Während der Länderspielpause in der Regionalliga West bekamen die Spieler des 1. FC Bocholt nach der bitteren Heimniederlage gegen den Wuppertaler SV (1:3) von Teamchef Christopher Schorch (36) einige Tage frei, um die Köpfe freizubekommen. Offenbar mit Erfolg. Am Dienstag zogen die Westmünsterländer im Niederrheinpokal beim Ligakonkurrenten SSVg Velbert (2:0) in das Viertelfinale ein und sind damit nur noch drei Schritte von der ersten Teilnahme am DFB-Pokal seit 32 Jahren (Saison 1993/94) entfernt.
Schorch hakte die Partie beim Schlusslicht, nur knapp drei Wochen nach dem Ligaduell zwischen beiden Teams (2:1 für Bocholt, ebenfalls in Velbert), schnell ab. "Es war kein schönes Spiel von uns", so der Ex-Profi. "Entscheidend ist, dass wir weitergekommen sind, obwohl es im Pokal immer wieder Überraschungen gibt." Inzwischen ist sein Blick längst wieder auf die Meisterschaft gerichtet. Dort wollen die achtplatzierten Bocholter möglichst bald Anschluss an die Spitzengruppe finden. Der nächste Schritt soll am Samstag, 14 Uhr, beim SV Rödinghausen erfolgen.
Schnelle Abreise aus der Slowakei
Keine Pause gab es für Stammtorhüter Lucas Fox, dessen Terminkalender prall gefüllt war. Der 25-Jährige stand erneut im Kader der A-Nationalmannschaft von Luxemburg, wurde von Nationaltrainer Jeff Strasser (51) für die beiden Länderspiele im Rahmen der WM-Qualifikation in Sinsheim gegen Deutschland (0:4) und in der Slowakei (0:2) nominiert. Nach den Auftritten auf internationaler Ebene, die Bocholts Nummer 1 jedoch nur von der Auswechselbank verfolgte, ging es für Fox sofort Richtung Flughafen, um im Achtelfinale des Niederrheinpokals in Velbert, keine 21 Stunden nach dem Abpfiff im slowakischen Trnava, schon wieder für seinen Klub zwischen den Pfosten zu stehen.
"Für seine Persönlichkeitsentwicklung sind solche Nominierungen extrem wichtig. Wir würden uns alle für ihn freuen, wenn er bald zu seinem Länderspieldebüt kommt", sagt FCB-Teamchef Schorch im Gespräch mit dem kicker. Vielleicht klappt es für den 1,93 Meter großen Schlussmann im Rückspiel gegen Deutschland (Freitag, 14. November, 20.45 Uhr) im Stadion Stade de Luxembourg. In Velbert jedenfalls hielt Fox seinen Kasten sauber, was ihm in der Liga erst dreimal und vor allem zuletzt am 5. Spieltag in Paderborn (0:0) gelungen war. "Ich bin sehr froh darüber, dass wir endlich mal wieder zu Null gespielt und vieles wegverteidigt haben", urteilte denn auch der frühere Abwehrspieler Schorch.
Im Spiel beim SV Rödinghausen, der bislang ebenfalls hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist und nur dank des 3:2-Auswärtssieges beim jüngsten Bocholter Gegner SSVg Velbert über dem Strich rangiert, soll seine Mannschaft daran anknüpfen und möglichst auch die Defizite in der Offensive überwinden. "In einigen Spielen haben uns die Zielstrebigkeit und die Gier vor dem gegnerischen Tor gefehlt", beklagt Schorch vor allem die zahlreichen Unentschieden, die bislang eine bessere Punktausbeute verhindert haben. "Beim 1:1 bei Fortuna Köln hatten wir beispielsweise drei sehr gute Umschaltmomente, die wir nicht nutzen konnten. Gegen den Bonner SC laufen wir in Überzahl auf das Tor des Gegners zu, kommen aber nicht zum Abschluss und mussten uns ebenfalls mit einem 1:1 begnügen. Da haben wir einige Zähler liegen lassen."
„Die Jungs müssen sich hinterfragen und mehr für das Team investieren.“ (Christopher Schorch über die Bocholter Führungsspieler)
Um noch besser in die Spur zu kommen, sieht Schorch vor allem die Führungsspieler gefordert und in der Pflicht. "Die Jungs müssen sich hinterfragen und mehr für das Team investieren", fordert er. "Ich will eine Reaktion sehen, erwarte in Rödinghausen eine hohe Laufbereitschaft mit und gegen den Ball, damit wir unsere Stärken auf dem Platz zur Geltung bringen können."
Der Einsatz von Mittelfeldspieler Maximilian Jansen (32/nach Muskelfaserriss) ist fraglich. Angreifer Thomas Gösweiner (30) macht nach seinem Achillessehnenriss große Fortschritte, kommt für einen Einsatz aber noch nichtinfragee. Auch Torhüter Paul Grave (24) muss sich nach einem Meniskusriss weiter gedulden.