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Alarmstimmung in Chemnitz: "Müssen uns hinterfragen, was wir hier machen"

kicker

Vier der sechs Ligaspiele bestritt die Mannschaft von Trainer Benjamin Duda bislang vor heimischer Kulisse. Auf sie wartet nach dem Landespokal-Wochenende ein knackiges Programm: auswärts in Babelsberg, Erfurt und Jena, daheim gegen Spitzenreiter Halle.

"Wir wollten mehr, wir haben mehr erwartet", gesteht Sportdirektor Chris Löwe mit Blick auf die Punkte-Ausbeute. Er sieht vielfältige Gründe für den durchwachsenen Start. "Beim 1:2 in Luckenwalde scheitern wir an uns selbst. Dort waren wir die klar bessere Mannschaft, hätten gewinnen müssen. Doch wir waren offensiv und defensiv nicht konsequent genug", erklärt Löwe.

Ähnlich bewertet er die schmerzhafte 2:4-Heimpleite gegen Aufsteiger Magdeburg: "Auch dieses Spiel hätten wir gewinnen können." Am Samstag gegen den zweiten Liga-Neuling BFC Preussen sprang ein glückliches 1:1 heraus. Dejan Bozic rettete in der fünften Minute der Nachspielzeit vom Elfmeterpunkt das Unentschieden. Löwe: "Auch in dieser Partie hat uns vorn und hinten die letzte Überzeugung gefehlt. Es war deutlich mehr drin. Ich denke, nach sechs Spieltagen hätten wir zehn Punkte haben müssen."

Kein Mut, kein Selbstvertrauen

Bozic, der gegen den BFC die Kapitänsbinde trug, schlug nach dem 1:1 Alarm. "Wir müssen uns hinterfragen, was aktuell Phase ist, was wir hier machen, warum wir keinen Mut haben, kein Selbstvertrauen, um die Dinge zu lösen, sondern die Verantwortung immer weiterschieben", polterte der Torjäger.

Löwe will der Mannschaft Willen und Laufbereitschaft nicht absprechen. Der ehemalige Bundesligaprofi sieht eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. "Die Spieler und ihre Berater formulieren ihre Ansprüche. Doch das, was sie dann auf dem Platz zeigen, wird diesem Anspruch nicht gerecht. Da trennt sich schnell der Spreu vom Weizen", betont der 36-Jährige.

Er sah in der Englischen Woche, die die Chemnitzer mit zwei Niederlagen und einem Unentschieden beendeten, zu viele Spieler, die nicht ihr Leistungsmaximum erreicht haben: "Das heißt nicht, dass sie nicht wollten. Doch es werden einfach zu oft die falschen Entscheidungen getroffen."

Zickert fehlt als Leitwolf

Schwer wiegt der Ausfall von Robert Zickert, der die Vorbereitung verpasste und inzwischen seinen Abschied vom Leistungssport bekanntgegeben hat. Der Routinier fehlt als Leitwolf und Führungsspieler, als Stabilisator in der Abwehrzentrale. Sieben Gegentore kassierte der CFC in der englischen Woche. In der vergangenen Saison beendeten die Sachsen 16 der 34 Spiele ohne Gegentor. Gegen den BFC Preussen fehlten mit Tom Baumgart, Niclas Erlbeck, Tobias Müller und Domenico Alberico vier Stammkräfte. "Diese Ausfälle können wir nicht kompensieren. Dafür ist unser Kader zu dünn", erklärt Löwe.

Bei aller Enttäuschung über das bisherige Abschneiden, verweist der Sportdirektor auf einen nicht unwichtigen Aspekt: "Wir müssen einfach so realistisch sein und uns eingestehen, dass wir mit den Topteams der Liga nicht mithalten können. Diese finanziellen Rahmenbedingungen haben wir nicht. Wir können uns diese Kaderbreite wie Lok Leipzig oder Halle nicht leisten." Zusätzliche Transfers schließt Löwe aus: "Diese Notwendigkeit sehe ich aktuell nicht. Unsere vier Ausfälle kommen in relativ kurzer Zeit zurück."