Als Pokalfee Owen Ansah bereits mit der dritten Kugel Arminia Bielefeld aus der Lostrommel zog, lief so manchem Vertreter der Top-Klubs gewiss der Angstschweiß über den Rücken. Klar, im Pokal, der seine viel besungenen "eigenen Gesetze" hat, darf man ohnehin keinen Gegner unterschätzen. Doch den Vorjahres-Finalisten bereits zum Saisonauftakt aus dem Amateurtopf zugelost zu bekommen, stand wohl bei keinem der Vertreter aus dem Profi-Reigen auf dem Wunschzettel.
Erwischt hat es an diesem Sonntagabend schließlich den SV Werder Bremen, der zum Kreis derer gehört, die die Wucht des "Hexenkessels" der Bielefelder Alm im vergangenen Jahr am eigenen Leib erfahren mussten. Wie Hannover 96, der SC Freiburg, Union Berlin und später auch Titelverteidiger Bayer Leverkusen verloren die Bremer bei der Arminia. "Bielefeld ist sicherlich eines der schwersten Lose, die möglich waren", weiß auch der neue Cheftrainer Horst Steffen, der die Pokal-Niederlage im Vorjahr noch aus der Ferne betrachtet hatte.
"Wir müssen uns gut vorbereiten, um zum Pflichtspielstart im Pokal sofort da zu sein", warnt Leiter Profifußball Peter Niemeyer. "Wir haben in der jüngsten Vergangenheit gesehen, dass ein Auswärtsspiel in Bielefeld ein schweres Los ist." Der Bremer Anspruch sei trotzdem, "als Bundesligist eine Runde weiterzukommen." Das sieht auch Kapitän Marco Friedl so, der im Februar selbst aufgrund einer Innenbandverletzung nicht mitwirken konnte und nun auch aus eigenem Interesse "auf jeden Fall noch eine Rechnung zu begleichen" hat: "Dafür werden wir alles in die Waagschale schmeißen. Wir sind sicherlich trotzdem der Favorit, müssen aber hellwach sein."
Breite Brust in Bielefeld
In Bielefeld blickt man dem Wiedersehen derweil positiv entgegen. Zwar habe man laut Sport-Geschäftsführer Michael Mutzel "einen sehr schweren, aber auch einen total attraktiven" Gegner zugelost bekommen, doch angesichts des jüngsten Pokal-Märchens will man sich nicht verstecken. "Die vielen positiven Eindrücke aus der vergangenen Saison sind noch frisch, auch die aus der Partie gegen Werder", so Mutzel. Trainer Mitch Kniat ergänzte: "Die Energie, die wir zuletzt zusammen entwickelt haben, wollen wir wieder gemeinsam entfachen. Dann ist auch gegen Bremen ein Weiterkommen möglich."