Der Bundesliga-Aufsteiger aus der Domstadt und das NFL-Franchise aus Michigan verkündeten die Zusammenarbeit am Donnerstagnachmittag. Demnach handele es sich um eine "strategische Partnerschaft über mehrere Jahre". Beide Teams wollen durch die Kooperation ihre globale Reichweite erhöhen und das Fan-Engagement im jeweils anderen Land erhöhen. Man wolle auf "sportlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene" zusammenarbeiten.
Konkret geplant sind "zahlreiche Kommunikationsaktivitäten und Gewinnspiele", außerdem sollen auf dem Kölner Trainingsgelände Football-Camps für Jugendliche ausgerichtet werden. Die Lions sprechen in ihrer Mitteilung außerdem von gemeinsamen Social-Media-Inhalten, Besuche von Trainingslagern und Nutzung der jeweils anderen Einrichtungen sowie von "kommerziellen Möglichkeiten", zu denen auch der Ansatz einer Unternehmenspartnerschaft sowie Business Summits gehören sollen.
Zum Start der Kooperation wollen die beiden Teams auch Synergien nutzen, die sich durch die gemeinsame Partnerschaft mit dem Autohersteller Ford ergeben. Die Wurzeln des Konzerns liegen in Detroit, die Eigentümer-Familie ist seit 1964 auch Besitzer der Lions. Die Heimspielstätte der Lions, das Ford Field, ist ebenfalls nach dem Autobauer benannt. Die europäische Ford-Zentrale steht hingegen in Köln, seit 30 Jahren pflegt der Hersteller eine Partnerschaft mit dem FC.
"Neue Kooperationen sind ein elementarer Baustein, um neue Impulse zu gewinnen, neue Perspektiven einzunehmen und neue Zielgruppen zu erschließen", wird Philipp Liesefeld, Kölns Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, in der Mitteilung zitiert. "Mit den Detroit Lions haben wir hier einen idealen Partner gefunden, um wechselseitig unsere globalen Reichweiten auszubauen und das Fan-Engagement zu vertiefen."
Internationales Aushängeschild der Lions ist Wide Receiver Amon-Ra St. Brown, dessen Mutter aus dem nahe gelegenen Leverkusen stammt. In der Stadt des rheinischen Rivalen verbrachte der heute 25-Jährige als Kind die Sommerferien, hat deshalb auch eine Verbindung zu Köln. In einer Medienrunde sagte er dem kicker zuletzt, dass Köln für ihn der Wunschspielort für ein weiteres NFL-Spiel in Deutschland sei. Bislang wurden NFL-Spiele in München und Frankfurt ausgetragen, im November folgt das erste Spiel in Berlin. St. Brown und die Lions waren bislang nicht zu Gast bei einem der Deutschland-Spiele.
Die Zusammenarbeit zwischen Köln und den Lions ist die dritte offizielle Kooperation zwischen einem NFL-Team und einem Bundesliga-Verein. Meister FC Bayern pflegt bereits seit einigen Jahren eine Partnerschaft mit den Kansas City Chiefs, Borussia Dortmund und die Pittsburgh Steelers verkündeten im April eine Zusammenarbeit. Der Ligaverband DFL arbeitet ebenfalls mit der NFL zusammen.