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Trotz Kritik: Warum Dubai für die EuroLeague wichtig ist

kicker

Dubai und Basketball - und das im Rahmen europäischer Wettbewerbe. Das bleibt gewöhnungsbedürftig, aber Europas Basketball-Fans werden sich daran gewöhnen müssen. Seit Start der neuen Saison geht das Team aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in der EuroLeague an den Start und steht nach 14 Spielen bei einer Bilanz von 6-8. Für einen Neuling nicht schlecht, auch wenn der andere Premieren-Teilnehmer Hapoel Tel Aviv derzeit sogar die Tabelle anführt.

Die Israelis werden zwar auch massiv finanziell gepudert, qualifizierten sich aber durch den Triumph im EuroCup sportlich. Bei Dubai ist die Sachlage anders. Das Team wurde im Sommer mit einer Wildcard für gleich fünf Jahre ausgestattet (zum Vergleich: Alba Berlin erhielt 2021 nur zwei Jahre). Damit werde "ein völlig neuer Markt" erschlossen und die Organisation habe genügend Zeit, um beständig zu wachsen - ohne den Druck, sofort erfolgreich sein zu müssen. So beschrieb es EuroLeague-CEO Paulius Motiejunas. Allein dies ist ein Zeichen dafür, dass die Liga das Team aus der Wüste sehr gerne langfristig mit dabei haben möchte.

Das Final Four in Abu Dhabi war nur ein erster Vorgeschmack, nun sind die Vereinigten Arabischen Emirate fester Bestandteil, auch wenn man in Dubai darauf bedacht ist, seriös zu wirtschaften und nicht den schnellen Erfolg jagt. Die Neuverpflichtungen zeigten aber schon, dass man nicht nur mitspielen will.

Dubai Basketball: Einstieg über die ABA League

Mit Dzanan Musa wurde der womöglich beste Free Agent Europas von Real Madrid losgeeist. Der Bosnier soll für drei Jahre zehn Millionen Euro bekommen. Der serbische Nationalspieler Aleksa Avramovic kam von ZSKA Moskau, dazu wurden auch Center Filip Petrusev (Piräus), Mfioundu Kabengele (Venedig), Justin Anderson (Barcelona) sowie Spielmacher McKinley Wright IV (Budocnost) losgeeist. Dazu wurde nach wenigen Wochen Boogie Ellis von Alba Berlin aus seinem Vertrag einfach rausgekauft. Außer Avramovic und Ellis spielten alle bereits in der NBA.

Für einen Neuling sind das große Namen. "Für mich ist das eine großartige Gelegenheit", frohlockte Musa. "Ich will helfen, dass sich der Basketball hier entwickelt und wir etwas Historisches aufbauen können." Und tatsächlich hat vieles Hand und Fuß, was am persischen Golf gemacht wird. Die Arena (gut 13.000 Plätze) ist brandneu, GM Dejan Kamenjasevic hat über viele Jahre ein großes Netzwerk aufgebaut.

Auch der Schritt, erst einmal in einer kleineren europäischen Liga zu beginnen, scheint eine gute Entscheidung gewesen zu sein. Hier kaufte man sich klassisch ein - wie man es jetzt auch in der EuroLeague tut. In der Balkan-Liga ABA, in der seit dieser Saison auch ein Team aus Wien sowie der rumänische Vertreter Cluj-Napoca vertreten ist, mischte Dubai oben mit und ließ sogar Roter Stern Belgrad hinter sich, im Halbfinale war Partizan dann eine Nummer zu groß. Für die Teilnahme zahlte Dubai 1,7 Millionen Euro, dazu wurden alle Reise- und Aufenthaltskosten der Gegner bei Spielen in den Emiraten übernommen. In dieser Spielzeit ist man sogar noch ungeschlagen (8-0).

Dubai Basketball: Keine Verluste für sportlichen Erfolg

Die Resonanz hält sich bislang aber in Grenzen. Rund 4.000 Zuschauer im Schnitt besuchten die Heimspiele im ersten Jahr, in der EuroLeague sind es nun rund 5.600 Zuschauer im Schnitt, in der ABA League sind es dagegen nur noch 2.250 Zahlende pro Partie. Selbst gegen Partizan strömten nur 2.621 Zuschauer in die moderne Arena.

Die Einnahmen müssen also anderweitig generiert werden, hier hilft in erster Linie das "Dubai Department of Economy and Tourism". "Wir werden ein Budget von acht Millionen Euro haben", kündigte Kamenjasevic vor der Saison an, schob aber auch nach. "Es könnte ein paar Ausnahmen geben." Dennoch werde man im Rahmen des neu geschaffenen Salary Caps operieren. "Wir wollen keine Verluste für sportlichen Erfolg machen, das haben wir in der ersten Saison in der ABA League gezeigt."

Der Serbe weiß, dass es viele kritische Stimmen rund um das Projekt gibt, verweist aber gerne darauf, dass auch die israelischen Teams oder früher russische Vertreter nicht auf dem alten Kontinent beheimatet sind. Die Gründe für die Aufnahme sind simpel. Dubai soll Geld in die Liga spülen, sei es durch Zahlungen an Spieler oder eben neue Sponsoren. In Zeiten, in denen der NBA-Einstieg eine Bedrohung darstellt, braucht die EuroLeague eben finanzstarke Mitstreiter. Dubai ist es definitiv, auch wenn es gewöhnungsbedürftig bleibt.

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