Laut FIBA-Generalsekretär Andreas Zagklis arbeite der Weltverband derzeit an einem überarbeiteten Modell der Ausbildungsentschädigung. So erhalten aktuell lediglich jene Vereine einen finanziellen Ausgleich, die ihre Spieler direkt an die NBA abgegeben haben. In diesem System völlig unbeachtet bleiben allerdings die Klubs, bei denen diese Spieler zuvor ihre Ausbildung genossen haben.
Dieser Umstand ist vor allem deshalb unglücklich, weil viele junge Talente zwischen Ausbildungsverein und NBA noch einen Zwischenschritt über größere Klubs machen. Die Vereine, die über meist längere Zeiträume den Grundstein gelegt haben, gehen dann leer aus.
"Ich bekomme viele Beschwerden von FIBA-Vereinen darüber, dass die Top-FIBA-Vereine Spieler fast umsonst bekommen", erklärte Zagklis. Zwar sei auch die Abfindung aus den USA noch "nicht genug". Noch heikler sei jedoch, dass die breite Masse im aktuellen System nicht profitiert: "Unterhalb der Pyramide, die Spieler hervorbringt, ist das Spektrum viel breiter."
Eigentliches Entschädigungsproblem bleibt unberührt
Zagklis will dem FIBA-Vorstand im Früjahr 2026 einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Eine solche Revolution des Ausbildungsmodells ist gewiss längst überfällig. Im Fußball wird ein ähnliches System auf internationaler Ebene bereits seit vielen Jahren praktiziert. Das größte Problem im Rahmen der Entwicklung von Basketballtalenten bleibt davon allerdings unberührt.
So ist der Anteil junger europäischer Talenten, die in die NBA wechseln, vergleichsweise gering. Eine größere Verlockung geht derzeit durch die hoch dotierten NIL-Verträge an US-Colleges aus. Hier gibt es weiterhin keinerlei Entschädigung für die Ausbildungsvereine, was auch Ulms Sportdirektor Thorsten Leibenath kürzlich im Interview gegenüber basketball-world.news bestätigte: "Das Problem ist: College-Basketball gehört nicht zur FIBA. Colleges können sich Spieler holen, zahlen ihnen - dank NIL - sehr viel Geld, und der ausbildende Klub bekommt im besten Fall einen freundlichen Händedruck und ein 'Dankeschön'."
Das komplette Interview mit Thorsten Leibenath findet Ihr nochmal hier.
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