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"Er hat uns Respekt verschafft": Das war Jordans "Bodyguard" Oakley

kicker

Es ist laut im Chicago Stadium, wie so oft, wenn die Rivalen aus Detroit und Chicago aufeinandertrafen. Michael Jordan will zum Korb ziehen, doch Pistons-Big Rick Mahorn greift Jordan am Hals und reißt ihn zu Boden. Eine Rangelei ist unvermeidlich, hauptverantwortlich ist vor allem Charles Oakley, der sich Mahorn packt und ihm zahlreiche Nettigkeiten zuwirft. Die Botschaft ist klar: Bis hierhin - und keinen Schritt weiter. Jordan dreht sich weg, als wäre nichts gewesen. Er weiß, dass jemand hinter ihm steht.

So begann eine der legendärsten Beziehungen der NBA-Geschichte: Charles Oakley, der Mann, der nie offiziell Michael Jordans Bodyguard war - und doch genau so wahrgenommen wurde.

Als Jordan 1984 als schmaler, spektakulärer Rookie zu den Chicago Bulls kam, war die Liga rauer als heute. Stars wurden getestet, provoziert, körperlich bearbeitet. Die Bulls waren da noch keine legendäre Franchise, eher eine graue Maus und weit davon entfernt, ein Titelanwärter zu sein. Oakley, ein Jahr älter als Jordan und seit 1985 im Team, verkörperte genau das, was Jordan brauchte: Härte, Loyalität und eine kompromisslose Bereitschaft, Grenzen zu ziehen.

Oakley: Der Mann fürs Grobe

Oakley war kein großer Redner, kein Anführer im klassischen Sinn. Seine Sprache war physisch. Rebounds, Ellenbogen, klare Fouls zur richtigen Zeit. "Charles hat nicht viele Punkte gemacht", erinnerte sich Jordan später, "aber er hat uns Respekt verschafft. Und mir den Rücken freigehalten." In der Liga sprach sich schnell herum, dass man gegen Jordan alles versuchen konnte - solange man bereit war, die Konsequenzen zu tragen.

Diese Rolle beschränkte sich nicht auf das Parkett. Oakley und Jordan wurden schnell enge Freunde. Sie verbrachten Abende zusammen, spielten Karten, lachten, wetteten. Besonders legendär waren die Pokerrunden auf Flugreisen oder in Hotelzimmern. Oakley liebte das Spiel, liebte den Wettbewerb - und liebte es, Jordan herauszufordern. "Wir haben um alles gespielt", erzählte Oakley einmal lachend, "Geld, Uhren, Schulden. Michael konnte Verlieren nicht ausstehen. Genau deshalb habe ich so gern mit ihm gespielt."

Für Jordan war Oakley mehr als ein Mitspieler. "Er war wie ein großer Bruder", sagte er. "Wenn etwas schiefging, wusste ich: Charles regelt das."

Die Bulls der späten 80er waren ein Team im Aufbau, aber Oakley war ihr emotionales Fundament. Er beackerte Stars wie Charles Barkley oder Patrick Ewing Abend für Abend - und blühte in dieser Rolle auf. 10,6 Punkte und 10,6 Rebounds legte der Power Forward in seinen vier Saisons in Chicago auf. Gleichzeitig hielt er Jordan den Rücken frei, damit dieser tun konnte, was er am besten konnte: dominieren. Oakley selbst sah das nie als Opferrolle. "Michael musste glänzen", sagte er. "Ich hatte kein Problem damit, derjenige zu sein, der den Drecksjob erledigt."

Oakley: Jordan wollte Trade nicht

Umso schmerzhafter war der Moment, als Chicago Oakley 1988 für Bill Cartwright nach New York tradete. Sportlich war der Tausch ein Baustein für die späteren Meisterschaften. Emotional riss er ein Loch. Jordan war wütend, enttäuscht - und lernte eine Lektion über das Business der NBA. "Als Charles ging", sagte er später, "wurde mir klar, dass niemand unantastbar ist."

Den Zorn bekam der Neue ab. Cartwright war zwar ein guter Defensiv-Center, sah aber oft ungelenk aus. Um das zu unterstreichen, spielte Jordan zumeist besonders harte Pässe zum Big Man, die dieser nicht fangen konnte. Erst als Cartwright im Training fast eine Prügelei mit MJ anzettelte, bekam er dessen Respekt und war später ein wichtiges Puzzleteil für die ersten drei Meisterschaften der Bulls.

Doch die Verbindung zwischen Jordan und Oakley blieb bestehen, auch wenn Chicago mehrfach in den Playoffs auf Oakleys neues Team, die Knicks, traf. Bis heute spricht Jordan mit Respekt über den Mann, der ihn beschützte, herausforderte und erdete.

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