Der 15. Dezember ist seit einiger Zeit ein besonderer Tag für Fans der Denver Nuggets. Vor neun Jahren beorderte der damalige Coach Michael Malone einen gewissen Nikola Jokic erstmals in die Starting Five, der Rest ist Geschichte (drei MVP-Awards und eine Championship). Seit einigen Jahren wird dieser Tag nun als "Jokmas" bezeichnet, selbst die Social-Media-Abteilung der Nuggets hat diesen "Feiertag" inzwischen übernommen.
Und Jokic selbst? Der hat seine eigene Meinung dazu: "Ich kann das nicht ausstehen. Wer hat das erfunden?" fragte der Serbe an seinem neunten Jubiläumstag in die Runde. Coach David Adelman war da schon ein wenig offener, meinte aber auch, dass für ihn selbst jeden Tag "Jokmas" sei.
Passend dazu machte Jokic aber auch gegen die Houston Rockets an genau jenem Tag sein bestes Saisonspiel und verbuchte ein Triple-Double mit 39 Punkten. Denver schlug die Texaner nach Verlängerung und beendete so eine ungewöhnliche Niederlagenserie von vier Partien in heimischer Halle.
Nuggets: Eine historisch gute Offense
Es war der kleine schwarze Fleck einer bis dato ziemlich starken Saison der Nuggets (dafür elf Auswärtssiege am Stück), die mit einer Bilanz von 19-6 ärgster "Verfolger" der OKC Thunder (24-2) sind. Und das, obwohl mit Christian Braun und Aaron Gordon zwei Starter schon länger verletzt fehlen. Gegen Houston fiel dann auch noch Gordon-Vertreter Peyton Watson aus - und trotzdem fand Denver einen Weg, um gegen ein starkes Rockets-Team zu bestehen.
Bisher wurden die Hoffnungen aus dem Sommer also erfüllt. Die Bank wurde mit Bruce Brown, Tim Hardaway Jr. und Jonas Valanciunas ein wenig aufgemotzt, sodass die Minuten ohne Jokic zwar immer noch nicht positiv gestaltet werden, aber zumindest respektabel sind. Dazu entpuppte sich der letztjährige Two-Way-Player Spencer Jones als valider Rotationsspieler und liefert dem Team noch etwas Tiefe.
Die größte Stärke bleibt dennoch die Offense, hier sind die Nuggets auf Kurs, den besten Angriff der Geschichte der NBA zu stellen. 126 Punkte pro 100 Ballbesitze erzielen die Nuggets laut Cleaning the Glass, der Liga-Schnitt liegt bei gerade einmal 116. Vermutlich wird es sich zumindest etwas einpegeln, da Denver derzeit deutlich besser trifft, als man dies anhand des Wurfprofils vermuten kann (+4,3 Prozent).
Nuggets: Murray erstmals sofort in Top-Form
Gleichzeitig haben die Nuggets eben auch zwei der besten Shotmaker der Liga in ihren Reihen. Jokic spielt derzeit die effizienteste Saison seiner Karriere, vor allem da der Dreier so wie noch nie fällt. Bei 5,1 Versuchen pro Spiel versenkt der Center 43,3 Prozent davon, dazu führt Jokic die NBA mal wieder sowohl bei den Rebounds (12,4) als auch bei den Assists (10,8) an. "Er ist einfach der beste Basketballer auf diesem Planeten und es macht so viel Spaß, ihm dabei zuzusehen", meinte Adelman kürzlich nach einem Blowout-Sieg gegen Sacramento.
Bei Jokic ist es dennoch fast erwartbar, doch der X-Faktor ist bisher Co-Star Jamal Murray. Der Kanadier war in der Vergangenheit bekannt dafür, sich eher in Form zu spielen, auch deswegen hat der Guard noch nicht ein einziges Mal in seiner Karriere in einem All-Star Game mitgewirkt. Laut Aussage von Murray wollte der Kanadier genau das widerlegen, der Lohn ist bisher die beste Regular Season seiner Karriere, gekrönt mit einem 50-Punkte-Spiel in Charlotte.
"Wenn Jamal es fühlt, dann ist er ein anderer Spieler", meint auch Jokic. "Er nimmt und trifft die wichtigen Würfe. Er kam in absoluter Topform ins Camp und ist hier ein echter Führungsspieler. Das sieht man auch jeden Abend auf dem Feld."
Nuggets: Showdown mit OKC steht noch aus
25 Zähler legt Murray im Schnitt auf, dazu kratzt der 28-Jährige an seiner ersten 50/40/90-Saison, nur bei den Freiwürfen fehlen ihm derzeit läppische 0,4 Prozentpunkte. Und noch viel wichtiger: Murray ist fit und verpasste in dieser Saison erst ein einziges Spiel. Das war in den Jahren nach der Meisterschaft nie der Fall.
Denn klar ist auch: Sind Murray und Jokic in Top-Form, ist dies das beste (passende) Offensiv-Duo der Liga, das sich zudem seit fast zehn Jahren kennt. Die angepasste Starting Five funktioniert ebenso, auch wenn der Ersatz von Michael Porter Jr., Cam Johnson, bisher noch recht schwankende Leistungen zeigt.
Trotzdem scheinen die Nuggets nicht weit von OKC entfernt zu sein, in den vergangenen Playoffs brauchte der Champion sieben teils hart umkämpfte Spiele, um sich gegen die Nuggets durchzusetzen. Wer weiß, wie es mit einem fitten Gordon ausgegangen wäre? In dieser Saison gab es den Showdown der beiden vermeintlich besten Teams noch nicht, darauf muss bis in den Februar gewartet werden.
Nuggets: Beste Bilanz gegen Top-Teams
Den Nuggets wird es recht sein. Im Schatten der Thunder, die derzeit mit ihrem Rekordstart die meisten Schlagzeilen binden, hat Denver bisher die beste Ausbeute in Duellen gegen Teams mit positiver Bilanz (8-1). Lediglich die Defense wirft noch kleinere Fragezeichen auf (derzeit nur Platz 18), doch auch hier sollte man vorsichtig optimistisch sein, da Denver oft gar nicht die volle Intensität an diesem Ende des Feldes brauchte.
Mit dem Meister von 2023 wird wieder zu rechnen sein, vor allem wenn Murray und Jokic weiter in dieser Form aufspielen. Auch vor OKC muss man sich so nicht verstecken.
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