Zwei Traditionsklubs trafen sich zum Krisenduell in Aue, zumindest die Veilchen und auch der zuvor in die Kritik geratene Trainer Jens Härtel können nach dem 2:0 gegen 1860 etwas aufatmen. Die Serie von vier Niederlagen mit 3:12 Toren ist zu Ende. Weil wir das "Glück hatten, dass uns in den letzten Wochen gefehlt hat", kommentierte Härtel. Und traf dabei den Nagel nach dem keineswegs unverdienten Dreier auf den Kopf.
Matchglück, dass den Gästen aus München abging. Die zeigten auf dem Rasen durchaus eine Reaktion auf das desaströse 1:5 gegen Neuling Hoffenheim II zum Wiesn-Auftakt. "Wir geben alles, was wir haben", hatte Glöckner, wie Härtel vor der Partie stark angezählt, vor dem Spiel bei MagentaSport versprochen, schließlich ist es "am Ende ein Ergebnissport". Sein Team gab alles, auch wenn die Zweikampfquote für die Heimelf sprach. Sein Team ging aber wieder als Verlierer vom Platz.
"Für mich ein reguläres Tor"
Vor allem das nicht gegebene Tor von Kevin Volland nach fünf Minuten beschäftige Glöckner im Anschluss an die Partie. "Ich sehe jetzt da kein Foul", kommentierte der 1860-Trainer die Szene, nachdem er sie sich auf dem Bildschirm nochmal angeschaut hatte. "Für mich ein reguläres Tor". Als dann auch noch Florian Niederlechners Versuch nur am Innenpfosten landete (19.) und Marvin Stefaniak im Gegenzug mit dem 1:0 die gute Löwen-Anfangsphase jäh unterbrach, war die Heimelf am Zug.
"In der Phase war Aue stärker", konstatierte Glöckner, der in der Pause wohl die richtigen Worte gefunden hatte. Bei Marvin Rittmüllers Pfostenschuss (53.) und Thore Jacobsens Versuch, den Eric Uhlmann noch von der Linie kratzte (70.), lag der Ausgleich in der Luft. "Wir hatten die Spielanteile auf unserer Seite", meinte Glöckner. "Dann kriegst du durch einen Standard das 0:2 - und dann guckst du in die Röhre. Das Glück war heute nicht auf unserer Seite."
Nach der dritten Niederlage in Folge wird die Kritik an Glöckner nicht verstummen. "Wir haben jetzt keine Ergebniskrise. Für uns passt die Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt nicht", hatte 1860-Geschäftsführer Dr. Christian Werner vor der Partie erklärt. Die Ergebniskrise ist jetzt jedoch da - allerdings nach einem durchaus ordentlichen, aber glücklosen Auftritt der Löwen.
Glöckner, dem in gewissen Momenten "auch ein gewisser Spielwitz ein bisschen" fehlte, sieht die Sechziger weiter auf einem guten Weg. Der Kritik "muss ich mich stellen, das ist mein Job", erklärte der Coach, der sich zusammen mit der Mannschaft "ein dickes Fell" dagegen aufbauen will. Dann wird er "schauen, was die Tage passiert".