Es knirscht am Tivoli. Vier Punkte aus fünf Spielen standen vor der Partie am Dienstagabend gegen Verl zu Buche. Im Spiel kamen dann schlussendlich keine weiteren hinzu - trotz eines erneut überlegenen Auftritts verlor die Mannschaft von Benedetto Muzzicato. Ein Muster, das sich in dieser Saison immer wieder wiederholt. Gepaart mit einem akuten Personalmangel an den ersten Spieltagen, der es dem Trainer nicht einmal ermöglichte, alle Wechsel auszufüllen, steht nun ein enttäuschender Start in die neue Spielzeit - die Partie gegen Verl war dafür wieder ein Paradebeispiel.
Muzzicato: Aachens Punkteausbeute "einfach zu wenig"
"Es ist gerade eine sehr schwierige Phase, weil wir eine sehr gute Leistung zeigen, uns aber nicht belohnen", monierte der Aachener Coach Muzzicato nach der Partie am Mikrofon von MagentaSport. "Am Ende hat Verl uns sehr viel abverlangt". Man sehe klar, dass bei den Gegnern "richtig etwas zusammengewachsen" sei. "Kein böses Wort meinen Spielern gegenüber, am Ende ist es aber bei sechs Spieltagen und vier Niederlagen einfach zu wenig von uns allen."
Und diese Niederlagen schmerzten. Nach einem Unentschieden am ersten Spieltag an der Bremer Brücke unterlag Aachen der Zweitvertretung von Hoffenheim bei einem desaströsen Defensivauftritt mit 2:4. Gegen 1860 München kämpfte die Mannschaft vom Tivoli in Unterzahl und kassierte in den Schlussminuten einen Doppelschlag. Drei Wochen später ereilte die Alemannia ähnliches Schicksal, als sie nach nur 22 Minuten erneut nur noch zu zehnt agieren mussten, da Joel da Silva Kiala mit glatt Rot vom Platz flog. Mit einem Mann weniger lief diesmal wenig zusammen, die nächste Niederlage stand. Und nun die Pleite gegen Verl, die deutliche Überlegenheit blieb ungenutzt. Zumindest holte Muzzicatos Mannschaft zwischenzeitlich einen 3:2-Erfolg in Essen.
Lob für Wriedt
"Wir haben viel vom Spiel gehabt, gerade in der zweiten Halbzeit", so der 46-jährige Übungsleiter weiter. "Ich glaube, dass der Wechsel mit Otschi (Kwasi Okyere Wriedt, Anm. d. Red.) auch richtig war, um dann auch noch mal eine andere Präsenz zu haben, aber wir belohnen uns wieder nicht." Der Stürmer kam in der 68. Minute, verlieh dem Spiel in der Offensive eine körperliche Komponente und legte auch den zwischenzeitlichen Ausgleich vor.
"Vielleicht brauchen wir in dieser Phase auch etwas mehr Erfahrung auf der Position. Auch wie er die Bälle mit dem Rücken zum gegnerischen Tor hält, das macht er schon sehr sehr gut." Immerhin ein Lichtblick in einer schweren sportlichen Zeit am Tivoli.