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"Dementsprechend gab es die kicker-Note 5,5"

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Aus Bratislava berichten Matthias Dersch und Oliver Hartmann

Die kicker-Note, die er bei seinem Länderspiel-Debüt gegen die Slowakei vor gut neun Jahren erhalten hatte, ist Joshua Kimmich bis heute in Erinnerung geblieben. Dies bewies der Kapitän der Nationalmannschaft am Mittwoch bei der Pressekonferenz vor dem EM-Qualifikationsspiel in Bratislava gegen eben jene slowakische Mannschaft, als er über seine Erinnerungen an jene 1:3-Niederlage im EM-Test in Augsburg gefragt wurde.

"Tatsächlich erinnere ich mich noch sehr gut. Es hat sehr viel geregnet, der Platz war kaum bespielbar, wir haben zwei Standard-Gegentore kassiert, beide Male war mein Gegenspieler beteiligt. Dementsprechend gab es die kicker-Note 5,5", entgegnete Kimmich und erntete vom sichtlich belustigten Bundestrainer Julian Nagelsmann zu seiner Rechten ein  "Geht doch!".

Den damaligen Bundestrainer Joachim Löw hielt die missratene Premiere aber nicht davon ab, den damals 21-jährigen Kimmich trotzdem mit zur EURO nach Frankreich zu nehmen. Dort kam der Youngster im dritten Gruppenspiel gegen Nordirland (1:0) zu seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz für den DFB, und auch im Achtelfinale - pikanterweise wieder gegen die Slowakei - durfte er am Ende die mit 3:0 geglückte Revanche bejubeln. Seit diesem bislang letzten Duell gegen die Slowakei ist Kimmich bekanntlich nicht mehr aus der Nationalmannschaft wegzudenken.

Freude über die Mittelfeld-Rückkehr

An diesem Donnerstag bestreitet er bereits sein 102. Länderspiel für die DFB-Auswahl, und dass dies verbunden ist mit der Rückversetzung von der Rechtsverteidiger-Position ins zentrale Mittelfeld, ist für Kimmich erst recht ein Grund zu Freude. "Ich habe das Gefühl, dass ich im Mittelfeld meine Stärken noch mehr einbringen kann", sagte Kimmich, "der Input zu den Mitspielern kann etwas größer sein". Wobei Kimmich allerdings mehrfach betonte, dass auch auf der rechten Abwehrseite seine Spielfreude und sein Einfluss aufs Geschehen nicht gelitten habe.

Seine jetzige Rückversetzung ist indes eine personelle Konsequenz des Bundestrainers aus den verdienten und ernüchternden Heimniederlagen im Juni beim Final Four gegen Portugal (1:2) und Frankreich (0:2). "Das war schon enttäuschend, auch die Art und Weise, wie wir verloren haben", sagte Kimmich im Rückblick: "Das war ein ganz großer Unterschied zu den Spielen davor. Wir haben es nicht geschafft, eine gewisse Mentalität und Haltung auf den Platz zu kriegen."

Klare Forderung ans Team: Hunger und Gier

Zum Start in die WM-Qualifikation erwartet der Kapitän vom Team wieder jenes Gesicht, das es in den acht Länderspielen ohne Niederlage vor dem Final Four mehrheitlich gezeigt hatte: "Es wird sehr wichtig sein, dass wir während der Quali diese Gier und diesen Hunger wieder in jedem Spiel und in jeder Phase der Spiele zeigen. Und damit wollen wir morgen starten."