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Banzuzi: Einer wie Moriba - aber einer mit Zukunft

kicker

Aus Leipzigs Trainingslager in Donaueschingen berichtet Oliver Hartmann

Trotz des Dauerregens in Donaueschingen zeigte sich Ezechiel Banzuzi am Montag bester Laune, was wenig verwunderlich war angesichts der Tatsache, dass die vorausgegangene Trainingseinheit gleich in doppelter Hinsicht Erfolgserlebnisse für den Niederländer beschert hatte.

Beim Turnier von vier Mannschaften mit jeweils acht Spielern durfte er sich am Ende mit Xaver Schlager, Ridle Baku, Lukas Klostermann, Timo Werner, Yan Diamonde, Amadou Haidara und Keeper Leopold Zingerle fürs Siegerfoto aufstellen. Und beim abschließenden Torschusstraining hämmerte der Mittelfeldspieler die Bälle derart präzise, scharf und vor allem konstant ins Netz, dass sie ihm in den RB-Netzwerken schon das Etikett BAM-zuzi aufgestempelt haben.

"Ich bin sehr glücklich, hier zu sein. Es ist ein guter Verein, um sich weiterzuentwickeln. Ich bin super gespannt auf die neue Saison und darauf, wo wir am Ende stehen", gab der 20-Jährige danach bei seiner Vorstellung in kleiner Medienrunde die für einen Neuzugang typischen Sätze zu Protokoll.

Bereits Anfang April hatte Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer die rund 16 Millionen Euro Ablöse teure Verpflichtung vom belgischen Erstligisten Oud-Heverlee Leuven eingetütet und sich da gegen zahlreiche Konkurrenten, unter anderem Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart durchgesetzt. "Leipzig ist ein Verein , der junge Spieler fördert, und man setzt großes Vertrauen in mich . Das hat mir bei meiner Entscheidung sehr geholfen", sagte er nun über seine Beweggründe und betonte: "Ich bin sehr froh, dass ich mich so entschieden habe."

Dass er trotz seiner erst 20 Jahre das Zeug zur Soforthilfe hat, stellte Banzuzi am Samstag beim Test gegen den FC Toulouse nicht nur wegen seines Treffers zum 7:0-Endstand unter Beweis. "Er ist ein klassischer Box-to-Box-Spieler, schnell, physisch und technisch stark", beschreibt Schäfer den 1,91 Meter großen Athleten, der wahlweise als Achter im fortan von Cheftrainer Ole Werner priorisierten 4-3-3-System oder als zweiter Sechser in einem 4-2-3-1 zum Zug kommen kann. "Ich bin eher der Achter-Typ , weil ich dynamischer bin", benannte Banzuzi seine Vorliebe: "Ich bewege mich gerne zwischen den Strafräumen, da ich sehr laufstark bin."

Der Vergleich mit Pogba

Einen Spielertyp wie Banzuzi hatte RB Leipzig nur einmal, als man vor vier Jahren den damals 18-jährigen Ilaix Moriba vom FC Barcelona und rund 16 Millionen Euro Ablöse investierte. Der Nationalspieler Guineas faste jedoch nie Fuß in Leipzig, kam insgesamt auf lediglich sechs Pflichtspiele für RB und ist seit dem vor vier Wochen beschlossenen Verkauf für sechs Millionen Euro an Celta Vigo endgültig Geschichte in Leipzig. Der mit einem Fünfjahresvertrag ausgestattete Banzuzi, den die Fans bei seinem Ex-Klub den "Leuvener Paul Pogba" nannten, hingegen soll zur Führungsfigur und zum Taktgeber im Leipziger Mittelfeld reifen.

„Ich möchte mein eigenes Image kreieren.“ (Ezechiel Banzuzi)

"Es ist natürlich ein Kompliment, dass sie mich so sehen", sagte Banzuzi über den Vergleich mit Frankreichs Weltmeister, "aber ich möchte Dinge für mich selbst schaffen und mein eigenes Image kreieren." Das große Vertrauen der Leipziger Entscheider in den niederländischen U21-Auswahlspieler zeigt sich auch darin, dass zwei langjährige RB-Profis und potenzielle Banzuzi-Konkurrenten schon jetzt quasi ausgemustert wurden. Sowohl Amadou Haidara als auch Kevin Kampl wurden von Werner in den Testspielen gegen Meuselwitz und Toulouse nicht in den Kader berufen.