Bereits in dieser Saison verfügt der Traditionsverein, der vor rund zehn Jahren noch in der Zweiten Liga spielte, über einen aufstiegsreifen Kader. Bei den Neuzugängen ist zuerst Thomas Geyer zu nennen, der 34-jährige Ex-Profi kam vom SSV Ulm und organisiert mit Kapitän Ali Odabas die Abwehr. Im Mittelfeld führt Spieler-Co-Trainer Luigi Campagna Regie, im Angriff bekam der langjährige Aalener und frühere Münchener Löwe Benjamin Kindsvater (32) unter anderem Niklas Antlitz von Regionalligist Fulda an die Seite gestellt. Wichtigster Baustein ist der neue Trainer Beniamino Molinari (45), zuletzt bis Ende 2022 Bundesliga-Co-Trainer beim FC Schalke 04.
Herr Molinari, viele erwarten, dass Ihre Mannschaft im Saisonverlauf in der Tabelle vorausmarschieren wird. Wie gehen Sie mit der Favoritenrolle um?
Molinari: Ganz ehrlich, das interessiert mich null Komma null. Für mich ist nur wichtig, dass ich eine Entwicklung in unserem Spiel erkenne. Wenn wir gut spielen, wird es auch erfolgreich sein. Der Verein hat sich die Perspektive gegeben, in den nächsten zwei, drei Jahren in die Regionalliga aufzusteigen. Das ist auch absolut richtig. Als Trainer geht es für mich im Tagesgeschäft darum, dass wir dorthin kommen.
Wie zufrieden sind Sie mit dem zusammengestellten Kader?
Ein Trainer ist, glaube ich, nie wirklich zufrieden (lacht). Was wir geschafft haben, ist eine charakterlich einwandfreie Mannschaft zusammenzustellen. Das hat sich bisher absolut bestätigt. Es macht mir total Spaß, mit den Spielern zu arbeiten. Das Gerüst ist da, die Altersstruktur passt auch, wir haben eine gesunde Mischung.
Arbeiten Sie in Aalen unter Profibedingungen?
Nein, die Jungs gehen ganz normal ihren Berufen nach. Vormittags können wir nicht trainieren.
Wie soll Ihre Mannschaft auf dem Platz auftreten?
Wir wollen aktiv sein, wollen anlaufen und pressen. Wichtige Basis ist dabei das Spiel gegen den Ball.
Wer sind Ihre härtesten Konkurrenten im Kampf um die vorderen Tabellenplätze?
Der Göppinger Sportverein und der VfR Mannheim. Und dann wird es noch eine Mannschaft geben, mit der man nicht rechnet, zum Beispiel der TSV Essingen. Sie haben in der letzten Saison hinten raus eine starke Rückrunde gespielt. Ich glaube, dass sie sich länger oben halten können.
Wie bewerten Sie vor diesem Hintergrund das Unentschieden in Göppingen?
Es ist ein Punkt bei einer Top-Mannschaft der Liga. Ich bewerte aber nie das Ergebnis, für mich zählt die Art und Weise, wie wir auftreten. Und da muss ich vor meiner Mannschaft den Hut ziehen. Wir haben die Räume gut bespielt und gehen verdient in Führung. Natürlich hat Göppingen brutale Qualität, da liegt vorne immer etwas in der Luft, wenn sie angreifen. Unsere Reaktion auf das 1:1 war stark, hinten raus waren wir dem zweiten Tor näher.
Interview: Markus Munz