Zehn Punkte, Rang 3 und mit 18 Toren die bislang beste Offensive der Regionalliga Südwest: Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach darf mit den ersten fünf Saisonspielen zufrieden sein. Sind die Schwaben auch. Torwart-Routinier Maximilian Reule erzählt: "Hätte mir jemand vor der Runde diese Bilanz nach fünf Spielen versprochen, dann hätte ich unterschrieben." Zumal die Elf aus dem Fautenhau auch im Verbandspokal das Achtelfinale erreicht hat und dort am 25. Oktober auf den Siebtligisten TSV Bernhausen trifft. Zuvor wartet diesen Samstag aber in der Regionalliga noch die schwere Aufgabe bei Hessen Kassel. "Wir müssen an unser Maximum kommen, wenn wir gewinnen wollen, und das wollen wir immer", sagt der Mann, der als einziger Spieler im Kader schon zu Drittligazeiten für Großaspach spielte.
Entsprechend gefragt ist die Meinung des 31-Jährigen bei der SG Sonnenhof, und für ihn steht fest, dass das 2:2 daheim gegen den Tabellendreizehnten Eintracht Trier keineswegs enttäuschend war. "Das war eine top Mannschaft, die richtigen Männerfußball gespielt hat", urteilt der erfahrene Schlussmann und fügt schmunzelnd hinzu: "Da hat es bei uns schon einen guten Torwart gebraucht." In der Tat hielt Reule sein Team mehrmals im Spiel und ermöglichte so den Ausgleich von Torjäger Fabian Eisele kurz vor Schluss.
Reule, trotz einjährigem Abstecher zum SSV Ulm 1846 bereits in der achten Saison in Großaspach, ist Beweis dafür, wie gut die Stimmung bei der SG Sonnenhof ist. "Wir haben top Charaktere im Team, unsere Trainer leisten super Arbeit und wir sind eingespielt", nennt er als Gründe dafür, dass es bisher zu drei Siegen reichte und nur gegen den FSV Frankfurt verloren wurde. Hinzu kommt für den Torhüter, der mit der SG binnen drei Jahren erst von der 3. Liga in die Oberliga abstieg und nun drei Jahre später wieder Regionalliga spielt, "dass wir richtig gut eingespielt sind und uns blind verstehen".
Es erweist sich als positiv, dass Aspachs Aufstiegsteam komplett zusammenblieb und mit den Zwillingen Loris und Leon Maier, Luca Molinari und Luka Janes nur vier Neue dazu kamen. Dadurch sei es gelungen, die Euphorie nach dem Double mit Oberligameisterschaft und Verbandspokalsieg zu erhalten, so der Routinier. Dass sich nun der aus der eigenen Jugend stammende 21-jährige Linksverteidiger und Leistungsträger Niklas Mohr verabschiedete, sieht Reule als "Ernte für die gute Arbeit, die bei uns geleistet wird".
Jubiläum in Kassel
Es war offenbar richtig, sich nach dem Regionalliga-Abstieg an das Konzept zu erinnern, mit dem es vor einigen Jahren bis in die 3. Liga hochging. "Fast alle Jungs sind hier aus der Region. Auch deshalb sind wir eine echte Einheit", sagt der Schlussmann. Für den ist die Partie in Kassel übrigens der 200. Pflichtspieleinsatz im Großaspacher Tor. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf das Duell "bei einem Traditionsverein und in einem tollen Stadion." Eines, in dem SG-Kapitän Volkan Celiktas wegen der Roten Karte gegen Frankfurt und der Sperre für drei Spiele noch einmal aussetzen muss.