"Stand jetzt kehrt Joshua Kimmich auf die Sechs zurück", kündigte Julian Nagelsmann am Mittwoch in Leipzig auf dem Internationalen Trainer-Kongress (ITK) an. "Er ist einer von zwei, drei Spielern, die im Klub dort Stammspieler sind. Die Gefahr ist, auf dieser Position zu viel zu gamblen. Wir müssen schauen, dass wir auf dieser Position Spieler haben, die im Rhythmus sind."
Viel Lob für den Rechtsverteidiger Kimmich
Mit Kimmichs Performance als Rechtsverteidiger - unter anderem bei der Heim-EM 2024 - zeigte sich Nagelsmann außerordentlich zufrieden. "Er war bei der EM von allen Rechtsverteidigern von den Werten der Beste", erklärte der Bundestrainer. "Er hat 85 Prozent aller Tore in der Nations League auf dieser Position vorbereitet."
Dennoch folgt jetzt die Kehrtwende, was die Stammposition angeht. "Wir werden eine etwas andere Struktur wählen als bei der EM", sagte Nagelsmann. "Da passt er gut dazu." Kimmich spielt auch beim FC Bayern auf der Sechs, war aber im DFB-Dress zuletzt im November 2023 in den Testspielen gegen Österreich (0:2) und die Türkei (2:3) im Mittelfeldzentrum aufgelaufen.
„Die Positionsbezeichnung ist für viele nicht supersexy.“ (Julian Nagelsmann über die Außenverteidiger-Position)
Zugleich warb Nagelsmann in der Kongresshalle am Zoo für einen zeitgemäßeren Blick auf die Position des Außenverteidigers. Der vermeintliche Mangel an Optionen ist für ihn "nicht zwingend ein Ausbildungsthema".
Es habe "viel mit der Bereitschaft des einzelnen Spielers zu tun", konkret: "Wir hätten viele Spieler in der Nationalmannschaft, die Super-Potenzial hätten als Außenverteidiger. Du hast als Außenverteidiger sehr viele Einflussmöglichkeiten, weil der Gegner oft das Zentrum verdichtet und du auf dem Flügel sehr viel Platz hast. Der eine oder andere Offensivspieler könnte einen Top-Außenverteidiger spielen. Das ist keine Position, die superkomplex ist." Aber: "Die Positions-Bezeichnung Außenverteidiger ist für viele nicht supersexy. Der Spieler muss Lust haben auf die Position."
Die Kehrtwende bei Kimmich mit Blick auf die anstehende WM-Qualifikation und die Endrunde im Sommer 2026 in den USA, Kanada und Mexiko könnte nur in einem Fall wieder rückgängig gemacht werden, wie Nagelsmann unterstrich: "Sollten die angedachten Rechtsverteidiger-Kandidaten auf ganzer Linie versagen, wovon ich nicht ausgehe, überlegen wir nochmal." Namen, wer Kimmich in den September-Länderspielen in der Slowakei und gegen Nordirland rechts beerben wird, nannte Nagelsmann nicht, sieht aber offenbar ausreichend Alternativen: "Wir haben junge Spieler in Freiburg, Stuttgart, Frankfurt hintendran. Defensiv haben wir viele gierige Spieler."