Im Jahr 2016 hatte Agit Kabayel gerade die ersten Schritte in seiner Profikarriere gemacht, von der Weltspitze wie heute war er aber noch ganz weit entfernt. Ganz anders sah es damals bei Tyson Fury aus, der wenige Monate zuvor Wladimir Klitschko sensationell besiegt hatte und zum Weltmeister aufgestiegen war.
Obwohl sie damals an unterschiedlichen Enden der boxerischen Nahrungskette standen, lernten sich Fury und Kabayel schließlich in besagtem Jahr 2016 kennen. Und daraus entstand sogar eine Freundschaft.
"Ich habe ihn zum ersten Mal in den Niederlanden getroffen. Er kam 2016 zu einem Trainingslager für einen Klitschko-Rückkampf. Danach kam er immer wieder rüber, hin und her nach England und so, um mit uns dafür zu trainieren. Und ja, so habe ich von da an eine Beziehung zu ihm aufgebaut", erinnert sich Fury im Interview mit DAZN.
Warum er sich gerade Kabayel als Trainingspartner ausgesucht hatte? "Er war ein Deutscher mit europäischem Stil. Er ging nach vorne", erklärte Fury, der sich auf Anhieb gut mit dem "netten" Bochumer verstand. "Agit wuchs mir ans Herz. Wir kamen uns über die Jahre und die Zeit, die wir zusammen verbrachten, näher. Ja, wir lernten uns kennen, tauschten uns aus und wurden Freunde", sagte der Ex-Weltmeister.
Ähnlich beschreibt auch Kabayel selbst das Verhältnis zum Briten, das anfängliche Sparring hatte der Deutsche auch als Chance begriffen. "Wir haben acht Runden mit Fury Sparring gemacht und wir haben uns wirklich auf die Köpfe gehauen. Also der hätte das nicht erwartet, dass ich da so zäh bin", blickt Kabayel zurück.
Und weiter: "Natürlich, der Respekt war da, er ist Weltmeister gewesen, aber ich habe mir da nichts geschenkt. Ich habe wirklich um Leben und Tod mit ihm gekämpft und ihm auch gezeigt, ich bin ja nicht da, um irgendwie nur mein Sparringsgeld abzuholen."
Auch nach Furys erstem Rücktritt blieb die Bindung bestehen, wie Kabayel anhand einer Anekdote berichtet. "Da war er einmal in Köln und hat mir einfach geschrieben und dann bin ich nach Köln gefahren, wir haben uns getroffen, haben gemeinsam was gegessen, haben ein bisschen gelacht", schildert er.
Die Folge: Kabayel gehörte plötzlich zur engeren Entourage des Briten. "Wie der Gypsy King ist, hat er mich auf sein Hotelzimmer mitgenommen. Da bin ich mit seiner Familie aufs Hotelzimmer und da war ich auf einmal mittendrin zwischen den Gypsies. Das war wirklich lustig", blickt er zurück.
Auch am 10. Januar dürfte Tyson Fury genau hinschauen, wenn Agit Kabayel auf den ungeschlagenen Polen Damian Knyba trifft. Fans können den Kampf live auf DAZN sehen - hier unter "Mein Konto" dazubuchen!