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Aufregende Tage in Steyr: EM und Neustart der Vorwärts

kicker

Während es bei den "Special Needs"-Teams hierzulande bereits Strukturen gibt und Dienstag im Allianz Stadion (bei freiem Eintritt, ab 17 Uhr) das 3. Wiener Derby zwischen Rapid und Austria steigt, hat von den österreichischen Traditionsklubs lediglich Vorwärts Steyr ein Team mit psychosozialem Inklusionsbedarf.

Jenes darf vom 23. bis 26. Juni mit rund 20 Teams aus England, Deutschland, Niederlande, Island, Slowakei, Tschechien, Tirol, Burgenland und Oberösterreich in Steyr um den offiziellen EM-Titel der "European Association for Sport and Inclusion" spielen. Die LIWEST Arena an der Volksstraße soll zur Bühne für Begegnung, Würde, Gemeinschaft und Lebensfreude werden, und Menschen, die oftmals übersehen werden, sichtbar machen.

Laut WHO sterben jährlich rund 700.000 Menschen an Suizid. "Schneller als uns lieb ist, können wir mit Herausforderungen konfrontiert werden, die uns aus der Bahn werfen", weiß Vorwärts-Präsident Dr. Markus Knasmüller, Geschäftsführer vom Software-Hersteller BMD.

"Wir sind sehr stolz, dass dieses Turnier bei uns stattfindet", sagt der General Manager der Vorwärts, Andreas Blumauer, im Gespräch mit dem kicker. Die Organisation liege bei Kooperationspartner "pro Mente OÖ" in "den besten Händen".

„Die Vorwärts verfügt über ein wahnsinniges Potenzial.“ (General Manager Andreas Blumauer)

Blumauer, der den SKN St. Pölten 2016 ebenfalls als General Manager (mit Trainer Karl Daxbacher und Sportdirektor Frenkie Schinkels) mit Punkterekord in die Bundesliga führte, hat mit seiner Fahrstuhlmannschaft genug zu tun. Vorwärts, Ende der 80er bis Mitte der 90er-Jahre in der Bundesliga, zuletzt von 2018 bis 2023 Zweitligist, schlug gerade erst wieder in der Landesliga auf.

Blumauer, seit Februar im Amt, ist jedoch keineswegs niedergeschlagen. Im Gegenteil! "Die Vorwärts verfügt über wahnsinniges Potenzial. Dieser Klub ist eine Marke und hat nach wie vor eine große Schar Fans hinter sich. Aber es wurde in den letzten Jahren zuviel versprochen, was dann nicht gehalten wurde", weiß Blumauer.

Neue Strukturen und erste Signale

Es gelte, vor allem das Vertrauen der Fans und der regionalen Wirtschaft wieder herzustellen und einen Schritt nach dem anderen zu setzen, neue Strukturen zu schaffen. Ein bisschen werde man sich am LASK und St. Pölten orientieren, wo Blumauer das System der "Strategischen Partner" einführte, in dem bis zu 25 Mitglieder aus Wirtschaft und Politik für diverse Benefits regelmäßig einzahlten. "Wobei wir sehr darauf achten müssen, dass Vorwärts vielmehr ein Fan-Verein ist als St. Pölten", hält er fest.

Mit seiner ursprünglich anvisierten Drei-Tage-Woche komme er momentan freilich "nicht ganz aus", lacht Blumauer. Die ersten Signale am Personalsektor haben Blumauer und Sportdirektor Gerald Perzy bereits gesetzt. Taner Ari, der sehr stark verwurzelt ist in Steyr, wurde vom Co-Trainer zum Chef-Trainer befördert. Und Bernhard Staudinger, der von 2018 bis 2023 für Vorwärts 46 Mal in der 2. Liga das Tor hütete, ist die neue Nummer 1. Am 25. Juni ist Trainingsstart.