Playoff-Spiele gelten im College Football als Ort maximaler Belastung. Fehler werden gnadenlos bestraft, und selbst die besten Nachwuchs-Quarterbacks stoßen hier regelmäßig an ihre Grenzen. Fernando Mendoza jedoch scheint genau unter diesem Druck aufzublühen. Nach zwei weiteren dominanten Siegen gegen Alabama und Oregon steht Indiana ungeschlagen im Finale - und Mendoza liefert eine Postseason-Performance, die im CFP-Zeitalter ihresgleichen sucht.
Eine Playoff-Performance ohne Vergleich
In zwei Playoff-Spielen zeigt Mendoza Zahlen, die eher aus Trainingssessions als aus echten K.-o.-Partien stammen. Gegen Alabama und Oregon brachte er 31 seiner 36 Pässe an, was einer Completion Rate von 86,1 Prozent entspricht. Er erzielte dabei 369 Passing Yards, acht Touchdowns und leistete sich keine einzige Interception. Besonders bemerkenswert: Mendoza warf in diesen beiden Spielen mehr Touchdown-Pässe als Incompletions - acht zu fünf.
Diese Effizienz zieht sich durch die gesamte Saison des Heisman-Gewinners, insbesondere dort, wo Spiele entschieden werden. In der Red Zone ist Mendoza praktisch fehlerfrei. Nach dem jüngsten Touchdown-Pass auf Sarratt steht er dort bei 31 Touchdowns - 25 durch die Luft, sechs per Lauf - und null Interceptions. Sobald Indiana in die Nähe der Endzone kommt, scheint der Ausgang nahezu vorprogrammiert.
Indiana gewinnt nicht knapp, sondern erdrückend
Dass diese Zahlen kein Zufallsprodukt sind, zeigt auch die Art und Weise, wie Indiana seine Playoff-Spiele bestreitet. Im CFP-Halbfinale im Peach Bowl ließ der Top-Seed den an Nummer fünf gesetzten Oregon Ducks keinerlei Hoffnung. Bereits mit dem ersten Spielzug ging Indiana durch einen defensiven Touchdown in Führung. Zur Halbzeit stand es 35:7, am Ende ein klares 56:22.
Seit dem Amtsantritt von Head Coach Curt Cignetti hat sich ein klares Muster etabliert. Indiana führt seit Beginn der Saison 2024 landesweit die Statistik der Punktedifferenz an und schlägt seine Gegner im Schnitt mit 28,8 Punkten - mehr als jedes andere Team. Auch in den Playoffs sucht man bei den Hoosiers vergeblich nach Drama. Sie kontrollieren Spiele, statt sie zu überleben.
Das Finale wird zum Homecoming
Das National Championship Game am 19. Januar erhält durch Mendoza eine zusätzliche emotionale Ebene. Indiana trifft auf die Miami Hurricanes - ausgerechnet im Hard Rock Stadium in Miami. Es ist das erste Mal seit Beginn der BCS-/CFP-Ära im Jahr 1998, dass ein Team ein Endspiel im eigenen Stadion austrägt.
Für Mendoza ist es jedoch weit mehr als nur ein Finale. Der Quarterback ist in Miami aufgewachsen, nur wenige Minuten vom Campus entfernt. Er gewann die State Championship an der Columbus High School - derselben Schule, die auch Miamis Head Coach Mario Cristobal besuchte. Mendozas Vater und Cristobal waren dort einst Teamkollegen, seine Mutter spielte College-Tennis an der University of Miami.
Ironischerweise blieb Mendoza der Weg zu den Hurricanes zunächst verwehrt. Der damalige Coaching Staff zeigte wenig Interesse, selbst ein Walk-on-Platz stand nie ernsthaft zur Debatte. Erst über Indiana fand Mendoza seine Bühne - und kehrt nun als Heisman-Gewinner und Playoff-Dominator in seine Heimat zurück, um dort um die nationale Krone zu spielen.
Fazit
Fernando Mendoza spielt aktuell nicht nur auf Heisman-Niveau - er definiert, wie Dominanz im modernen College Football aussieht. Effizienz, Entscheidungsfindung und Kontrolle treffen bei ihm auf eine Mannschaft, die keine Schwächephasen kennt. Indiana steht bei einer Bilanz von 15-0, ist Favorit im Finale und reist dennoch emotional in ein feindliches Stadion.
Doch wenn diese Playoffs eines gezeigt haben, dann das: Fernando Mendoza braucht kein Heimfeld. Er bringt seine eigene Bühne mit. Und genau deshalb wirkt dieses Finale weniger wie ein offenes Duell - und mehr wie der letzte Akt einer Saison, die bereits jetzt Geschichte geschrieben hat.
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