Erstmals seit der Neustrukturierung der Bayernligen 2012 schaffte es der FC Eintracht Bamberg im Jahr 2023 - nun legte der ASV Cham nach: Denn beide Teams vollbrachten das Kunststück, über eine komplette Saison in der Bayernliga Nord zu Hause ungeschlagen zu bleiben. "Das war schon eine echt coole Sache. Selbst in meiner langen Karriere habe ich so eine Serie noch nicht erlebt. Anfangs ist so eine Statistik erst mal kein Ziel, obwohl unser Trainer Faruk Maloku schon immer gefordert hat, dass wir zur Heimmacht werden müssen. Am Ende der Saison willst du es aber natürlich durchziehen", blickt Chams Sportlicher Leiter Michael Plänitz zurück auf die famose Heimspielbilanz, muss bei der Frage nach den Gründen jedoch fast schmunzeln: "Letzte Saison war unser ansonsten guter Platz durch einen Pilzbefall relativ schlecht beieinander. Das heißt jetzt nicht, dass wir nur gebolzt hätten, allerdings gibt es schon Teams in der Bayernliga, die gerne zocken. Denen hat das natürlich nicht so gefallen, während wir ohnehin eher defensiv stehen und über Konter kommen." Funfact am Rande: Fast hätte sich der diesjährige Meister aus Eichstätt ebenso zum Duo der Ungeschlagenen hinzugesellt, doch im letzten Heimspiel der Saison unterlag der VfB erstmals - ausgerechnet gegen Cham.
Ziel Klassenerhalt kein Tiefstapeln
Die Eichstätter konnten jene Niederlage am Ende verschmerzen, schließlich stand eine Woche später die Meisterschaft fest. Die gelang 2023 auch den Bambergern - der ASV landete dagegen "nur" auf Rang 5. Grund war die miese Auswärtsbilanz mit nur drei Siegen aus 17 Begegnungen. Eine wirkliche Erklärung für die Diskrepanz hat selbst Plänitz nicht, wobei die Oberpfälzer mit dem Endresultat dennoch zufrieden sind.
Der Konkurrenz ist allerdings viel eher die Heimbilanz der Maloku-Truppe in Erinnerung geblieben - und die Chamer wurden kurzerhand zu einem der Favoriten der neuen Saison abgestempelt. "Das hat uns eher ein bisschen verwundert. Natürlich haben wir zuletzt gute Arbeit geleistet, aber mit sechs bis sieben Abgängen wäre es vermessen, wenn wir sagen würden, dass wir jetzt angreifen", schiebt der Sportliche Leiter jene Rolle weit von seiner Mannschaft. Schließlich sei der Kader überwiegend mit Akteuren aus der Jugend oder der Landesliga aufgefüllt worden. Folglich sei erst mal der Klassenerhalt und die 40-Punkte-Marke das Ziel - einfach, weil "das vermeintliche Tiefstapeln realistisch ist".
Sieg zum Auftakt im Oberpfalzduell
Ganz ohne Königstransfer kommen die Oberpfälzer jedoch auch nicht daher: Einerseits kehrte mit Nico Becker ein Bayernliga-erprobter Angreifer nach einem einjährigen Ausflug in die Kreisliga in den gehobenen Amateurbereich zurück, andererseits stieß mit Yannick Frey von der SpVgg Bayreuth sogar ein Mann aus der Regionalliga zum Kader. In der Startelf suchte man den 23-Jährigen zum Auftakt gegen Regensburg allerdings vergeblich - doch selbst ohne Frey zeigte der ASV gleich, dass "Potenzial in der Truppe steckt". Vor 700 Zuschauern trafen zwar zunächst die Gäste, spätestens nach dem Ausgleich durch Konstantin Landstorfer waren die Chamer aber "klar die bessere Mannschaft". Fünf Zeigerumdrehungen später traf der 20-Jährige sogar zur 2:1-Führung - ein Resultat, das bis zum Spielende Bestand hatte. Entsprechend zufrieden zeigt sich der 38-Jährige im Rückblick: "Regensburg war gut aufgestellt und hatte alle Jungs dabei, die in der Vorbereitung bei der ersten Mannschaft dabei waren. Wir haben jedoch bis kurz vor Schluss kaum eine Möglichkeit zugelassen. Die Jungs haben das gut gemacht und wir waren echt zufrieden."
Kann die Auswärtsbilanz aufgebessert werden?
Der erste Schritt zu einer neuerlichen Heimserie ist somit getan - fehlt demnach nur noch das Aufbessern der Auswärtsbilanz. Erstmals möglich ist dies am kommenden Samstag, wenn auf der Grünen Au in Hof die dort beheimateten SpVgg Bayern zum Duell rufen. Einfach wird der Auftrag drei Punkte keineswegs - schließlich hat der Traditionsverein das Selbstvertrauen einer bärenstarken Rückrunde im Gepäck, prognostiziert Plänitz: "Wir haben im Rückspiel da gerade so 2:2 gespielt, wobei Hof einen zusammengeschweißten Eindruck gemacht hat. Ich gehe daher davon aus, dass uns eine ähnliche Partie erwartet."
Heißt konkret: Rassige Zweikämpfe und ein intensives Spiel. Geht es nach dem Gesetz der Serie, ist das Ergebnis ohnehin schon klar: Denn die letzten sechs Duelle beider Teams endeten unentschieden - Zeit für einen Richtungswechsel also? "Ich wäre auch mit einem erneuten Remis zufrieden", gesteht der noch immer parallel spielende Routinier im Vorfeld ein. Schließlich wartet im Anschluss wieder ein Heimspiel - und dort sind drei Punkte gefühlt schon gesichert. Sieben Zähler aus drei Partien hätte der ASV dann. Und die ersten Kontrahenten dürften sich in ihrer Favoritenprognose bestätigt fühlen.