1. Ein Guard für die Wolves
Zwei Jahre in Serie haben die Timberwolves die Conference Finals erreicht, dennoch läuft das Team in Sachen Contender-Diskussionen oft ein wenig unter dem Radar. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass das Team sich gerade in engen Spielen oft selbst im Weg steht und eine gewisse Cleverness vermissen lässt.
Über die vergangenen Jahre kam in solchen Situationen oft Mike Conley die Rolle zu, das Schiff wieder in sicheres Fahrwasser zu bringen, mit mittlerweile 38 Jahren kann der Point Guard dies aber nicht mehr konstant leisten und spielt aktuell bloß noch 19 Minuten pro Partie (weshalb Anthony Edwards nun den de-facto-Point-Guard geben muss). Dass die Wolves für Conley einen Nachfolger brauchen, zeichnet sich schon seit einer Weile ab.
Berichten zufolge haben sie dabei ein Auge auf Coby White geworfen, der bei den Bulls über die letzten Jahre zu einer Scoring-Maschine gereift ist, wenngleich die aktuelle Saison bisher eher schwierig läuft und er erst kürzlich von einer hartnäckigen Verletzung zurückkehrte. White wird zudem im Sommer Free Agent, nachdem er sich mit den Bulls bis dato nicht auf eine Verlängerung einigen konnte.
Minnesota hat als First-Apron-Team nicht viel finanziellen Spielraum, um seinen Bedarf zu adressieren, ohne dabei einen Spieler aus der starken Top-6 zu opfern. So würde es aber finanziell funktionieren:
Minnesota erhält: Coby White
Chicago erhält: Rob Dillingham, Mike Conley Jr., zwei Zweitrundenpicks
Chicago verjüngt sich durch diesen Deal und kann sich den 20-jährigen Dillingham etwas genauer ansehen, der sich bei den Wolves nicht wirklich durchsetzen konnte, als Nr.8-Pick von 2024 aber sicherlich noch Potenzial besitzt (und in Chicago weniger Druck vorfinden würde). Conleys Vertrag läuft aus, bis dahin könnte er sich als Veteran und Mentor betätigen.
Die Picks sind nicht berühmt (den eigenen 2028er First-Rounder könnte Minny auch opfern), aber den ganz großen Gegenwert gibt es für Spieler mit auslaufenden Verträgen bekanntermaßen nicht. Minnesota erhält derweil einen weiteren Ballhandler und Scorer, der mit Ball in der Hand, aber auch als Off-Ball-Shooter bestens funktioniert - und hält dabei seine Kernrotation intakt.
2. Ein Beschützer für die Lakers
Die Lakers zählen zwar bereits zu den besten Teams der Liga, das liegt allerdings dummerweise nahezu zu 100 Prozent an ihrer Offensive, wie sich zuletzt beispielsweise im NBA Cup gegen die Spurs zeigte - defensiv ist das Team bisweilen zu langsam, unathletisch und gerade am Point of Attack angreifbar. Womöglich sollte GM Rob Pelinka daher mal in New Orleans anrufen.
Los Angeles erhält: Herb Jones
New Orleans erhält: Maxi Kleber, Dalton Knecht, 2028er Erstrundenpick
Gut möglich, dass die Pels mehr für Jones fordern würden - gleichzeitig spielt der Swingman bis dato keine richtig gute Saison und verpasste zuletzt acht Spiele am Stück, das könnte den Lakers in die Karten spielen. Wenn fit, könnte der 27-Jährige viel dazu beitragen, mehr Balance in den Kader zu bringen.
Jones ist ein herausragender, vielseitiger Flügelverteidiger. 2024 stand er im All-Defensive First Team, seither verpasste er immer mal wieder Zeit (nur 20 Spiele in der Vorsaison), über seine gesamte Karriere waren die Pelicans jedoch immer defensiv deutlich besser, wenn er mit auf dem Court stand.
Offensiv ist er vor allem ein recht guter Passer und Connector, der Wurf kommt und geht, wenngleich er 23/24 auch mal richtig gut funktionierte (41,8% Dreier bei 3,6 Versuchen). Bei den Lakers dürfte nahezu jeder Versuch offen sein, immerhin. Kleber und Knecht sind derzeit beide keine fixen Bestandteile der Rotation, für diese wäre der Trade also ein klares Upgrade.
Eine kleine Einschränkung: Möglich ist dieser Trade erst ab dem 14. Januar, da Jones in der Offseason einen neuen Vertrag unterschrieben hat.
3. (Noch) Mehr Firepower für die Spurs
Diese Idee scheitert wahrscheinlich schon daran, dass die Spurs nahezu nie während der Saison Trades einfädeln und traditionell eher konservativ handeln. Was der primäre Grund dafür ist, weshalb ein Trade für Giannis Antetokounmpo seitens San Antonios doch sehr überraschend daherkäme. Aber was ist mit einer (okay, mehr als einer) Stufe drunter?
