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DFB-Formcheck: Nübel zwischen den Welten, Wirtz ohne Glanz, Gnabry sticht hervor

kicker

Aufgeteilt nach den sieben taktischen Positionen der kicker-Rangliste checkt der kicker die aktuelle Form der deutschen Nationalspieler und jener, die es erstmals oder wieder werden wollen. Die Daten beziehen sich dabei auf alle Pflichtspiele nach der Sommerpause. Grün signalisiert "voll in Form", Rot steht für "aktuell nicht in Form" und Gelb bedeutet "geht so". Aktuell verletzt fehlende Profis bzw. Akteure, die nach langer Verletzungspause nicht zu bewerten sind, sind gesondert markiert.

Dahmen mit Premiere - Nübel zwischen Patzer und Glanzparaden

Die etatmäßige Nummer 1, Marc-André ter Stegen, fällt verletzungsbedingt noch mehrere Monate aus. Erstmals im Aufgebot der A-Nationalmannschaft steht dafür Augsburgs Finn Dahmen. Der 27-Jährige überzeugte bereits an den ersten beiden Bundesliga-Spieltagen mit zehn Paraden - mehr als jeder andere Keeper. Der ebenfalls nominierte Alexander Nübel fand nach Ellenbogenproblemen in der Vorbereitung und im Supercup nur schwer in die Saison. Am 1. Spieltag bei Union Berlin machte er bei einem Gegentor keine glückliche Figur. Im anschließenden Pokalspiel bei Eintracht Braunschweig patzte er zwar beim 0:1, avancierte im Elfmeterschießen jedoch mit drei gehaltenen Versuchen zum Matchwinner. Am 2. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach blieb Nübel erstmals ohne Gegentor und schaffte es sogar in die Elf des Tages.

Tah schwankt - Anton und Koch unverzichtbar

Von einer solchen Berufung noch ein Stück entfernt ist dagegen der Neu-Münchner Jonathan Tah. Zwar überzeugte er zum Liga-Auftakt beim 6:0-Sieg gegen Leipzig, doch sowohl im Pokal in Wiesbaden als auch zuletzt beim knappen Erfolg in Augsburg wirkte er phasenweise unaufmerksam und für seine Verhältnisse ungewohnt zweikampfschwach.

In den Statistiken sticht zwar die perfekte Zweikampfquote von 100 Prozent bei Newcastles Neuzugang Malick Thiaw hervor. Allerdings bestritt er in seinen zehn Einsatzminuten gegen Liverpool lediglich ein direktes Duell, während er die übrigen beiden Ligaspiele der Magpies nur von der Bank aus verfolgte. Dauerbrenner sind hingegen Waldemar Anton bei Borussia Dortmund sowie Frankfurts neuer Kapitän Robin Koch: Beide verpassten in dieser Saison bislang keine einzige Pflichtspielminute.

Collins Positionsrätsel - offensiver Ertrag bei Raum und Mittelstädt

Erstmals für das A-Team nominiert wurde Frankfurts Nnamdi Collins. Während er bei der U-21-EM im Sommer noch als Rechtsverteidiger eingesetzt wurde, begann er in der aktuellen Saison bei der Eintracht stets als Innenverteidiger. Bundestrainer Julian Nagelsmann ließ sich in der Positionsfrage allerdings noch nicht in die Karten schauen: "Was er bei uns spielt, verrate ich noch nicht ... vielleicht eine Mischung aus beidem." Auf der linken Seite sind mit David Raum und Maximilian Mittelstädt weiterhin zwei gesetzte Kräfte dabei. Beide zeigten im August auch bereits ihren Wert für ihr jeweiliges Team, insbesondere in der Offensive: Leipzigs Raum bereitete das Führungstor gegen Heidenheim vor, Stuttgarters Mittelstädt war beim wilden Pokalspiel in Braunschweig als Vorlagengeber und sicherer Elfmeterschütze erfolgreich.

