Von der Klub-WM aus Orlando, Florida, über den FC Bayern berichtet Georg Holzner
Das Theater um Leroy Sané bekommt ein weiteres Kapitel. Nachdem es im Winter hieß, er soll keinen neuen Vertrag mehr erhalten, wurde drei Monate später doch über ein neues Arbeitspapier verhandelt, das der Spieler dann aber ablehnte, obwohl er zuvor mehrmals gesagt hatte, unbedingt in München bleiben zu wollen. Stattdessen wechselte Sané dann überraschend den Berater - weg von "11wins", hin zu Pini Zahavi.
Die Bayernbosse hielten ihm trotzdem die Tür auf, konnten ihn aber dann nicht mehr (finanziell) überzeugen. Jetzt hat Sané sich für einen Abschied entschieden, wechselt zum 1. Juli zu Galatasaray Istanbul - war in den vergangenen Tagen auch schon vor Ort in der Türkei. Und nun, weil das alles noch nicht genug Chaos war, reist er am Freitag in die USA, um noch die ersten vier Spiele mit dem FC Bayern bei der Klub-Weltmeisterschaft zu absolvieren.
Eberl: "Er hat einfach Bock. Da war für uns klar: Er soll kommen."
Sportvorstand Max Eberl erklärt den Vorgang - und wie es zum Abschied von Sané kam. "Er hatte die Wahl", sagt der Münchner Sportboss: "Wir haben verhandelt. Dann gab es die Situation mit dem Beraterwechsel. Wir haben unsere Zahlen dann nicht mehr angepasst. Er wusste, für was wir es gerne machen wollen würden. Man hat versucht, in Gesprächen Brücken zu bauen, damit weder er noch Bayern München das Gesicht verliert." Eine Einigung aber ließ sich nicht mehr erzielen.
"Er hat das total verstanden, was wir gemacht haben", versichert Eberl: "Jetzt hat er sich anderweitig entschieden für Galatasaray. Es ist seine Lebensentscheidung, es ist völlig legitim, der Vertrag läuft aus. Daher gibt es überhaupt keinen Groll." Trotz des Abschieds - und anders als Eric Dier, der zur AS Monaco geht und nicht mehr in die USA gereist ist - wird Sané nun doch nochmal für den FC Bayern auflaufen. In den drei Gruppenspielen und bei einem möglichen Achtelfinale, das am 28. oder 29. Juni stattfindet. Danach endet sein Vertrag beim deutschen Rekordmeister.
"Das zeigt eben auch, dass er die 14 Tage jetzt hier noch dabei sein will", freut sich Eberl: "Es ist eine kuriose Situation für uns alle, aber dieses Turnier ist eben neu. Er hat einfach Bock drauf, zu kommen. Da war für uns klar: Er soll kommen. Wir brauchen seine Qualitäten. Die ersten vier Spiele musst du auch erst mal überstehen."