Für den SV Sandhausen geht es derzeit Schlag auf Schlag: Am Wochenende gelang dem SVS mit einem 3:1-Sieg in Bahlingen der Befreiungsschlag in der Liga, am Dienstag tankte man im Pokal beim FC Zuzenhausen (2:0) weiteres Selbstvertrauen. Der Terminkalender lässt beim Regionalligisten, der im Sommer einen XXL-Umbruch zu bewältigen hatte, aktuell kaum Raum für Feinschliff. Stattdessen muss sich der runderneuerte Kader unter Wettkampfbedingungen einspielen.
Daran wird sich so schnell auch nichts ändern - ein Blick auf den Spielplan zeigt warum: Zwischen Anfang August und Anfang Oktober muss der SVS 15 Pflichtspiele absolvieren. "Das ist verrückt. Gerade mit dem schmalen Kader und zeitweise wochenlangen Ausfällen. Das aufzufangen, ist schon echt ein Brett", erklärt Trainer Olaf Janssen auf der Homepage des SVS.
Großes Lob
Hinsichtlich der hohen Belastung zeigt sich der 58-Jährige voll des Lobes für seine Schützlinge: "In der heutigen Besprechung habe ich den Jungs ein großes Kompliment ausgesprochen." Man merke, "dass hier Energie spürbar ist. Deshalb geht ein ebenso großes Lob auch an das Umfeld."
Zum Abschluss der englischen Woche hofft Janssen," dass bald der ein oder andere von der Verletztenliste in die Spieltauglichkeitsliste rutscht, damit wir wieder mehr Alternativen haben."
Wie der Trainer berichtet, dürfte Luca de Meester als Nächstes ins Mannschaftstraining zurückkehren - voraussichtlich noch in dieser Woche. Auch Yanis Outman und David Mamutovic, die in dieser Saison bislang noch nicht zum Einsatz kamen, sind inzwischen ins Training eingestiegen, werden jedoch noch etwas mehr Zeit benötigen.
Bei Teoman Akmestanli, Jannik Graf und wird es noch etwas länger dauern. In Zuzenhausen kamen mit Phil Halbauer und Louis Kolbe zudem zwei Schreckmomente hinzu: Halbauer rutschte in eine Bande - zum Glück ohne Folgen. Kolbe wurde bei einem Zweikampf von hinten abgeräumt und zog sich eine Prellung zu. Der Übungsleiter rechnet jedoch damit, "dass beide am Wochenende im Kader stehen können".
Respekt vor "ekligen" Balingern
Am Freitag wartet nun die nächste vermeintliche Pflichtaufgabe - gegen Aufsteiger TSG Balingen, der aktuell das Tabellenende ziert. Janssen warnt jedoch eindringlich davor, den Neuling zu unterschätzen: "Balingen hat von den gegnerischen Trainern viel Lob geerntet, dem ich mich anschließen kann. Was sie mit dem Ball machen, ist schon beeindruckend: sehr kreativ, viele Positionswechsel, sie erarbeiten sich sehr viele Torchancen."
Gegen den Ball spielen sie "eklig mit hohem Pressing, teilweise eins gegen eins über den ganzen Platz. Damit stressen sie den Gegner sehr. Balingen hatte keine englische Woche, wird also frisch sein. Sie werden versuchen, ihr Spiel durchzudrücken und den Bock umzustoßen. Das wird echt ein Brett, darauf können wir uns alle einstellen: Spieler, Trainerteam und auch unsere Zuschauer." Wenn Balingen so weitermache, dann würden sie laut Janssen "alles machen, aber niemals absteigen".
Zeitgleich will sich Sandhausen aber auch auf die eigenen Stärken fokussieren: "Wir spielen auf unserem Platz, in unserem Stadion, und werden einen Top-Rasen vorfinden. Wir müssen versuchen, auch mit Ball gute Lösungen zu finden. Wir wollen das zeigen, was wir in den vergangenen Wochen an den Tag gelegt haben: Mit Intensität und mit Leidenschaft alle zusammen zu verteidigen."
Diese Basis wird es benötigen. Dann hofft der Trainer, "dass wir diese englische Woche mit unseren Fans zusammen krönen und den dritten Sieg im dritten Spiel einfahren können. Dafür werden wir alles tun, aber die Trauben hängen hoch."