3.000 (und vier) Fans bescherten der Wiener Austria am Donnerstagabend im Franz-Horr-Stadion eine Rekordkulisse. Sie bekamen aufopferungsvoll kämpfende Veilchen zu sehen, die gegen Paris FC über drei Halbzeiten lang standhielten wie eine Bastille vor dem Sturm. Die französische Revolution wurde erst in Minute 67 eingeleitet, Clara Mateo beendete den Champions-League-Traum der Violetten mit einem Doppelschlag. Im neunten Saisonspiel musste Torhüterin Jasmin Pal zum ersten Mal hinter sich greifen.
"Wir können auf jeden Fall stolz sein", sagte Austria-Cheftrainer Stefan Kenesei nach der Partie im APA-Gespräch. "Wir haben gewusst, dass wir gut verteidigen müssen, weil Paris fußballerisch überragend ist. Das ist uns sehr gut gelungen in beiden Spielen." Wie überragend der Hauptstadtklub ist, beweisen auch sechs Meistertitel sowie der aktuell in der Vitrine stehende französische Pokal. Doppeltorschützin Mateo hat 41 Länderspiele in ihrer Vita stehen, war bei der diesjährigen Europameisterschaft in der Schweiz ebenso Teil der Équipe wie Linksverteidigerin Lou Boagert. Sechserin Kaja Korosec spulte mit ihren 23 Jahren bereits knapp 60 Länderspiele für Slowenien ab.
Die violette Reise geht weiter
"Gegen so einen Gegner so lange die Null stehen zu lassen, ist überragend", meinte Kenesei weiter. Auch Kapitänin und Abwehrchefin Carina Wenninger konnte den Königsklassen-Auftritten ihres Teams vieles abgewinnen: "Ich glaube, diese Spiele tun uns gut. Wir lernen als Mannschaft, haben international jetzt ein bisserl schnuppern dürfen. Man sieht, dass wir auch auf diesem Niveau die letzten Prozente rausholen."
Begeistert zeigte sich die Austria auch von den 3.000 (und vier) Zuschauerinnen und Zuschauern: "Selbst, als wir 0:2 hinten waren, war die Stimmung fantastisch. Es waren Momente dabei, wo jeder Gänsehaut hatte", so Kenesei. Noch ist nicht aller Tage Abend im internationalen Viola-Abenteuer. Nach dem Ausscheiden in der Champions-League-Qualifikation steigen die Wienerinnen in die Quali zum Europa Cup um. "Wir wollen da auch noch die eine oder andere Runde überstehen", ließ Kenesei wissen. Ihre nächsten Gegnerinnen erfahren die Veilchen bereits am Freitag.