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Realitätscheck: Die Bedeutung der Alba-Niederlage - und was sie offenbart

kicker

Der Sieg bei Elan Chalon (100:91) war sinnbildlich für Albas aktuellen Lauf. Trotz schwacher Freiwurfquote in der ersten Hälfte, trotz eines zweistelligen Rückstands im dritten Viertel blieb das Team ruhig, reagierte mit einem 20:5-Lauf und entschied die Partie in der Schlussphase mit einem 13:0-Run. Der direkte Vergleich ging damit an Berlin, die Tabellenführung in Gruppe B ebenfalls.

Die aktuellen Tabellen der Gruppen in der BCL

Diese Spiele zeigen, warum der Wechsel von der EuroLeague in die Champions League sportlich Luft verschafft hat: weniger Spiele, mehr Regeneration, mehr Training, und vor allem realistische Siegchancen. Alba steht einen Sieg vor dem sicheren Achtelfinaleinzug und hat den Gruppensieg selbst in der Hand. Trotz der positiven internationalen Entwicklung rutschte Alba Berlin in der BBL durch die Niederlage in Hamburg und gleichzeitige Siege der Konkurrenz von Rang drei auf Platz sechs ab.

Defensive Stabilität und starke Nerven - bis sie fehlen

Über Wochen war Albas Defensive das Fundament des Erfolgs, eine klare Entwicklung unter Trainer Pedro Calles. In der BBL kassiert man die wenigsten Punkte und hatte vor dem 10. Spieltag ligaweit das beste Offensiv-Rating vorzuweisen (116,3), agierte als geschlossene Einheit (meiste Assists der Liga: 21,9) und kontrollierte die Zone mit Spielern wie Justin Bean, J’Wan Roberts und Norris Agbakoko. Gerade in engen Spielen wurde die defensive Disziplin zum Schlüssel, etwa gegen Frankfurt oder Chemnitz, als Alba in der Crunchtime jeweils mit zweistelligen Läufen davonzog.

Doch das Spiel in Hamburg zeigte auch die Kehrseite: Wenn die defensive Intensität nicht konstant hoch bleibt, wenn Rotationen minimal zu spät kommen, verliert Alba an Kontrolle. Die Niederlage war weniger ein Ausrutscher als ein Hinweis darauf, wie schmal der Grat bei einem kleinen, jungen Kader ist.

Jack Kayil als Gesicht des Laufs - und als Gradmesser

Der Name, der diesen Lauf personifiziert, ist Jack Kayil. Der 19-Jährige übernahm in Abwesenheit von Martin Hermannsson Verantwortung, traf schwierige Würfe, organisierte das Spiel und entschied Partien in der Schlussphase. In Chalon war er mit 17 Punkten und neun Assists einer der Schlüsselspieler, gegen Frankfurt glänzte er in der Crunchtime und selbst bei der Niederlage in Hamburg war er erneut Topscorer der Berliner.

Sportdirektor Himar Ojeda zog den Vergleich mit Franz Wagner und Malte Delow. Nicht wegen der Statistiken allein, sondern wegen Kayils Mut und Entscheidungsfindung unter Druck. Gleichzeitig macht gerade seine Rolle deutlich, wie sehr Alba derzeit improvisieren muss: Hermannsson fehlt weiter, Bennet Hundt und Kayil teilen sich die Spielmacheraufgaben, Stabilität entsteht aus Flexibilität.

Perspektive statt Überhöhung

Dass Hermannsson wieder individuell trainiert und vor Weihnachten ins Mannschaftstraining zurückkehren könnte, ist eine wichtige Nachricht, gerade mit Blick auf die kommenden Wochen.

Die aktuelle Tabelle der BBL

Die Niederlage in Hamburg relativiert den Lauf der Albatrosse nicht. Sie setzt ihn in den richtigen Kontext. Alba ist stabiler als zu Saisonbeginn, konkurrenzfähig in beiden Wettbewerben und auf einem guten Weg. Aber eben auch ein Team, das von Energie, Fokus und personeller Balance lebt und genau deshalb verwundbar bleibt, wenn eines davon fehlt.

Lange Zeit zum Grübeln bleibt den Berlinern nicht. "Es geht weiter für uns, wir schauen direkt nach vorne", sagte Moses Wood nach der Partie am Mikrofon bei Dyn, und brachte damit die Marschroute auf den Punkt. In der BCL empfangen die Albatrosse den aserbaidschanischen Vertreter BC Sabah. Mit einem Sieg würde Berlin den Gruppensieg perfekt machen und sich direkt für das Achtelfinale qualifizieren und den Blick nach der Liga-Delle sofort wieder nach oben richten könnte.

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