Er ist wieder zurück - tatsächlich. Mit 76 Jahren übernimmt Svetislav Pesic zum zweiten Mal den FC Bayern München und setzt sich noch einmal auf die Bank und wird zumindest bis zum Sommer die Nachfolge von Gordon Herbert antreten. "Svetislav hilft uns jetzt die nächsten sechs Monate", sagte Präsident Herbert Hainer, der Pesic auch als "alten Fuchs" bezeichnete.
Man konnte es schon am Samstag ahnen, dass es auf den früheren Bundestrainer herausläuft , weil so fix eine Lösung gefunden wurde. Gewissermaßen ist es auch eine Maßnahme, die Sinn ergibt. In den kommenden 19 Tagen stehen satte neun Spiele auf dem Programm, es wird wenig Zeit bleiben, um sich kennenzulernen.
Pesic die logische Wahl - Trainermarkt stark ausgedünnt
Und das ist Pesics großer Vorteil. Der 76-Jährige wohnt in München, ist Dauergast bei den Spielen der Bayern und tauschte sich auch immer wieder mit Vorgänger Herbert aus. Er kennt also das Team, nun ist es an ihm, für frische Impulse zu sorgen.
Dazu war der Trainer-Markt zu diesem Zeitpunkt recht leergeräumt. Schon fünf andere EuroLeauge-Teams haben bereits den Coach gewechselt, entsprechend war die Auswahl auch nicht besonders groß. Sportdirektor Dragan Tarlac verriet auch, dass zwei andere Kandidaten abgesagt hätten.
"Nicht der Anspruch": Bayern sucht in der EuroLeague den Aufwärtstrend
Und so dürften die kommenden Monate eine Form der Überbrückung sein. In Liga und Pokal ist man auf Kurs, in der EuroLeague braucht es dagegen schon sehr bald eine Siegesserie, um noch einmal den Anschluss an die Play-In-Plätze zu finden. Immerhin: Sechs der nächsten sieben Partien in der EuroLeague sind im heimischen SAP Garden. Es dürfte die letzte Chance sein, noch einmal Boden gut zu machen.
Denn: Hainer wurde nicht müde zu erwähnen, dass Platz 19 in Europas Spitzenliga "nicht der Anspruch" sei, den man selbst habe. Während Pesic also versuchen wird, Siege herauszupressen, kann sich Tarlac in aller Ruhe nach einem neuen Coach für die kommende Saison umsehen - ohne, dass er ihn in den kommenden sechs Monaten verbrannt hätte. Denn klar ist auch: Die Chance, die Ziele in Europa noch zu erreichen, sind schwindend gering.
Die Wahl auf Pesic mag wenig kreativ sein und es lässt sich durchaus hinterfragen, ob es wirklich nötig ist, einen 76-Jährigen noch einmal zu reaktivieren, doch die Umstände waren nun einmal so, dass es möglich sogar eine gute Lösung ist.
"Guten Abend - ich bin wieder da": Svetislav Pesic ist zurück beim FC Bayern
Obradovic-Nachfolger steht fest