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Deshalb zog Oppie St. Pauli dem 1. FC Heidenheim vor

kicker

Aus St. Paulis Trainingslager in Flachau (Österreich) berichtet Sebastian Wolff

Der Schweiß steht Louis Oppie noch auf der Stirn nach der Vormittagseinheit auf der Anlage in Flachau, die Zufriedenheit ist dennoch spürbar. "Ich merke meine Beine zwar in der Vorbereitung, bin aber sehr fit." Und voller Vorfreude: "Von mir aus könnte es morgen losgehen, es war immer mein Traum, Bundesliga-Spieler zu werden." Den hätte sich der 23-Jährige nach einer furiosen Saison bei Arminia Bielefeld an verschiedenen Standorten erfüllen können. Ganz konkret warb unter anderem der 1. FC Heidenheim um ihn. Für St. Pauli sprachen letztlich mehrere Faktoren.

Schweres Erbe und hohe Ablöse "blende ich aus"

Ganz entscheidend war der sportliche Aspekt. Alexander Blessin präferiert ein schnelles, zielstrebiges Spiel nach vorn. "Das", sagt der gebürtige Berliner, "kommt meinem Stil entgegen, ich suche immer den Weg nach vorn." Dass er mit dem nach Freiburg zurückgekehrten Philipp Treu einen echten Hochkaräter ersetzen muss und der Kiez-Klub für ihn mit zwei Millionen Euro verhältnismäßig tief in die Tasche gegriffen hat, empfindet er nicht als Druck. "Das blende ich aus. Ich mache mir keinen Kopf, für wen ich gekommen bin oder wen ich ersetzen soll, sondern gucke und höre darauf, ob mein Gefühl passt."

Und ein gutes Gefühl haben ihm in den Gesprächen sowohl Trainer Blessin als auch Sportchef Andreas Bornemann gegeben. "Ich habe Wertschätzung gespürt", verrät Oppie, "und ich hatte das Gefühl, dass sie sehr große Lust auf mich hatten, dass es einen ganz klaren Plan mit mir gibt." Der Neuling soll im 3-4-1-2 oder 3-4-3-System die linke Außenbahn beackern, mit seinen dynamischen Vorstößen ein offensives Schwungrad sein, gleichwohl sein Stil ein anderer als der von Treu ist. Der Wieder-Freiburger setzt fußballerisch noch mehr Akzente, ist auch immer wieder wirkungsvoll eingerückt. Oppie hingegen hat neben seiner Power noch eine Waffe, wie der Coach verrät: "Er verfügt über große Qualität bei ruhenden Bällen."

Heiratsantrag in Hamburg

Oppies Entscheidung für St. Pauli hatte zudem noch einen außersportlichen Grund: die Stadt. "In Hamburg", verrät er, "habe ich meiner heutigen Frau einst einen Heiratsantrag gemacht." Weil Elena "Ja" gesagt hat, fiel auch dem Profi mit dem blond gefärbten Haarschopf das "Ja-Wort" zur Offerte aus der Hansestadt noch leichter. "Davon", erklärt er und schmunzelt, "habe ich es nicht abhängig gemacht. Aber es verstärkt mein Gefühl, dass es gut passen kann."