"Natürlich habe ich sofort auf diesen Termin geschaut", sagt der 31-Jährige. "Es ist für mich ein besonderes Spiel, auch wenn es nur um drei Punkte geht." Immerhin ist es für Nietfeld das erstmalige Aufeinandertreffen mit seinem Ex-Verein Hallescher FC, für den er zwischen 2019 und 2025 auflief. Seit dieser Saison trägt Nietfeld aber das Trikot von Ligakonkurrent VSG Altglienicke. "Es gab die Saison hin und wieder mal Kontakt mit einigen ehemaligen Mitspielern. Ich werde jetzt aber niemanden ausfragen, um letzte Informationen zu bekommen. Da sind wir alle Profis genug", so der VSG-Fußballer.
Doch die Verbindung von Nietfeld zur Mannschaft aus Sachsen-Anhalt und deren Fans ist klar: In seinen 187 Partien (3. Liga, Regionalliga Nordost, DFB-Pokal) in den sechs Jahren für den HFC erzielte der gebürtige Mindener 21 Tore, spielte dort zumeist im Mittelfeld oder der Abwehr - trug zudem zeitweilig die Kapitänsbinde. Doch jetzt, im Trikot der VSG, steht der 31-Jährige wieder als klarer Offensivspieler auf dem Platz und verfolgt Ziele: "Ich will weiter konstant performen und meine Tore machen - auch gegen Halle."
Nach seinem Wechsel von der Saale an die Spree im vergangenen Sommer erzielte der 1,86 Meter große Fußballer in elf Ligaspielen bereits neun Treffer. Besonders auffällig: Immer, wenn der Angreifer mit der Rückennummer 10 für die VSG trifft, gewinnt das Team auch. Doch zuletzt lief es holprig für die Hauptstädter. In den vergangenen zwei Ligaspielen gegen den BFC Dynamo (0:0) und Chemie Leipzig (0:3) blieb der Tabellenfünfte ohne Tor und Sieg. "Wir haben das Chemie-Spiel ausgewertet. Es war das wirklich einzig schlechte Spiel von uns in der Saison. Es ist wichtig, wie wir jetzt auf das Spiel reagieren", erklärt Nietfeld.
Sowohl die VSG als auch der HFC haben derzeit 22 Punkte auf dem Konto, liegen sechs Zähler hinter Spitzenreiter Lok Leipzig. Es heißt also verlieren verboten - für beide Teams. Zuletzt kehrte die VSG jedoch in die Siegesspur zurück, gewann in der dritten Runde des Landespokals gegen den Berlinligisten Türkspor mit 3:0 und tankte Selbstvertrauen. "Beide Mannschaften werden auf Sieg spielen, um weiter in Schlagdistanz zur Spitze zu bleiben", prognostiziert Nietfeld. In der Vorsaison konnte der HFC beide Partien (1:0, 2:1) für sich entscheiden.
Besondere Unterstützung
Das Kapitel Halle endete für Nietfeld im vergangenen Sommer nicht ohne Schwierigkeiten. Lange Zeit hoffte er auf eine Vertragsverlängerung beim Ex-Drittligisten, die kam aber nicht zustande. Doch der Wechsel zur VSG erwies sich schnell als Glücksgriff - für Spieler und Verein. Nietfeld unterschrieb einen Zweijahresvertrag und wurde auf Anhieb zum Erfolgsgaranten für das ambitionierte Team aus der Hauptstadt. "Ich wusste, dass es hier eine schlagkräftige Mannschaft und klare Ziele gibt", sagt der 31-Jährige, der mit seiner Torausbeute von Anfang an Akzente für die neue Mannschaft setzte.
Sollte er am Samstag in der Fürstenwalder Spree-Arena, wo die VSG diese Serie ihre Heimspiele austrägt, treffen, wird er allerdings Zurückhaltung walten lassen, wie er einst im kicker-Interview sagte: "Ich werde sicher nicht ausschweifend Richtung Gästefanblock jubeln. Aber das heißt nicht, dass ich mich über ein Tor nicht freuen würde." Als zusätzlicher Motivationsschub wird seine Frau am Spielfeldrand bei der Partie des 12. Spieltages dabei sein. "Das ist für mich eine zusätzliche Unterstützung in der besonderen Woche. Es ist cool, dass sie dabei ist", sagt der VSG-Stürmer.