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Dortmunds Vizekapitän Hüning: "Diese ganz großen Fehler haben wir abgestellt"

kicker

Wenn Ben Hüning über die ersten Wochen der Saison spricht, klingt das eher nach Analyse als nach Ausrede. Die U 23 von Borussia Dortmund habe in mehreren Partien gezeigt, dass sie mithalten kann, beispielsweise beim 2:2 bei Fortuna Köln oder im Testspiel (1:1) gegen die Sportfreunde Siegen. Nach elf Spielen steht die Mannschaft mit 16 Punkten jedoch sieben Punkte von einem Aufstiegsplatz entfernt. "Aktuell stehen wir im Mittelfeld", sagt der Abwehrmann. "Aber der Fokus liegt darauf, dass wir uns verbessern und noch eine gute Rolle spielen. Davon bin ich überzeugt."

Die Fortschritte der vergangenen Wochen seien für ihn klar erkennbar. "Wir haben halt einfach zu viele unnötige Gegentore bekommen", stellt er fest. "Diese ganz großen Fehler haben wir aber abgestellt." Dennoch ließ ihn das Unentschieden in Köln während der Länderspielpause nicht los. "Wir führen in der 70. Minute und werden dann unkonzentriert", analysiert Hüning. "Das darf nicht passieren, weil das dann schon noch eine sehr lange Zeit ist - 20, 25 Minuten, in denen immer mal etwas passieren kann." Solche Phasen hätten der Mannschaft im Laufe der Saison "schon ein paar Punkte gekostet", ergänzt er. "Wenn man sich die erste Halbzeit anschaut, waren wir die bessere Mannschaft, aber wir gewinnen die Spiele nicht."

Jugendstationen in Duisburg und Essen

Seine Worte haben im Team Gewicht. Mit gerade einmal 20 Jahren verfügt Hüning bereits über erstaunlich viel Erfahrung. Über den Nachwuchs des MSV Duisburg kam er zu den A-Junioren von Rot-Weiss Essen, wo er früh Verantwortung übernahm - zeitweise als Kapitän. Danach folgte der Schritt zum SC Wiedenbrück, ehe Borussia Dortmund ihn im Sommer 2024 verpflichtete. Nach dem Abstieg aus der 3. Liga machte ihn der damalige Trainer Mike Tullberg zum Vizekapitän.

Diese Stationen haben ihn geprägt. "Man muss sich halt immer wieder beweisen. Es kommt keiner und schenkt dir etwas", sagt er rückblickend. Der Dinslakener führt leise, aber klar - durch Verhalten und Leistung, nicht durch Lautstärke. Seine Ruhe und Verlässlichkeit machen ihn zu einem Fixpunkt in einer Mannschaft, die sich noch finden muss. "Ich versuche generell, als Vorbild voranzugehen und tue viel für mich, und das sehen die Jungs natürlich auch."

Hüning spricht offen über eigene Fehler - nicht als Ausrede, sondern als Lernmoment. Beim 2:2 in Köln beschreibt er etwa eine entscheidende Szene: Der gegnerische Stürmer sei aus seiner Sicht im Abseits gestartet, "aber ich sehe hinter mir meine Mitspieler natürlich nicht mehr", sagt er selbstkritisch.

Auch beim 1:1 im Testspiel gegen Siegen stimmte beim Elfmeter, den Siegen zur Führung nutzte, das Timing nicht: "Ich wollte den Spieler noch stoppen, habe ihn dann getroffen - und ja, dann war es Elfmeter." Solche Situationen ordnet er nüchtern ein. "Natürlich weiß ich, dass ich noch besser werden muss", sagt er. Und er wisse auch, an welchen Stellschrauben er noch drehen könne. Das betreffe vor allem Details im Stellungsspiel und in der Antizipation, an denen er gezielt arbeitet.

Starker Spielaufbau und Offensivdrang

Zu seinen größten Stärken zählen der Spielaufbau und der Offensivdrang. Dass er als Innenverteidiger bereits vier Tore erzielt hat, ist kein Zufall: "Es war mein Ziel, mich weiterzuentwickeln und gefährlicher zu werden." Der Rechtsfuß sucht gezielt den Moment, in dem er aus der zweiten Reihe in den Strafraum stoßen kann: "Wir haben besprochen, dass ich in passenden Situationen nach vorn gehe. Das ist Teil meiner Rolle", erklärt er. An dieser Rolle hat sich auch unter Tullbergs Nachfolger Daniel Rios nichts geändert.

Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Doch derzeit zählt für ihn nur die sportliche Weiterentwicklung. "Mein Ziel ist es, in allen Bereichen zuzulegen, um meine Stärken noch gezielter einzubringen", sagt er. "Wenn wir als Mannschaft konstant punkten, ergibt sich alles andere von selbst."

Am Samstag (14 Uhr) wartet mit der SSVg Velbert ein Gegner aus dem Tabellenkeller. Auf dem Papier ist es ein Pflichtsieg - und genau deshalb gefährlich. Zudem ist es das Debüt für den neuen Velbert-Coach Bogdan Komorowski. "Das ist ein Spiel, das du gewinnen musst, wenn du oben mitspielen willst", betont Hüning. "Aber genau das sind die schweren Spiele. Da musst du hellwach sein."