David Alaba hat am Mittwoch im ÖFB-Teamcamp in Windischgarsten von einem "sehr positiven" Gespräch mit Neo-Trainer Xabi Alonso über seine Zukunft bei Real Madrid berichtet. "Mein Anspruch ist, Spiele zu spielen und auf dem Platz zu stehen", betonte der 33-Jährige. Das könnte bei Real in naher Zukunft im Abwehrzentrum schwierig werden. Auch die Möglichkeit, andere Positionen zu bekleiden, sei laut Alaba besprochen worden. "Es war ein Thema, aber jetzt nicht das Thema."
Der ÖFB-Kapitän war in Tests unter Alonso zu Kurzeinsätzen im Mittelfeldzentrum, eine seiner vielen früheren Positionen, gekommen. In den drei bisherigen Ligapartien von Real spielte er aber keine Minute. "Ich selbst sehe mich mittlerweile auf der Innenverteidigerposition, das ist da, wo ich mich am wohlsten fühle", erklärte Alaba. "Andere Positionen habe ich jetzt schon länger nicht gespielt. Aber ich kenne meine Rolle, ich kenne meine Aufgaben und bin sicher ein Spieler, der flexibel ist."
Zukunftsgedanken erst bei Vertragsende
Madrid im Sommer den Rücken zu kehren, sei nie ein Thema gewesen. "Ich war schon überall. Ich weiß auch gar nicht, woher das kommt", sagte Alaba über anhaltende mediale Transfergerüchte. "Ich musste dann schon auch oft lachen, weil eigentlich gar nichts gestimmt hat. Also wirklich gar nichts." Mittlerweile kenne er das Geschäft aber und lasse sich davon nicht aus der Ruhe bringen. "Das hat mich vielleicht vor ein paar Jahren mehr gestört."
Alabas Vertrag bei Real läuft noch ein Jahr. Kommenden Sommer - im Idealfall nach einer WM-Teilnahme mit Österreich in Nordamerika - wäre er ablösefrei zu haben. Mit seiner Zukunft will sich der Wiener erst bei Vertragsende beschäftigen. Sein ablösefreier Transfer von Bayern München zu Real war 2021 bereits Monate davor festgestanden. "Ich befinde mich auf einer ganz anderen Ebene in meiner Karriere", erklärte Alaba. "Ich bin mittlerweile 33, da schaut man ganz anders auf die Dinge. Speziell nach so einer Zeit, die ich jetzt hatte."
Eine Leidenszeit, die prägt
Alaba hatte im Jänner nach 13 Monaten Pause sein Comeback nach einer schweren Knieverletzung samt Kreuzbandriss gegeben. Seither kämpfte der ÖFB-Star immer wieder mit muskulären Problemen in seinem linken Bein. Einer Adduktorenverletzung folgte im April ein neuerlich operierter Meniskusriss, bei der Klub-WM im Sommer machte ihm dann eine Wadenverletzung zu schaffen.
"Es war sicherlich keine einfache Zeit - körperlich, aber auch mental", sagte Alaba. Man sei jeden Tag mit Reha beschäftigt. "Und dann geht das Ganze wieder von vorne los - und das über mehrere Monate." Es sei eine Zeit gewesen, die ihn geprägt habe. "Ich glaube, dass im Leben so eine Zeit irgendwo auch dazugehört. Es ist jetzt in einer Phase meiner Karriere passiert, in der ich schon Erfahrung hatte, wo gewisse Dinge ein bisschen einfacher waren, als wenn mir das mit 20 oder 21 passiert wäre. Ich konnte jetzt ganz gut mit gewissen Dingen umgehen."
Match-Einsätze als letzter Schritt
Mittlerweile hätte er seine gesundheitlichen Themen sehr gut im Griff. "Ich habe im Sommer in meinem Urlaub sehr viel gearbeitet, durchgearbeitet eigentlich, um in der Vorbereitung Vollgas geben zu können", erzählte Alaba. Es fehle ihm nicht mehr viel auf 100 Prozent. "Ich habe in den letzten Wochen einen Prozess durchlaufen müssen. Und ich glaube, der war auch nötig, um diese kleinen Dinge loszuwerden, die kleinen Verletzungen, die mit der Adaption kommen." Der nächste Schritt seien Spiele, "um den Prozess dann auch abzuschließen".
Seine Verletzungsmisere hatte Alabas Start unter Alonso nicht gerade erleichtert. Dafür kennt er den Basken aus der gemeinsamen Spielerzeit bei den Bayern. "Er war sehr akribisch, sehr detailorientiert", sagte Alaba über den früheren Mittelfeldmann, mit Spanien zweimal Europa- und 2010 Weltmeister. Ab und zu komme noch der Spieler durch. "Aber er hat auch schon seine Stationen als Trainer hinter sich. Er hat schon seine Philosophie, möchte seine Handschrift auf den Platz bringen und übertragen. Ich nehme ihn da sehr positiv wahr."
Lies auch: Alaba lobt Qualität, Potenzial und Breite des besten ÖFB-Teams aller Zeiten