Als wäre es "gestern gewesen", berichtete Antonio Di Salvo am Montag vom Wiedersehen im Kreis der U-21-Nationalmannschaft in Rostock, dabei lag die Final-Niederlage bei der EM in der Slowakei eigentlich ja bereits 65 Tage zurück: "Einfach, weil die Erinnerungen und die Zeit so intensiv und stark war", begründete der Cheftrainer. Weshalb der 46-Jährige im Anschluss an das Turnier auch erst mal einige Wochen benötigte, "um alles zu verarbeiten und sacken zu lassen".
Fünf Vize-Europameister (Lukas Ullrich, Brajan Gruda, Nicolo Tresoldi, Nelson Weiper und Elias Baum) sind aus dem bisherigen Team noch dabei, hinzu kommen zehn Neulinge - Di Salvo sprach von einem "hochspannenden Kader mit vielen unterschiedlichen Profilen", erwähnte dabei insbesondere die facettenreiche Auswahl der vier Stürmer Weiper, Tresoldi, Ilyas Ansah und Dzenan Pejcinovic.
Di Salvo über Moukoko: "So langsam angekommen"
Infrage gekommen wäre für das Testspiel in Albanien und den Quali-Auftakt gegen Lettland qua Alter ja auch noch der bereits 15-malige U-21-Nationalspieler Youssoufa Moukoko, der sein letztes Länderspiel zwar im November 2024 absolviert hat - aber angesichts von 13 Länderspieltreffern auch bereits seine Qualitäten für den DFB-Nachwuchs unter Beweis stellen konnte. Die seither fehlende Spielpraxis beim zwischenzeitlich vom BVB nach Nizza verliehen Stürmer bedeutete letztendlich auch sein EM-Aus.
Mittlerweile ist Moukoko fest zum FC Kopenhagen gewechselt - wo er bereits zwölfmal zum Einsatz gekommen ist. Steigen die Chancen auf eine U-21-Rückkehr für den 20-Jährigen also noch mal? Di Salvo bestätigt zumindest, weiterhin mit dem Angreifer in Kontakt zu stehen: "Jetzt ist es so, dass er nach langer Zeit einen Verein gefunden hat, wo er so langsam angekommen ist."
Kapitänsfrage "dieses Mal nicht so klar"
Auch, dass Moukoko erst kürzlich per Strafstoßtreffer zum 2:0 gegen Basel entscheidend zur Champions-League-Qualifikation beigetragen hatte, hat der DFB-Coach vernommen, verwies dann wiederum auf das aktuelle Aufgebot mit "vielen Stürmern: Aber auch Youssoufa ist ein Spieler, der, wenn er seine Leistung im Verein zeigt, logischerweise bei mir auch weiterhin auf dem Zettel ist."
Eine ebenfalls große Auswahl im Aufgebot hat der 46-Jährige bei der Kapitänsfrage, mit der sich das Trainerteam bereits am Sonntagabend länger beschäftigt habe - weil es "dieses Mal nicht so klar ist für mich wie vor zwei oder vier Jahren", erklärte Di Salvo. Zuletzt trug Eric Martel die Binde, zuvor Jonathan Burkardt.
Di Salvos Gefühl, "wer dann spielt"
Aktuell steche "auf den ersten Blick" kein zwangsläufiger Anwärter hervor, so der Cheftrainer: "Deswegen kann es auch gut sein, dass ich immer wieder wechsle, um dann im Laufe der Zeit ein Gefühl dafür zu bekommen, wer der richtige Kapitän sein kann."
Und auch im Tor wollte sich Di Salvo am Montag zunächst noch nicht auf eine Rangfolge festlegen. Bei den drei ebenfalls erstmals nominierten Mio Backhaus, Dennis Seimen und Max Weiß soll sich zunächst in den wenigen Trainingseinheiten ein Überblick verschafft werden: "Am Anfang wird es so sein, dass es schon auch ein bisschen nach Gefühl geht, wer dann spielt - auch im Tor."