Kimmich zurück - Andrich enttäuscht zum Saisonstart

Neu im defensiven Mittelfeld steht ein Routinier mit 101 Länderspielen: Joshua Kimmich soll im Nationalteam wieder auf seiner angestammten Position vor der Abwehr spielen - die Zeit als fester Rechtsverteidiger im DFB-Trikot soll damit vorbei sein. Zum Bundesliga-Auftakt überzeugte der 30-Jährige prompt und wurde in die Elf des Tages gewählt. Weniger erfreulich verlief der Start für Leverkusens neuen Kapitän Robert Andrich. Er blieb bislang deutlich hinter den Erwartungen zurück: Noten von 4,5 und 5, keine offensive Beteiligung an einem Torabschluss und eine für ihn schwache Passquote von 87 Prozent (zuvor 90 bzw. 91 Prozent in den vergangenen beiden Saisons) belegen seine Formschwäche.

Wirtz startet ohne Glanz, Amiri trifft in drei Wettbewerben

Der teuerste deutsche Bundesliga-Export, Florian Wirtz, legte bei den Reds einen starken Pflichtspielstart hin: Bereits in seiner vierten Minute im Community Shield bereitete er seinen ersten Treffer vor. Die Niederlage im Elfmeterschießen gegen Crystal Palace konnte er - zu diesem Zeitpunkt schon ausgewechselt - jedoch nicht verhindern. In den drei darauffolgenden Ligaspielen blieb Wirtz ohne Scorerpunkt.

Deutlich erfolgreicher präsentierte sich Nadiem Amiri, der schon in drei verschiedenen Wettbewerben getroffen hat. In den Play-offs zur Conference League gegen Rosenborg erzielte er in beiden Partien ein Tor und lieferte zudem eine Vorlage. In der Bundesliga markierte er das bislang einzige Mainzer Saisontor, und im DFB-Pokal avancierte er mit seinem Treffer zum 1:0 in Dresden zum Matchwinner.

Gnabry und Leweling starten mit Ausrufezeichen in die Saison

Schon im ersten Pflichtspiel der Saison, dem Supercup zwischen Stuttgart und Bayern, deuteten zwei Flügelspieler an, dass die Spielzeit 2025/26 ihre werden könnte. Serge Gnabry stach dabei sogar noch mehr hervor als einer der überragenden Spieler der Vorsaison, Michael Olise, und bereitete das 2:0 vor. Im weiteren Saisonverlauf kamen für Gnabry ein Tor und zwei weitere Assists hinzu.

Stuttgarts Jamie Leweling erzielte im Supercup kurz vor Schluss den 1:2-Anschlusstreffer. Auch er legte später nach und steuerte zwei entscheidende Vorlagen bei - zum Siegtor in der Liga gegen Gladbach sowie zum 3:3 im Pokal, das den VfB in Braunschweig in die Verlängerung rettete. Dort trat er im Elfmeterschießen als fünfter Schütze an und verwandelte souverän - ein Ausdruck seines gewachsenen Selbstvertrauens.

Havertz verletzt, Woltemade und Co. ohne Durchschlagskraft

Bei den Stürmern hingegen scheint das Vertrauen in die eigene Stärke verloren gegangen zu sein. Kai Havertz und Tim Kleindienst laborieren an langwierigen Verletzungen, bei den übrigen Angreifern muss Scorerpunkt im Singular verwendet werden, wenn überhaupt ...

85-Millionen-Mann Nick Woltemade traf vor seinem Wechsel zu Newcastle im Pokal gegen Zweitligist Braunschweig und Nelson Weiper erzielte ein Tor in den Conference-League-Play-offs gegen Rosenborg Trondheim, dem Sechsten der norwegischen Liga. Hinzu kommt ein Assist von Dortmunds Maximilian Beier im Ligaspiel gegen Union Berlin. Viel mehr Torgefahr war von den potenziellen deutschen Nationalstürmern im August allerdings nicht zu sehen.

Christoph Huber