Der Kader von Eintracht Trier ist ein gutes Abbild der Begebenheiten, die in der Regionalliga Südwest als Spielklasse an der Schwelle zum Profi-Tum herrschen. Schüler, Studenten, Azubis, Angestellte und Vollprofis - das Aufgebot der Moselaner hält alles parat.
Einer, der ein richtig straffes Alltags-Programm zu meistern hat, ist Sven König. Er kombiniert einen Finanz-Job im benachbarten Luxemburg mit ambitioniertem Fußball. Dass Stress nicht leistungsmindernd ist, belegt der 29-jährige Mittelfeldakteur als ein Fixpunkt im Offensivspiel der Trierer. Zuletzt gelangen ihm beim 3:0-Heimsieg gegen Alzenau erstmals seit knapp vier Jahren mal wieder drei Tore in einem Spiel. Gegen den Aufsteiger passte bei König alles, eine Woche zuvor beim 2:2 in Großaspach war er dagegen trotz guter Gelegenheiten torlos geblieben.
Fürs gesamte Team gilt: Mängel in der Chancenverwertung sowie eine zuweilen fehlende Konsequenz beim Verteidigen des eigenen Tors haben der Eintracht eine noch bessere Startbilanz in die neue Saison verhagelt. Die Statistiken nämlich sprechen eine eindeutige Sprache. Sowohl bei den Torabschlüssen als auch in der Bilanz der zugelassenen Chancen des Gegners ist Trier momentan Ligaspitze. Die Eintracht kurbelt viel an und lässt wenig zu - da erscheint die bisherige Ausbeute von acht Punkten aus sechs Partien ausbaufähig.
"Es macht mich stolz, dass wir mannschaftstaktisch vieles richtig machen. Nun müssen wir dahin kommen, Aufwand und Ertrag in ein besseres Verhältnis zu setzen", erklärt Eintracht-Trainer Thomas Klasen, dessen Team auch bei den geschlagenen Flanken ligaweit nach dem 6. Spieltag vorn liegt.
In puncto Effizienz ist der kommende Gegner FSV Frankfurt den Trierern aktuell voraus. Die Hessen haben zwar einen Treffer weniger als Trier erzielt, aber auch vier Tore weniger kassiert. Mit 13 Zählern haben sie fünf Punkte mehr auf dem Konto.
Tekerci und Wähling: Hochkarätige Puzzleteile
Angesichts der personellen Voraussetzungen sind der Eintracht in den nächsten Wochen derweil weitere Entwicklungsschritte zuzutrauen. Mit der Hinzunahme von Offensiv-Allrounder Sinan Tekerci (zuvor Stuttgarter Kickers) und Mittelfeld-Mann Christopher Wähling (bis Sommer TSV Steinbach Haiger) wurden dem Kader am letzten Tag des Sommer-Transferfensters noch zwei hochkarätige Puzzleteile hinzugefügt. "Beide sorgen für noch mehr Flexibilität sowie Qualität im Aufgebot und erhöhen unsere Handlungsmöglichkeiten. Wir haben einen guten Konkurrenzkampf und können taktisch sowie personell in den Spielen auf alle Eventualitäten reagieren", zeigt sich Klasen sehr zufrieden.
Und eine insgesamt höhere Trainingsqualität macht auch bereits gute Spieler noch besser. Wie zum Beispiel König, dem Coach Klasen weitere Fortschritte attestiert: "Er hat eine bessere Entscheidungsvielfalt im letzten Drittel und die Wichtigkeit von defensiven Umschaltmomenten sehr gut verinnerlicht. Er ist für uns ein absoluter Unterschiedsspieler. Und das Schöne ist: Sein Limit hat er noch nicht erreicht."