übertragbar auf die O-Line."

Seine Vielseitigkeit bleibt ein Pluspunkt: "Ich spiele Guard, Center oder auch Linebacker, wo immer das Team mich braucht. Aber für das College ist klar: Ich werde nur Long Snapper spielen. Ich bin nicht groß genug für die Line - die Jungs dort sind echte Riesen."

Verletzung als Wendepunkt

Schon als Freshman stand Jakob in Washington auf dem Feld, ehe eine schwere Knöchelverletzung seine erste Saison früh beendete. Doch statt sich entmutigen zu lassen, wurde die Verletzung zu einem Wendepunkt. Sein Coach schlug vor, Long Snapping zu probieren - eine Position, die Präzision und regelmäßige Wiederholung erfordert, aber weniger Beweglichkeit.

Jakob nahm die Herausforderung an, trainierte unermüdlich und gewann kurz darauf ein Spezialcamp von Chris Rubio, dem bekanntesten Long-Snapper-Coach der USA. Spätestens da war klar: Aus dem vielseitigen O-Liner war ein Spezialist geworden.

Der Traum von San Diego

Der Weg ins College war kein Selbstläufer. "Ich habe wahrscheinlich jedem Coach in Amerika Videos geschickt - hunderte Nachrichten am Tag", sagt er. Camps besuchte er bei Boise State, Washington, Vanderbilt und anderen Unis.

Auf einer privaten Reise nach Kalifornien entdeckte er ein Camp an der University of San Diego, meldete sich spontan an - und gewann. Noch am selben Tag erhielt er das Angebot. Im Januar zieht er nach Kalifornien, wird mit seinem Studium starten und um seinen Platz im Team kämpfen.

Zwischen NFL-Traum und Plan B

Sein Ziel ist klar: "Natürlich träume ich von der NFL", sagt Jakob. Sein Vorbild ist Packers-Long-Snapper Matthew Orzech, nicht zuletzt wegen der familiären Wurzeln in Wisconsin und seinem Liebslingsteam - den Green Bay Packers.

Trotzdem bleibt er realistisch: "Wenn es mit der NFL nicht klappt, möchte ich Lehrer werden oder als Coach beim Football bleiben. Vielleicht sogar zurück nach Deutschland gehen, in die ELF oder GFL. Ich will auf jeden Fall im Football bleiben."