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"Ein perfekter Plan": Terrorisiert Bank-Wemby auch die Knicks?

kicker

Halbfinale des NBA Cups, Prime-Time in den USA, National TV, keine Parallelspiele und als Gegner die unbesiegbar wirkenden Thunder: Das Comeback von Wemby hätte nicht zu einem besseren Zeitpunkt kommen können. Fans und Mitspieler mussten sich jedoch bis zum Beginn des zweiten Viertels gedulden, ehe der 2,24-Meter-Mann unter tosendem Applaus der Zuschauer in Las Vegas das Parkett betrat.

Er selbst hätte natürlich gerne von Beginn an gespielt, dass die Spurs mit ihrem Jahrhunderttalent aber maximal vorsichtig umgehen, ist nur allzu verständlich. So kam Wemby zu seinem ersten NBA-Einsatz von der Bank und durfte direkt auf der großen Bühne zeigen, warum er in den ersten Saisonwochen als legitimer MVP-Kandidat gehandelt wurde und die Spurs nicht auf einmal besser sind als ohne ihn.

In seinen ersten drei Possessions sammelte er drei Rebounds ein, tippte einen Fehlwurf in den Korb und fand Rookie Dylan Harper für den offenen Dreier aus der Ecke. So schrumpfte die zweistellige OKC-Führung Stück für Stück, ehe zur Halbzeitsirene nur noch drei Punkte Vorsprung übrig waren. In seinen sieben Minuten Spielzeit in dieser Hälfte stand der Franzose bei fünf Punkten, fünf Rebounds und einem unglaublichen Plus-Minus von +20.

Spurs mit "anderem Spiel" durch Wemby

Dabei gelang Wemby bei weitem nicht alles. Im Ballvortrag wirkte er regelmäßig noch rostig, ließ sich einige Male zu einfach den Ball abluchsen und konnte seine Größe zunächst nicht gewinnbringend nutzen. Der Zeitpunkt, zu dem Coach Mitch Johnson ihn in die Partie geworfen hatte, kaschierte dies jedoch. Nachdem die Starting Five der Thunder das erste Viertel fast komplett durchgespielt hatte, begannen sie den zweiten Abschnitt mit ihrem gewohnten Lineup aus Jalen Williams und vier Bankspielern.

Ohne ihre beiden Starting-Center war OKC defensiv mit Wembys Größe komplett überfordert. Sie mussten mindestens zwei Spieler schicken, um ihn einzudämmen, hatten aber trotzdem an den Brettern wenig Chance, wodurch sich den Spurs enorme Lücken in der Offensive boten. "Es ist jetzt ein anderes Spiel", kommentierte auch Dwyane Wade, der das Spiel für Prime als Experte verfolgte.

Und nicht nur offensiv wurde das Spiel leichter, sondern auch defensiv hatte San Antonio nun wieder ganz andere Möglichkeiten. Luke Kornet hatte in Wembys Abwesenheit einen wirklich guten Job auf der Fünf gemacht, in Sachen Athletik und defensives Gespür ist der 21-Jährige aber schlichtweg ein ganz anderes Kaliber. Mit dem Wissen ihres Defensivankers in der Zone, der jeden Wurf schwer machen kann, verteidigten die Spurs unheimlich physisch an der Birne und gingen viel Risiko - ähnlich wie OKC es auch tut.

Wemby könnte erneut von der Bank kommen

In der zweiten Halbzeit war sein Impact dann noch deutlich größer. Er stand 13:20 Minuten auf dem Feld und fand immer besser in seinen offensiven Rhythmus. Nachdem er sich gegen die zweite Garde warmgespielt hatte, nahm er es jetzt mit den Startern auf und erzielte 15 seiner 22 Punkte im entscheidenden vierten Viertel, während der Rest seines Teams auf 18 Zähler als Verbund kam. Er suchte sich immer wieder das Mismatch im Post und nutzte seine Größenvorteile gnadenlos aus. In 21 Minuten Spielzeit standen am Ende 22 Punkte, neun Rebounds und jeweils zwei Blocks und Assists auf seinem Statistikzettel.

"Ich weiß, dass Vic unbedingt raus wollte und mehr spielen wollte, aber für uns steht seine langfristige [Gesundheit] im Fokus", kommentierte Spurs-Guard Devin Vassell nach dem Sieg die Strategie seines Coaches. "Ich vertraue Mitch zu 100 Prozent. Sie hatten einen perfekten Plan. Ich weiß, dass sie das immer wieder besprochen haben, und wir haben ihn umgesetzt. Sobald Vic reinkam, hatte er genau den Impact, den wir gebraucht haben."

Im Finale gegen die Knicks könnte sich dieser "perfekte Plan" nun erneut wiederholen. Anstatt ihn schon zu Spielbeginn auszupowern, soll der Big lieber in der Crunchtime zur Stelle sein und den Seinen den Titel bescheren. "Es ist schwierig. Er will spielen. Er will starten. Er will finishen. Wenn du irgendwo Minuten gibst, fehlen sie an anderer Stelle. Wir müssen trotzdem daran denken, was das Beste für das Team ist. Diese Entscheidung kann man leider nicht isoliert treffen, auch wenn sie sehr bedeutend und einflussreich ist. Wir müssen sicherstellen, dass es zur gesamten Rotation passt - wer mit wem spielt und wie sich das auf andere auswirkt", erklärte Johnson vor dem Finale.

Der Sieg im NBA Cup wäre der erste Erfolg für die erfolgsverwöhnte Franchise seit dem Gewinn der Championship 2014. Die Knicks werden sich aber sicher etwas überlegen, um nicht in dieselbe Falle zu tappen wie die Thunder.

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