Aus dem Trainingslager in Hopfgarten (Tirol) Markt berichtet Michael Ebert
Am 1. Spieltag der Saison 2025/26 wird Stefan Bell 34 Jahre alt. Er ist der älteste Spieler im Kader von Mainz 05 und hat schon einige Rückschläge überstanden. Vor sechs Jahren zog er sich eine Sprunggelenkverletzung zu, die ihn eineinhalb Jahre lang außer Gefecht setzte. Im Januar 2024 wurde bei ihm eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert, die seine Profikarriere gefährdete. Doch Bell kam immer wieder zurück.
"Es war eine ganz spezielle Ausfallzeit. Ich wusste überhaupt nicht, wie ich zurückkomme. Bei normalen Verletzungen kann man auch während der Zwangspause trainieren. Ich durfte monatelang gar nichts machen", erinnert er sich an das erste Halbjahr 2024.
Seit Jahren ist Bell Vegetarier
Die Rückkehr auf den Platz gelang ihm dann ab dem 1. Spieltag der vergangenen Saison "überraschend gut und auch schnell", was auch mit seiner Spielweise zusammenhängen könnte. "Es gibt Spielertypen, die stark über ihre Physis, über ihre Spritzigkeit und Schnelligkeit kommen. Die brauchen dann vielleicht länger nach so einer langen Pause", sinniert Bell.
Das Alter macht ihm nach wie vor keine Probleme: "Eine schlechte Nacht nimmt einen vielleicht ein, zwei Tage länger mit als vor zehn Jahren, aber das sind Kleinigkeiten", sagt er. Was er auch auf die Weiterentwicklung im Fußball zurückführt: "Es werden immer mehr Daten erhoben im Spiel- und Trainingsbetrieb und ausgewertet. Die Nährstoffergänzung ist gezielter geworden. Man bereitet sich länger und individueller vor, bevor man auf den Trainingsplatz oder ins Spiel geht." Seit Jahren ist er Vegetarier.
Noch keine Gedanken ans Karriereende
Vergangenen Mai hat Bell, der 2007 zu Mainz 05 stieß, seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für das Karriereende beantwortet er auch in diesem Sommer so: "Ich gehe in die Saison, wir schauen, wie es läuft - körperlich und sportlich -, und dann sehen wir weiter. Ich fahre ganz entspannt auf Sicht." Wie viele seiner sieben Leben er inzwischen schon aufgebraucht hat, vermag er nicht zu beantworten. "Das kann man immer erst im Nachhinein sagen", bemerkt Bell und lacht.