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Drama in der Oberliga: Erkenschwick-Stürmer muss nach Siegtor reanimiert werden

kicker

Die SpVgg Erkenschwick schoss am Freitag in der Partie der Oberliga Westfalen gegen die TSG Sprockhövel in der Nachspielzeit noch das Siegtor zum 2:1. Doch freuen konnte sich darüber nach wenigen Augenblicken keiner mehr, aus einem nur zutiefst nachvollziehbaren Grund. Brightney Igbinadolor, dessen Abpraller vom Pfosten Barbaros Inan über die Linie drückte, sank mitten in der Jubeltraube zu Boden und blieb regungslos liegen.

Das Herz des 21-jährigen Angreifers hörte auf zu schlagen, Igbinadolor musste auf dem Platz reanimiert werden. Glück im Unglück war, dass Sprockhövels Ersatztorwart Xavier Uchmann hauptberuflich als Rettungssanitäter arbeitet und sich um den kollabierten Spieler sofort kümmern konnte. Auch die Erkenschwicker Physiotherapeutin und eine Krankenpflegerin im Publikum leisteten sofort Erste Hilfe. Natürlich nicht der Einzigen, die am Freitag sofort eingriffen. Unter anderem breiteten einige Spieler eine riesige Flagge aus, um eine ungestörte Behandlung zu ermöglichen.

Igbinadolor wurde nach Eintreffen des Notarztes sofort in ein Krankenhaus gebracht. Laut WAZ folgte noch am späten Freitagabend die Entwarnung, der 21-Jährige sei wieder ansprechbar.

Nichtangriffspakt unter Applaus

Welch großes Maß an Mitmenschlichkeit rund um so einen schrecklichen Vorfall zutage tritt, zeigten die Geschehnisse, nachdem der Krankenwagen Igbinadolor in die Klinik gebracht hatte: Schiedsrichter Luca-Noel Perschke einigte sich mit beiden Mannschaften darauf, die verbleibenden drei Minuten noch zu Ende zu spielen. Beide Teams passten sich den Ball zu, für die TSG sei ein letztes Drängen auf den Ausgleich aus Gründen des Fairplays keine Option gewesen. Von den Fans beider Mannschaften folgte spontaner Applaus für diesen Nichtangriffspakt.

Ein solches Verhalten mag für manche selbstverständlich sein, die SpVgg Erkenschwick ging am Samstag in einer Stellungnahme trotzdem explizit darauf ein: "Ein herzliches Dankeschön gilt der TSG Sprockhövel sowie allen Fans beider Vereine. Durch euer respektvolles Verhalten in dieser schwierigen Situation habt ihr gezeigt, dass Fußball zwar unsere Leidenschaft ist - aber die Gesundheit und das Wohlergehen eines Menschen immer an erster Stelle stehen." Gleichzeitig bedankte sich der Verein bei allen Ersthelfern, die "einem jungen Mann das Leben gerettet haben". Weiter unterstreicht die Spielvereinigung: "Euer Handeln war vorbildlich und verdient allerhöchste Anerkennung."