Ja, auch dieses Team könnte sich in New Orleans melden, wenn dort irgendeine Bereitschaft zum Rebuild auszumachen ist …
San Antonio erhält: Trey Murphy III
New Orleans erhält: Harrison Barnes, Carter Bryant, zwei Erstrundenpicks
Wahrscheinlich würden die Pels mehr Picks fordern - kein Problem, die Spurs haben mehr davon auf Reserve als 28 andere Teams (OKC als Ausnahme). Carter Bryant wurde gerade erst an Position 14 gedraftet und gilt selbst quasi noch als Pick, zumal seine NBA-Minuten bisher sehr begrenzt waren. Barnes wäre ein Veteran für ein Team, das händeringend nach Führung sucht.
Und Murphy wäre das Investment und "Risiko" für die Spurs wert. Ein sehr guter Shooter (Karriere: 38 Prozent), der Athletik und Drive mitbringt, lang ist - und immer noch jung genug (25), um mit dem bereits jetzt ziemlich starken Spurs-Kern zu wachsen. Der den Guards und Wemby nicht den Ball aus der Hand nehmen, sondern im Gegenteil Platz für sie schaffen würde.
Fox, Castle, Vassell, Murphy, Wemby, mit Harper, Kornet, Johnson, Sochan, Champagnie von der Bank? Das wäre ein Kern, der im Westen Angst und Schrecken verbreiten könnte, schon in dieser Saison.
4. Miami bekommt einen neuen Star
Die Heat sind immer auf der Suche nach Stars, daran wird sich auch nach der Reformation ihrer Offense nichts geändert haben. Wenig überraschend wurden sie zuletzt bereits mit Namen wie Ja Morant und auch Giannis in Verbindung gebracht, quasi aus Prinzip. Aber was ist eigentlich mit …
Miami erhält: Lauri Markkanen
Utah erhält: Tyler Herro, Kel’el Ware, Kasparas Jakucionis
Gibt es einen besseren Star-Fit für den neuen Spielstil der Heat als Markkanen, der zu den stärkeren Driving Bigs der Liga zählt, zudem werfen kann wie kaum jemand sonst und von überall gefährlich ist? Der jedes Tempo mitgehen kann und besser mit Bam Adebayo kompatibel sein sollte als Ware, so stark dieser in der bisherigen Saison auch aussieht?
Utah könnte sich durch einen solchen Deal weiter verjüngen (Ware ist 21, Jakucionis 19) und bekäme gleichzeitig in Herro einen bewiesenen Scorer zurück, der bisher genauso oft All-Star wurde wie Markkanen. Miami käme dem Ziel, die Spitze im Osten zu gefährden, derweil vermutlich ein ganzes Stück näher.
5. Giannis bleibt im Osten
Der große Preis der diesjährigen Deadline ist Giannis wohl auch trotz seiner derzeitigen Wadenverletzung, selbst wenn manch ein bereits contendes Team (Houston, San Antonio) dadurch womöglich Abstand von allzu ernsthaften Trade-Angeboten nehmen wird. Für das Gleichgewicht der Liga wäre es ohnehin besser, wenn der Grieche in der Eastern Conference bleibt.
Der bestmögliche Bewerber um seine Dienste, der noch einiges an Picks zur Verfügung hat (sorry, Knicks-Fans), ist dabei gar nicht so schwer zu identifizieren. So könnte ein Deal für Giannis möglicherweise aussehen:
Atlanta erhält: Giannis Antetokounmpo, Thanasis Antetokounmpo
Milwaukee erhält: Trae Young, Zaccharie Risacher, 2026er Erstrundenpick via New Orleans, 2027er Erstrundenpick via Milwaukee, 2029er und 2031er Erstrundenpick via Atlanta
Noch ist nicht klar, welche Richtung die Bucks mit einem Trade einschlagen wollen würden, aber dieses Paket funktioniert ohnehin in mehrere Richtungen. Young wäre ein etablierter Star, der Publikum anzieht und eine gewisse Baseline-Kompetenz wahrt, gerade das Pick’n’Roll zwischen ihm und Myles Turner böte einige Möglichkeiten. Er könnte natürlich aber auch weitergeschickt werden, für weitere Picks, sollte Milwaukee vollständig einreißen wollen.
Dazu würde der letztjährige Nr.1-Pick Zaccharie Risacher passen. Allen voran würde dazu aber das Pick-Paket passen, das die Hawks schnüren können. Der ungeschützte 2026er Erstrundenpick des derzeit zweitschlechtesten Teams der Liga (New Orleans) wäre das ultimative Top-Asset, die größte Chance auf die nötige Superstar-Talent-Infusion.
Nicht zu unterschätzen ist aber auch der 2027er Pick der Bucks, für den die Pelicans Swap-Rechte besitzen; Atlanta könnte Milwaukee zumindest den niedrigeren Pick dieses Swaps zurückgeben. Sollte der Rebuild eingeleitet werden, tun die Bucks gut daran, so viel Kontrolle über ihre eigenen Picks zu gewinnen wie nur möglich.
Und die Hawks? Die haben über die letzten Wochen gezeigt, dass sie zumindest ordentlich ohne Young zurechtkommen können, auch wenn sie zuletzt einmal fünf von sechs Spielen verloren. In diesem Deal würden sie Jalen Johnson behalten, könnten das Team noch größer, athletischer und physischer machen. Trotz der vermutlich auftretenden Spacing-Probleme könnte ein Hawks-Team mit Giannis auf einen Schlag zum Topfavoriten der Conference avancieren.
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