Bei der Klub-WM spielte Adam Aznou beim Auftaktspiel gegen Auckland City (10:0) ganze acht Minuten - zu mehr reichte es bei Trainer Vincent Kompany nicht. Dabei hatten die Münchner zuvor extra dessen Leihe zu Real Valladolid verkürzt, um ihn mit zur Klub-WM nehmen zu können. In La Liga hatte der Marokkaner (drei Länderspiele) "wertvolle Erfahrungen gesammelt und sich sehr gut weiterentwickelt", wie Bayerns Sportdirektor Christoph Freund noch Ende Mai konstatierte.
Aznou kam bei Real Valladolid in 13 von möglichen 16 Ligaspielen zum Einsatz, zehnmal spielte er über die volle Distanz - entweder als linker Verteidiger oder auch im linken Mittelfeld. Freund wertete das damals als Beleg, "dass er sich auf diesem hohen Level behaupten konnte".
Für München reichte es offenbar aber nicht, denn der 2022 vom FC Barcelona geholte Abwehrmann kam lediglich auf zwei Kurzeinsätze in der Bundesliga sowie jeweils einen in der Champions League und bei der Klub-WM. Hinzu kommen noch 18 Spiele in der Regionalliga Bayern für die zweite Mannschaft des FCB.
Everton zahlt stolze Summe
Der 19-Jährige war unzufrieden mit dem Status quo, verlässt daher nun die Säbener Straße. Aznou schließt sich dem FC Everton an. Die Engländer zahlen dafür neun Millionen Euro an fixer Ablöse an die Münchner. Mit Boni könnten es insgesamt bis zu zwölf Millionen Euro werden - eine stolze Summe für einen Spieler, der kaum Profierfahrung mitbringt.
"Wir bedauern, dass es mit Adam keinen weiteren gemeinsamen Weg geben konnte", wird Sportvorstand Max Eberl in einer Mitteilung des Rekordmeisters zitiert. "Wir haben die Zielsetzung, künftig noch mehr auf unsere Talente zu setzen. In dieser Saison werden Nachwuchsspieler wie beispielsweise die, die bei der Klub-WM dabei gewesen sind, regelmäßig mit der ersten Mannschaft trainieren. Generell steht die Tür jedem offen, sich bei den Profis des FC Bayern dauerhaft zu etablieren, der jeden Tag alles für unsere gemeinsamen Ziele abruft."
Bei den Toffees unterschreibt Aznou einen Vierjahresvertrag - und freut sich auf seine Zukunft in "der besten Liga der Welt". Seine Entscheidung maßgeblich beeinflusst hat ein Gespräch mit Trainer David Moyes, wie Aznou schildert: "Ich habe mich aufgrund der Worte, die er an mich richtete, sehr schnell entschieden. Er hat mir Vertrauen geschenkt, also habe ich mich entschieden zu unterschreiben."