Der NBA Cup sollte jene Saisonphase mit Leben füllen, die eigentlich als die am wenigsten interessante gilt: zwischen Saisonstart auf der einen Seite und dem inoffiziellen Start der Trade-Saison und den Christmas-Games auf der anderen. Nicht nur hierzulande, wo die Orlando Magic ob ihres deutschen Trios naturgemäß viel Aufmerksamkeit erhalten, auch in den USA geht diese Strategie bisher auf.
Zwar werden die Zuschauerzahlen der Sportsender nur unregelmäßig veröffentlicht, doch sportlich lässt sich eine klare Tendenz erkennen: Spieler und Trainer nehmen diese Partien ernster. Es ist physischer, teils emotionaler und in jedem Fall viel spannender als eine sonstige Dezember-Partie.
"Es ist großartig. Es ist aufregend und verschafft uns die Möglichkeit, gehaltvollen Basketball zum Saisonstart zu spielen", erklärte Desmond Bane nach seinem 37-Punkte-Auftritt gegen Miami, bei dem sich Orlando erstmals für das Halbfinale des Cups qualifizierte. "Diese Spiele fühlen sich anders an und unsere Jungs nehmen das sehr ernst", hatte auch Magic-Coach Jamahl Mosley einen sehr ähnlichen Eindruck.
Bane schmunzelt: "Habe gerade erst 35.000 Dollar verloren"
Einen Anteil daran hat freilich auch das von der NBA ausgerufene Preisgeld von bis zu einer halben Million Dollar pro Spieler. Für die Topstars ist das in der Regel nur der Tropfen auf den heißen Stein, für viele Neuankömmlinge in der Liga oder gar Two-Way-Spieler ohne garantierten Vertrag ist es dagegen die möglicherweise größte Einmalzahlung ihrer bisherigen Karriere.
"Ich habe gerade 35.000 Dollar verloren. Ich muss das ja irgendwie wieder zurückbekommen", zeigte sich auch Gutverdiener Bane etwas scherzhaft damit zufrieden. Der Hintergrund: Aufgrund seines Ballwurfs auf Knicks-Gegenspieler OG Anunoby wurde der Flügelspieler kürzlich mit einer Geldstrafe von der Liga belegt. Nach dem Einzug ins Halbfinale sind dem Neuzugang Orlandos immerhin bereits knapp über 100.000 Dollar sicher.
Darüber hinaus geht es für Orlandos Team nun erstmals nach Las Vegas, wo die Top 4 des Wettbewerbs Halbfinals und Endspiel austragen. "Wir hatten die letzten zwei Jahre schon die Chance, nach Vegas zu fahren, und haben es letztlich nicht geschafft", so Franchise-Star Banchero über das Weiterkommen. "Dass es uns jetzt endlich gelungen ist, fühlt sich gut an."
Und auch das ist letztlich ein Zeichen für die Bedeutung dieser einst lahmen Dezemberspiele und den Nutzen des NBA Cups.
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