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Böckle: "Aus ihrer Sicht war es für Rapid ein bissl zu wenig"

kicker

Herr Böckle, wie würden Sie auf Ihr Rapid-Jahr zurückblicken?

Ich bin froh, den Schritt gemacht zu haben. Auch wenn am Ende zu wenig Spielzeit herausgeschaut hat, weil Rapid trotzdem eine coole Erfahrung war. Mit dem Stadion, den Fans, ich habe zum ersten Mal Europacup gespielt. Dennoch ist dann vom Verein und von mir die Entscheidung gefallen, etwas Neues machen zu wollen. Und die WSG war der richtige Schritt.

Unter welchen Vorzeichen sind Sie zu Rapid geholt worden, was war der Plan?

Ich bin nicht als Einser gekommen, aber auch nicht als Zweier. Es sollte ein Konkurrenzkampf um die Linksverteidiger-Position sein und ich war bereit, ihn anzunehmen. Aber letztlich hat Jonas Auer den Vorzug bekommen und fast alles gespielt.

Dabei konnten sich Ihre Scorerpunkte in Liga und Cup sehen lassen?

Mit den Spielen in der Conference League waren es fünf Vorlagen in 13 Spielen. Ich glaube, ich habe schon meine Leistung gebracht, aber aus ihrer Sicht war es für Rapid ein bissl zu wenig. Aber ich war immer überzeugt von meiner Qualität.

Angefangen hat’s ja auch mit viel Einsatzzeit…

Ich habe von den ersten vier Runden drei gespielt, aber dann ist das bittere 0:3 gegen Blau-Weiß Linz gekommen - wenn man bei 0:3 von bitter reden kann. Das ist mir ein bissl auf den Kopf gefallen. Nach dem Cup-Aus gegen Stripfing hat es geheißen, es geht so nicht. Das war eine schwierige Phase, in der ich zwei Monate fast gar nichts oder nur in der zweiten Mannschaft gespielt habe. Und nach der Winterpause ist es auch nur schleppend weitergegangen. Ja, Blau-Weiß war nicht ideal für mich.

Haben Sie mit Robert Klauß über Ihre Situation gesprochen?

Ich war schon im Austausch mit dem Trainer und habe ja auch noch Kurzeinsätze in der Conference League bekommen, aber für ihn war Jonas Auer vor mir. Also habe ich mich hinten angestellt.

Bei der WSG läuft’s jetzt richtig gut, auch da passen mit einem Tor und zwei Assists aus den ersten vier Spielen die Scorer wieder.

Ich bin happy, wenn ich der Mannschaft mit Scorern helfen kann. Das Tor hat mich natürlich besonders gefreut, weil so viele Tore habe ich noch nicht geschossen. Und mit den Flanken hat es bisher auch gut funktioniert.

Ist es anders, für die WSG zu spielen?

Die Fünferkette, die wir bei der WSG spielen, ist gut für mich, weil ich da als Wing Back weiter vorne positioniert bin. Da kann ich meine Stärke bei den Flanken ausspielen, bin aber auch gefordert, punkto Kreativität in den Offensivaktionen dazuzulernen. Das war eigentlich das, was mir bei Rapid am meisten gefehlt hat.

Am Sonntag treffen zwei ungeschlagene Mannschaften in Hütteldorf aufeinander, was darf sich die WSG zutrauen?

Wir haben Rapid natürlich analysiert und versucht, Schwächen zu finden. Wenn wir bei uns bleiben, tut sich jeder Gegner schwer, wenn wir unsere 100 Prozent erreichen, auch Rapid. Wir sind richtig klar in den Abläufen, wesentlich in unserem Spiel ist, dass jeder Lust auf seine Aufgabe hat, jeder für jeden läuft und 100 Prozent gibt. Das hat bisher gut geklappt.

Mit welchem direkten Gegenspieler rechnen Sie?

Rapid hat in der Offensive ja eine ganz schöne Auswahl. Ich könnte es mit Niki Wurmbrand zu tun bekommen oder mit dem Neuen, Tilio. Auf Bendi Bolla werde ich bei seinen Vorstößen sicher treffen.

Wenn Sie an die Trainings bei Rapid zurückdenken, wie schwer ist Wurmbrand denn zu verteidigen?

Niki hat eine unglaubliche Qualität, wenn er einmal sein Tempo aufgenommen hat, ist er nur schwer zu halten. Daher ist es wichtig, ihn frühzeitig zu stören. Er ist wirklich ein super Spieler, der für alle in der Bundesliga schwer zu verteidigen ist. Er war nicht umsonst zuletzt auch im Teamkader.

Es ist gerade viel die Rede davon, dass es für junge Österreicher immer schwerer wird. Wie ist Ihre Erfahrung?

Ich bin mIt 13 Jahren zu Red Bull gekommen. Da wurde einem schon ganz am Anfang mitgeteilt, dass es mit den Jahren immer enger werden wird und von der U14 vielleicht nur drei oder vier den Durchbruch schaffen. Es ist also schon jedem bewusst, dass es ein schwieriger Weg ist.

Verfolgen Sie, was aus Ihren Lieferinger Wegbegleitern geworden ist?

Es ist natürlich spannend, wo die Wege von allen hinführen. Dass Amar Dedic jetzt bei Benfica und Luka Sucic bei Sociedad sind, ist beeindruckend. Adam Stejskal und Tobias Anselm habe ich jetzt bei der WSG wieder getroffen. Aber ich verfolge die, die in der 2. Liga sind, genauso. Bei mir hat es in Salzburg für die Erste nicht gereicht, aber es haben sich andere Türen geöffnet.

Zu Fortuna Düsseldorf, ein Zweitligist, aber mit großer Tradition und Potenzial. Was war das für eine Erfahrung?

Das ist schon ein großer Klub und es war für mich auch ein großer Schritt. Im Endeffekt hätte ich es mir auch dort anders vorgestellt, aber ich habe trotzdem viel mitgenommen. Auswärts in Kaiserslautern das erste Mal vor 50.0000 Fans zu spielen, ist etwas, woran ich mich mein ganzes Leben erinnern werde.

Das zweite Jahr haben Sie als Leihspieler bei Preußen Münster in der 3. Liga verbracht. War die Bundesliga eine große Umstellung?

Preußen Münster war meine erste volle Profisaison, in der ich praktisch jedes Spiel gemacht habe und die mit dem Aufstieg geendet hat. In der 3. Liga herrscht schon noch mehr Kampf und Körperlichkeit als in der Bundesliga. Bei der WSG spielen wir sicher einen saubereren Fußball.

Die Rückkehr zu Rapid ist eingeplant?

Was in Zukunft kommt, weiß ich nicht, aber ich habe noch zwei Jahre Vertrag bei Rapid.

Was wäre Ihr Wunschszenario für Sonntag?

Wünschen tu ich mir, dass wir gewinnen, ich bin jetzt Spieler der WSG Tirol und will natürlich das Beste für meinen Klub herausholen. Rapid hat eh schon gut gepunktet.