Sacramento ist wieder da, wo es für die meiste Zeit in diesem Jahrtausend war - im Keller des Westens. Die letzten großen Kings-Teams gab es direkt nach dem Millenium, als man unter anderem die Los Angeles Lakers um Shaquille O’Neal und Kobe Bryant in den Conference Finals am Rande der Niederlage hatte.
Damals nicht mehr dabei war Jason Williams, besser bekannt als "White Chocolate", der zwischen 1998 und 2001 dafür sorgte, dass die Kings das spannendste Team der NBA waren - oder besser gesagt "The Greatest Show On The Court", wie es Sports Illustrated ausdrückte. Williams brachte Streetball in die NBA, seine Pässe waren in sämtlichen Highlight-Tapes vorzufinden. Vor allem sein legendärer Pass mit dem Ellenbogen wird heute noch häufiger gezeigt.
Williams verteidigt Kings-Coach Christie
Womöglich würde White Chocolate mit dem schnelleren Spiel besser in die derzeitige Ära passen, auch wenn er dies im Interview mit basketball-world.news abstreitet. "Ich wäre vermutlich recht solide, aber ich war kein guter Shooter. Wenn ich aber Steph Curry oder Klay Thompson an meiner Seite hätte, wäre das kein Problem."
Der heute 50-Jährige wurde 2001 nach Memphis getradet, danach spielte er noch für Miami und Orlando. Dort lebt der passionierte Golfer noch immer, hat aber natürlich auch noch ein Auge auf die Kings, weil mit Doug Christie inzwischen ein ehemaliger Mitspieler an der Seitenlinie steht.
Der frühere Edelverteidiger ist aber nicht mehr unumstritten. Es gibt Berichte, dass sein Führungsstil nicht besonders gut in der Mannschaft ankommt, schon mehrfach putzte der Coach sein Team nach Niederlagen ordentlich herunter. Für Williams keine große Sache: "Wenn ein Spieler die Vorgaben nicht umsetzt, musst du das ansprechen, auch öffentlich."
Dass dies zu Verschleiß führen könne, glaubt Williams nicht: "Das muss man machen, wann immer es notwendig ist. Doug ist der Chef, er steuert das Schiff und das macht er eben auf seine Art und Weise."
Williams mit Rat für Schröder
Zuletzt kehrte auch Dennis Schröder nach einer Hüftverletzung zurück, der DBB-Kapitän wurde in Sacramento warm empfangen, hat aber auch nicht wirklich seine Rolle gefunden. In 21 Partien verbucht der 32-Jährige durchschnittlich 12,7 Punkte und 5,9 Assists, dazu trifft er immerhin 35,5 Prozent seiner Dreier. Dennoch stellen die Kings die schwächste Offense der NBA - trotz dreier (ehemaliger) All-Stars in Zach LaVine, DeMar DeRozan und Domantas Sabonis.
"Du musst einfach deinen Job machen. Der Trainer hat klare Vorstellungen, was du auf dem Feld machen sollst, aber klar ist das für jemanden wie Dennis schwierig, wenn du so viele Scorer an deiner Seite hast", analysiert der ehemalige Aufbauspieler die Situation von Schröder in Sacramento.
Auch Schröder selbst hatte zugegeben, dass es nicht einfach sei, die richtige Mischung zu finden. "Darüber darf er sich aber keine Gedanken machen", meint Williams. "Wenn der Trainer dich einsetzt, musst du liefern und deine Rolle erfüllen. Alles andere hat dich nicht zu kümmern. Und wenn du es gut machst, dann kommt der Rest von allein."
Derzeit stellt sich diese Frage ohnehin nicht, da sowohl Sabonis (Knie) als auch LaVine (Knöchel) verletzt fehlen. Leichter wird es in den kommenden Wochen auch nicht. In der Nacht auf Mittwoch geht es gegen Detroit, vier Tage später ist dann Dallas in der Hauptstadt Kaliforniens zu Gast.
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