Der Dämpfer in Leverkusen (1:3), ein Hoch gegen Galatasaray (5:1) und das nächste Tief zuhause gegen Union Berlin (3:4). Es war eine englische Woche in Wellenbewegungen für Eintracht Frankfurt, von der es sich in den vergangenen Tagen zu erholen galt. "Zeit heilt Wunden, das ist ein Fakt", blickte Trainer Dino Toppmöller am Donnerstag zurück. "Dass es mir persönlich und auch dem einen oder anderen Spieler am Sonntag oder am Montag nicht ganz so gut ging, das ist selbsterklärend. Aber dann ist wieder die Vorfreude auf das nächste Training und das nächste Spiel da."
In jenem nächsten Spiel, am Samstagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) bei Borussia Mönchengladbach, soll möglichst die nächste Trendwende her - und auf keinen Fall die dritte Liga-Niederlage in Folge. "Wir hatten gestern ein sehr intensives Training mit einer guten Energie und fühlen uns gut vorbereitet für das, was am Samstag kommt", erklärte der zuversichtliche Coach, der im Borussia-Park vor rund 5300 Gästefans erneut auf Rasmus Kristensen verzichten muss. Der Däne fehlt mit einer Muskelverletzung und könnte frühestens am darauffolgenden Spieltag gegen den FC Bayern wieder zur Option werden.
Collins plagen Adduktorenprobleme
Bislang übernahm Nnamdi Collins die rechte Abwehrseite von Kristensen, doch der Nationalspieler droht gegen Gladbach ebenfalls auszufallen. "Er hat das Training am Mittwoch abgebrochen und heute ausgesetzt, weil er seine Adduktoren ein bisschen gespürt hat. Es ist keine strukturelle Verletzung, wir müssen einfach mal schauen, wie er sich am Freitag im Abschlusstraining fühlt", erklärte Toppmöller. "Wenn er das ganz normal absolviert und grünes Licht gibt, dann spielt er auch."
Offen ließ der Coach, ob Collins, wenn er denn spielen kann, weiterhin rechts in der Viererkette agiert, oder ob eine Umstellung auf Dreierkette erfolgen könnte. "Das ist natürlich möglich mit Ansgar Knauff als Schienenspieler, klar. Aber auch eine Viererkette ist weiter möglich." In letzterer könnten Aurelio Buta und Elias Baum Collins bei einem Ausfall ersetzen, in einer Dreierkette dürfte Aurele Amenda seine Chance erhalten.
Skhiri ist "ein Kandidat für die Startelf"
Eine Reihe weiter vorne erhält Toppmöller derweil definitiv eine neue Option in Ellyes Skhiri, der gegen Galatasaray nach lang anhaltenden Knieproblemen sein Comeback gab. "Er ist jetzt mit Sicherheit so weit, dass er ein Kandidat für die Startelf ist." Der Tunesier könne der Eintracht "defensive Stabilität" und eine "gewisse Ruhe am Ball" verleihen. Dinge, die der Doppel-Sechs aus Fares Chaibi und Hugo Larsson gegen Union Berlin abgingen. Gut möglich also, dass Toppmöller sich in der Zentrale für eine Veränderung entscheidet.
Mario Götze wird ebenfalls erneut im Kader stehen, ist für die Anfangsformation aber noch keine Option. "Wir hätten ihn schon ganz gerne gegen Union eingewechselt, haben uns aufgrund der Spieldynamik aber für Michy entschieden." Die Hereinnahme von Batshuayi begründete Toppmöller mit dessen "Boxpräsenz" und Abschlussqualitäten.
Götze und Uzun bald gemeinsam? "Werden Lösungen finden"
"Daher musste Mario sich jetzt noch mal eine Woche gedulden, aber für ihn war es auch gar nicht so schlecht. Jetzt hat er noch mal eine Trainingswoche mehr, hat gestern eine richtig gute Einheit absolviert und wird für uns extrem wichtig werden in den nächsten Wochen und Monaten." Möglicherweise auch im Zusammenspiel mit dem formstarken Can Uzun, der ihn zurzeit auf der Zehn vertritt. "Wenn Mario fit ist und einen Flow hat, dann ist er für jede Mannschaft unfassbar wertvoll. Da werden wir schon Lösungen finden, wie wir da auch mit beiden spielen können."
Zunächst aber geht es für Toppmöller und seinen Staff darum, Lösungen zu finden, um den nächsten Gegner zu schlagen - und das gestaltet sich bereits zum zweiten Mal in dieser Saison gar nicht so einfach. Schon gegen Leverkusen waren die Frankfurter der Gegner beim Heim-Debüt des neuen Trainers Kapser Hjulmand, diesmal feiert Eugen Polanski bei Borussia Mönchengladbach gegen die SGE seine Premiere im eigenen Stadion. "Es ist mit Sicherheit für alle, angefangen mit dem Analyseteam, ein bisschen schwieriger. Es gab bislang nur ein Spiel, das war gegen Leverkusen (1:1, Anm. d. Red.), die eine spezielle Spielphilosophie und einen speziellen Spielaufbau haben. Da weiß man nicht, ob es eine Anpassung an den Gegner oder die grundsätzliche Idee des Trainers war", gestand Toppmöller.
Keine Gedanken an Atletico
Zudem zeige eine Mannschaft kurz nach dem Trainerwechsel "vom Gefühl her ein bisschen mehr Energie" auf dem Platz, um sich zu empfehlen. "Aber am Ende darf es für uns keine große Rolle spielen. Wir wollen nach Gladbach fahren und da drei Punkte holen", stellte Toppmöller klar. Der Coach erwartet ein "intensives Spiel" mit leidenschaftlichen Fohlen, aber auch viel Leidenschaft seiner eigenen Mannschaft. "Beide Teams haben einen fußballerischen Ansatz, versuchen, den Ball zirkulieren zu lassen und sich Torchancen rauszuspielen. Ich freue mich einfach auf eine gute und spannende Partie."
Dass es nur drei Tage später in Madrid gegen Atletico um die nächsten Punkte in der Ligaphase der Champions League geht, soll dabei keine Rolle spielen. "Das nächste Spiel ist immer das wichtigste - und das ist auch keine Floskel", unterstrich Toppmöller. "Wir wollen am Samstag mit einer Top-Elf ins Spiel gehen, ohne dass wir schon eine Idee haben, wer dann am Dienstag spielen soll." Rotation sei für ihn ohnehin eher ein Thema für die Spiele mit weniger Pause zuvor, wie zum Beispiel die Partie bei Atletico. "Jetzt hatten wir fast eine ganze Woche, da sollte jeder frisch und fit sein für das Spiel."