Michael Porter Jr. dreht in Brooklyn auf. Der 27-Jährige, der im Sommer von den Denver Nuggets zu den Nets kam, hat sich in kürzester Zeit zur offensiven Schlüsselfigur entwickelt. Mit durchschnittlich 25,6 Punkten pro Spiel bei starken Quoten ist Porter Jr. nicht nur klarer Go-to-Scorer, sondern auch das Gesicht einer Offensive, die viele vor Saisonbeginn deutlich schwächer eingeschätzt hatten.
Auffällig ist dabei, dass Porter Jr. trotz seiner hohen Usage weiterhin viel ohne Ball agiert. Sein Timing, seine Bewegungen abseits des Balles und seine Fähigkeit, schwierige Würfe zu treffen, machen ihn für gegnerische Defensiven schwer kontrollierbar. Genau darauf hat Cheftrainer Jordi Fernandez die Offensive der Nets zugeschnitten.
Sportlich im Mittelpunkt, kommunikativ gebremst
Im Umfeld der Nets genießt er großes Vertrauen. Assistent Steve Hetzel lobte zuletzt vor allem seinen Einfluss auf den Spielfluss und seine Ruhe in Drucksituationen: "Er ist einer der besten, wenn nicht der beste, Off-Ball-Spieler der Liga." Tatsächlich gehört Porter Jr. aktuell zu einem exklusiven Kreis von Spielern, die über 25 Punkte bei gleichzeitig hoher Effizienz aus dem Feld und von der Dreierlinie erzielen.
Sein Output ist dabei kein kurzfristiger Ausreißer. Porter Jr. nutzt Hand-offs, Off-Ball-Screens und Cuts konsequent, attackiert Switches und profitiert von den kreativen Sets des Trainerstabs. Fernandez selbst bezeichnete die Zusammenarbeit als idealen Fit und sieht noch weiteres Entwicklungspotenzial.
Abseits des Courts gilt bei den Nets jedoch Zurückhaltung. Nach öffentlichen Aussagen Porters in Podcast-Formaten, die abseits des Basketballs für Diskussionen sorgten, soll die Organisation intern das Gespräch mit dem Forward gesucht haben. Demnach wurde ihm intern nahegelegt, den Fokus in der Öffentlichkeit klar auf das Sportliche zu legen.
Die aktuelle Tabelle der NBA
Brooklyn zwischen Rebuild und Wettbewerbsfähigkeit
Genau hier beginnt das Dilemma der Nets. Ursprünglich mit klarer Rebuild-Mission in die Saison gegangen, hat Porters starke Form die sportliche Lage leicht verändert. Nach einem schwachen Start stabilisierte sich Brooklyn, liegt aktuell auf Rang 13 im Osten und damit nicht auf klarem Tanking-Kurs.
Gleichzeitig bleibt Porter Jr. einer der wertvollsten Trade-Chips im Kader. Sein Vertrag, seine Leistungen und das zusätzliche Draft-Kapital aus dem Nuggets-Deal machen ihn für viele Teams interessant. Ein Trade würde Brooklyns Chancen auf eine hohe Lottery-Position erhöhen und den ohnehin gut gefüllten Draft-Pool weiter ausbauen.
Die zentrale Frage lautet daher: Verkaufen die Nets Porter Jr. auf dem Höhepunkt seines Marktwerts oder behalten sie ihn als Baustein für die nächste Generation Mit Blick auf kommende Draft-Pick-Swaps steht Brooklyn unter Zugzwang, mittelfristig konkurrenzfähig zu bleiben.
Porter Jr. selbst fühlt sich in Brooklyn sichtbar wohl und lobt die offensive Freiheit unter Fernandez: "Er macht es mir so einfach, mein Spiel zu spielen. Ich muss Jordi und dem Offensivtrainerteam dafür danken." Ob die Nets den Weg mit ihm weitergehen oder ihn zur Deadline abgeben, dürfte in den kommenden Wochen spannend bleiben.
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