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"Jeder Spieler muss sich hinterfragen": Flensburg taumelt in die Winterpause

kicker

Es hätte ein ordentlicher Jahresabschluss werden können für den SC Weiche Flensburg 08. Vier Spiele in Folge ungeschlagen und zum Ausklang zwei Heimspiele gegen Kontrahenten, die in der Tabelle hinter dem Team von Trainer Tim Wulff rangierten. Aber schon das 0:1 gegen Kickers Emden war schwer verdauliche Kost - und was die Flensburger beim 1:4 gegen Hannover 96 II servierten, war schlicht ungenießbar.

Kein Wunder, dass Wulff nach der deutlichen Schlappe angefressen war. "Klar sind wir von Verletzungen geplagt, doch das soll keine Entschuldigung sein. Wir haben die Leistung nicht auf den Platz gebracht", sagte der 38-Jährige, der im September Torsten Fröhling als Chefcoach abgelöst hatte. Gegen stark spielende Gäste lief einfach nichts zusammen. Hannover verschoss sogar noch einen Elfmeter.

Schläfrige Anfangsphase - 96-Torschütze Engelbreth am Kopf verletzt

96 hatte im Stau gestanden, die Partie vor nur 673 Zuschauern im Manfred-Werner-Stadion begann mit einer halben Stunde Verspätung. Dennoch ging die Mannschaft von Daniel Stendel früh in Führung - Weiche 08 war nicht nur beim 0:1 nicht wach. Auch nach dem Ausgleich nicht. Wieder einmal wurde viel zu luftig verteidigt, sodass zur Halbzeit ein 1:2-Rückstand auf der Anzeigetafel stand.

Die Gäste nutzten zwei weitere Fehler der Hausherren zum hochverdienten Sieg. Da war Elfmeter-Fehlschütze Noah Engelbreth schon nicht mehr auf dem Platz. Der 20-Jährige, der unlängst einen Profivertrag unterschrieben hatte, blieb nach einem Luftduell mit Kevin Ntika benommen liegen, beide waren mit den Köpfen zusammengestoßen. Ntika konnte mit Verband weiterspielen, Engelbreth musste zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Symptomatisch für Flensburger Harmlosigkeit im Angriff: Den ersten ernsthaften Torschuss gab Kapitän Dominic Hartmann erst in der 90. Minute ab. Den Ausfall von gleich neun verletzten Spielern (zudem fehlte der gelbgesperrte Theo Behrmann) konnte Weiche nicht kompensieren. In der Vorwoche hatte Wulff zwei A-Jugendliche in den Kader berufen, gegen Hannover saßen mit Phil Buck und Publikumsliebling Ilidio Pastor Santos zwei Spieler aus der zweiten Mannschaft (Landesliga) auf der Bank.

Acht Siege, darunter die begeisternden Erfolge gegen Drochtersen/Assel (3:2) und Meppen (5:3), und drei Unentschieden stehen nach 21 Spielen zu Buche. Aber eben auch zehn Niederlagen, darunter Pleiten bei den Aufsteigern Altona 93 und FSV Schöningen. Beständig bei den Schleswig-Holsteinern ist nach gut der Hälfte der Saison 25/26 nur die Unbeständigkeit. 46 Tore erzielt, das kann sich sehen lassen - 45 Gegentreffer sind für eine Mannschaft, die vorne mitspielen wollte, zu viel.

„Jeder Spieler muss sich hinterfragen. Wir gehen mit großer Demut ins neue Jahr.“ (Tim Wulff)

"Jeder Spieler muss sich hinterfragen. Wir gehen mit großer Demut ins neue Jahr", kündigte Wulff an. 2026 kehren zumindest einige der verletzten Akteure zurück - einige Punkte braucht Weiche 08 noch, um eine Saison ohne Sorgen zu absolvieren. Anfang Januar beginnt die erste Phase der Vorbereitung, der SC Weiche 08 tritt beim Hallenmasters in Kiel an (10. Januar).

In der Regionalliga geht es im Februar mit den Partien beim HSC Hannover und bei Blau-Weiß Lohne weiter - zwei Mannschaften, die um den Klassenerhalt kämpfen. Zählbares würde der aktuell getrübten Flensburger Stimmung sicherlich guttun.