Fehlercode: %{errorCode}

Bastoni nach geglücktem Gattuso-Debüt: "Vielleicht brauchten wir einen Weckruf"

kicker

Bereits seit rund drei Monaten ist Gennaro Gattuso neuer Trainer der Squadra Azzurra. Nun hat der Weltmeister von 2006 auch endlich sein Debüt an der Seitenlinie feiern dürfen. Nach dem misslungenen Auftakt in die WM-Qualifikation (0:3-Pleite gegen Norwegen) unter seinem Vorgänger Luciano Spalletti herrschte auch bereits eine gehörige Portion Druck, weitere Ausrutscher darf sich Italien in den kommenden Spielen nicht erlauben. Das ändert sich auch nicht durch das überzeugende 5:0 gegen Estland beim Gattuso-Debüt, welches im italienischen Fanlager jedoch durchaus Optimismus verbreitete.

Risikoreiches Offensivspiel zahlt sich aus

"Wir müssen den Jungs für ihre Leistung danken", lobte Gattuso seine Schützlinge gegenüber RAI Sport im Anschluss an die Partie. Einziger Kritikpunkt: "Uns hat in der ersten Halbzeit nur ein Tor gefehlt." Zur Halbzeit hatte es trotz jeder Menge Chancen noch 0:0 gestanden, weil Werder-Keeper Karl Hein einige Male stark parierte. Gattuso gab anschließend zu, dass er Sorgen hatte, "dass die Mannschaft nach der Pause bei einem Stand von 0:0 nervös werden würde, aber stattdessen behielt sie ihre Einstellung bei. Die Jungs haben das wirklich gut gemacht."

Nach der Pause spielte sich Italien in einen Rausch, traf durch Moise Kean (58.), Mateo Retegui (69., 89.), Giacomo Raspadori (71.) und Alessandro Bastoni (90.+2) gleich fünfmal. Dabei zahlte sich allen voran der offensive Ansatz aus, den Gattuso bei seiner Aufstellung wählte - auch baute er anstatt der zuletzt praktizierten Dreierkette auf eine Viererkette. "Wir wussten, dass wir einige Risiken eingehen mussten und uns im Konter auf Eins-gegen-Eins-Situationen einlassen mussten, da wir so viele Stürmer auf dem Feld hatten", sagte Gattuso gegenüber Sky Sport Italia.

Das Risiko zahlte sich aus. Vor allem stimmte Gattuso dabei die Mentalität seiner Elf zufrieden. "Jeder weiß, dass ich Mannschaften liebe, die hart kämpfen. Qualität allein reicht nicht aus. Wir brauchen diesen zusätzlichen Schub, diesen zusätzlichen Lauf, dieses zusätzliche Wort an die Mitspieler. Wir müssen in der Lage sein, zu leiden, um ein Ergebnis nach Hause zu bringen." Denn: "Italien war darin Meister, und wir müssen diesen Geist wiederentdecken."

Gattuso scherzhaft: "Habe niemanden geschlagen"

Abwehrchef Bastoni gab schließlich zu, dass genau diese Tugenden vielleicht zuletzt etwas gefehlt haben. "Vielleicht brauchten wir einen Weckruf." Gattuso habe Italien in den letzten Tagen "Entschlossenheit, Kampfgeist und ein paar Ohrfeigen" gegeben. "Tatsache ist, dass wir schon immer Qualität hatten, aber wir müssen sie auch zeigen und auf dem Platz Verantwortung übernehmen", so Bastoni, der lachend anfügte. "Ich hatte Gattuso nie als Teamkollegen, aber ich kann mir vorstellen, wie das war."

Darüber, ob diese Ohrfeigen lediglich metaphorischer Natur waren, herrschte im Anschluss Uneinigkeit - wenn auch auf einer humoristischen Basis. "Er hat uns echte Ohrfeigen gegeben, ich habe eine auf den Nacken bekommen", berichtete etwa Raspadori gegenüber Sky Sport Italia, während Gattuso mit einem Schmunzeln klarstellen wollte, "dass ich niemanden geschlagen habe." So oder so: Die Methoden des 47-Jährigen scheinen gefruchtet zu haben.

Viel Zeit zum Durchatmen hat die Azzurri nun jedoch nicht. Bereits am Montag steht das Spiel gegen Israel an, das dann auf neutralem Boden im ungarischen Debrecen ausgetragen wird. Ein Sieg ist im Grunde auch hier Pflicht, denn in der Tabelle hat Israel - auch aufgrund eines mehr absolvierten Spiels - momentan drei Punkte mehr auf dem Konto als Italien.