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"Aufstiegsexperte" Brasnic soll jungen Talenten bei Wegberg-Beeck Halt geben

kicker

Friedel Henßen bringt es auf den Punkt: "Viele Klubs haben die Regionalliga erreicht und sind danach abgestürzt - wir haben immer mit Vernunft und Realismus gearbeitet." Der 53-Jährige war fast zwei Jahrzehnte lang das sportliche Gesicht des FC Wegberg-Beeck, prägte die sogenannten "Fahrstuhljahre" zwischen Mittelrheinliga und Regionalliga als Trainer und zuletzt als Sportlicher Leiter entscheidend mit. "Mit dem Begriff kann ich gut leben", verrät Henßen mit einem Schmunzeln.

Nach seinem Abschied 2024 und seiner Zeit als Trainer des Bezirksligisten Grün-Weiß Welldorf-Güsten kehrt er in diesem Sommer als Sportlicher Leiter zurück und übernimmt die Nachfolge von Stephan Houben. "Es gab keinen Streit", betont er. "Wir waren einfach nicht mehr auf einer Wellenlänge. Irgendwann fehlte die Leidenschaft - jetzt ist sie wieder da." Der Austausch mit Hauptsponsor und Geschäftsführer Werner Tellers sei auch in dieser Zeit rege gewesen.

Schmalenberg bleibt Cheftrainer

Auf dem Trainerstuhl setzt der Klub auf Stabilität. Mike Schmalenberg übernahm in der Rückrunde der Regionalligasaison 2023/24 das Team zusammen mit Stephan Houben. Nachdem Houbens Aufgaben sich in der vergangenen Saison auf die sportliche Leitung verlagerten, war Schmalenberg alleiniger Chefcoach. Der 39-Jährige kennt den Klub in- und auswendig: Seit 2020 war er Übungsleiter der U 19 und später Co-Trainer.

Mit Blick auf den neuen Kader setzten die Verantwortlichen bewusst auf die Balance zwischen Entwicklungspotenzial und Erfahrung. Der prominenteste Neuzugang ist Marc Brasnic, der in den vergangenen Jahren gleich dreimal den Aufstieg schaffte - mit dem 1. FC Düren, Alemannia Aachen und zuletzt dem Bonner SC. Henßen hebt vor allem seine Spielintelligenz hervor: "Er weiß genau, wo sich Räume öffnen und wo er stehen muss."

Brasnic soll insbesondere jungen Spielern wie David Arize (20) Orientierung geben. Arize, zuletzt beim FC Riga II in Lettland aktiv, kam in der Spielzeit 2024/25 auf sieben Einsätze, erzielte ein Tor und stand seit Mitte Oktober nicht mehr auf dem Platz. Zuvor durchlief er die Jugendabteilung von Borussia Mönchengladbach, wo er in der U-17- und U.19-Bundesliga mit 25 Toren in 45 Spielen sein Talent andeutete.

Gute Kontakte nach Aachen

In der Defensive setzt Wegberg-Beeck gezielt auf technisch versierte, junge Talente aus Nachwuchsleistungszentren: Elias Khadraoui (19) kommt aus der U 19 von Borussia Mönchengladbach und soll sich behutsam weiterentwickeln. Luan Braun (18) stieß von Alemannia Aachens U 19 zum Team. "Wir haben gute Kontakte nach Aachen und tauschen uns mit den Verantwortlichen über die Perspektiven von Spielern aus", betont Henßen.

Bei guter Entwicklung könnten Khadraoui und Braun einen ähnlichen Karriereweg einschlagen wie Leo Mirgartz, der ebenfalls aus der Aachener U 19 kam und mittlerweile bei Fortuna Düsseldorfs U 23 spielt. "Wenn solche Jungs zu uns kommen, sich bei uns gut entwickeln und dann den nächsten Schritt machen, dann macht uns das schon ein bisschen stolz", freut sich Henßen.

Peer Winkens zählt da schon zu den vergleichsweise erfahrenen Neuzugängen. Der 24-Jährige kommt von Union Nettetal und soll für Stabilität sorgen: Gemeinsam mit seinem Bruder Hauke Winkens (eigene U 19) komplettiert er das Mittelfeld. Zudem wird Rückkehrer Yannik Hasenbein (kommt vom SV Bergisch Gladbach 09) den Konkurrenzkampf im Tor ankurbeln.

Mit Henßens Rückkehr beginnt eine strategische Neuausrichtung: "Letztes Jahr war klar: Wir brauchen Luft zum Atmen, einen echten Schnitt - mental und sportlich." Nun formuliert er ein klares Ziel: "Unser Anspruch ist es, am Ende der Saison ganz oben in der Mittelrheinliga zu stehen." Dabei bleibt er realistisch: "Anspruch und Wirklichkeit müssen immer zusammenpassen. Schließlich wollen auch andere Vereine aufsteigen."