Die Winterpause markiert in der Regionalliga Nord eine erste Zäsur, ohne bereits Antworten zu liefern. Für die SV Drochtersen/Assel fällt die Zwischenbilanz dennoch eindeutig aus. Nach 21 Spieltagen belegt das Team Platz 3, liegt mit 46 Punkten punktgleich mit dem VfB Oldenburg und nur drei Zähler hinter Spitzenreiter Meppen. Der Blick auf die Tabelle bestätigt: Drochtersen ist längst kein Verfolger mehr, sondern gehört inzwischen zu den Gejagten der Liga.
Zahlen, die für Stabilität sprechen
Harte Fakten untermauern diesen Eindruck. 15 Siege aus 21 Spielen, dazu eine Tordifferenz von plus 24 bei 55 erzielten Treffern. Im Schnitt erzielt Drochtersen 2,5 Tore pro Partie und kassiert 1,4 Gegentore.
Dabei setzten die Blau-Roten besonders in der Hinrunde Maßstäbe: 39 Punkte aus 17 Spielen - das ist die beste Halbserie der Kehdinger Vereinsgeschichte. Die vier bislang absolvierten Rückrundenspiele fielen mit sieben Punkten etwas weniger ertragreich aus, ohne jedoch eine Trendwende erkennen zu lassen. Mit 2,19 Punkten pro Spiel bewegt sich D/A weiterhin auf Top-Niveau.
Ein wesentlicher Faktor bleibt dabei die beeindruckende Heimserie. Zehn Siege aus elf Partien machen D/A zum besten Heimteam der Liga. Im Kehdinger Stadion gelingt es der Mannschaft regelmäßig, Spiele früh zu kontrollieren und konsequent zu Ende zu bringen. Auswärts ist die Bilanz mit 16 Punkten aus zehn Spielen ausgeglichener, doch auch dort vermeidet das Team größere Ausschläge. Die Stabilität über 21 Spieltage hinweg ist kein Produkt einzelner Serien, sondern Ausdruck eines verlässlichen Leistungsniveaus.
Das Team bleibt bestehen
Zur Winterpause setzt der Verein auf Kontinuität. Bislang gab es weder Zu- noch Abgänge. Sportdirektor Sören Behrmann zufolge werde aber prinzipiell "immer geschaut". Trainer Oliver Ioannou, seit Oktober 2023 im Amt und zuvor selbst Spieler in Drochtersen, arbeitet mit einem eingespielten Kader. Viele Akteure stehen seit Jahren für den Verein, zahlreiche stammen aus der Region. Die sportliche Leitung um Behrmann und Präsident Rigo Gooßen ist unverändert, Entscheidungswege sind klar. Das reduziert Reibungsverluste und schafft Verlässlichkeit, gerade in Phasen ohne Spielbetrieb.
Dreikampf ohne Vorentscheidung
Der Blick auf die Konkurrenz zeigt, wie offen das Rennen bleibt. Meppen, Oldenburg und Drochtersen trennen lediglich drei Punkte, während Jeddeloh II mit einem Spiel weniger in Lauerstellung liegt. Vorentscheidungen sind zur Winterpause nicht gefallen. Für Drochtersen bedeutet das, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Der nächste Prüfstein wartet am 22. Februar beim Aufsteiger HSC Hannover. Bis dahin gilt das Prinzip, das die bisherige Saison getragen hat: ruhig arbeiten, stabil bleiben und die Tabelle nicht überbewerten.