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"Auch junge Spieler dürfen Tore schießen": Bei St. Paulis U 23 hakt es noch

kicker

Der Fehlstart ist perfekt! Der Saisonstart der U 23 des FC St. Pauli ging mal so richtig in die Ho(o)se: In den ersten sechs Partien holte der Bundesliga-Nachwuchs lediglich einen Punkt, kassierte gegen Drochtersen (0:5) und Jeddeloh (1:7) richtige Klatschen und insgesamt 18 Gegentore. Resultat: Rang 18 - inklusive der Roten Laterne der Regionalliga.

Aber keine Panik: Mit Rotlicht kennt man sich schließlich auf dem Kiez aus. Und so bleibt auch der Sportliche Leiter Carsten Rothenbach ruhig: "Natürlich dürfen wir die Situation nicht unterschätzen, aber wir wissen, was in der Mannschaft steckt und sind überzeugt, dass sie das Minimalziel Klassenerhalt erreichen kann."

Gesamtkonzept wurde geändert

Schließlich wurden vielleicht ein paar Punkte mehr erhofft, aber nicht wirklich erwartet. Denn der übliche, sommerliche Umbruch im Spielerkader fiel üppig aus - diesmal wurde aber auch das Gesamtkonzept geändert: Bislang wurden immer zwei Säulen eingebaut, die älter als 23 Jahre waren. Ein Konzept, das in Nachwuchsteams deutschlandweit diskutiert wird. Nachbar HSV verzichtet darauf, weil ältere Akteure Spielzeit für die Talente blockieren, Werder Bremen setzt darauf, weil die (gar nicht mal so alten) Oldies besonders im Training Akzente setzen und Hilfe anbieten.

Auch wenn die sportliche Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt: Mit Julian Ulbricht (nach Meppen) und Johann von Knebel (Dassendorf) verzichtete St. Pauli auf viel Erfahrung und zwölf Tore der vergangenen Saison. Auch Theo Schröder (acht Tore - jetzt Kickers Emden) und der herausragende Abwehrrecke Emil Staugaard (drei Treffer) verlängerten ihre Verträge nicht. "Es wäre mir zu einfach, den Tabellenstand auf das Fehlen älterer Spieler zu schieben", sagt Rothenbach, "auch junge Spieler dürfen Tore schießen, und davon haben wir einige mit viel Potenzial im Kader."

Aufwärtstrend erkennbar

Der ehemalige Profi musste im Sommer zwölf Spieler verabschieden und holte elf neue mit einem Durchschnittsalter von 19,7 Jahren. Aus ihnen und dem verbliebenen Kader muss Trainer Benny Hoose nun eine Einheit schaffen. "Wir müssen und wollen schnellstmöglich Fehler abstellen und ins Punkten kommen", sagt der 36-Jährige. So wurde zuletzt speziell am Defensivverhalten gearbeitet, wodurch in der Englischen Woche ein Aufwärtstrend erkennbar wurde.

Auch wenn sich dieser in der Tabelle noch nicht auszahlt, stellt Rothenbach klar: "Wir sind von jedem einzelnen Spieler überzeugt. Die Qualität und das Potenzial sind da, nun geht es darum, dieses auch in der Regionalliga und nicht nur im Training auf den Platz zu bringen." Schließlich sind viele Akteure davon überzeugt, dass sie auch höher spielen könnten, auch wenn der Abstand zu den Profis durch deren Aufstieg und den Klassenerhalt deutlich größer geworden ist.

Immerhin stand zuletzt im Bundesligaderby beim HSV in Nick Schmidt (17) eine Nachwuchskraft im Kader. Auch daran lässt sich die Arbeit bei der U 23 messen - auch wenn Punkte momentan lieber genommen werden. Die nächste Chance dazu besteht bereits am Sonntag im "Platz-Derby" gegen Eintracht Norderstedt, gegen die die Profis jüngst im DFB-Pokal ins Elfmeterschießen mussten.