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"Ein gesunder Kern mit klarer Hierarchie": FC Gundelfingen mischt die Bayernliga auf

kicker

Zwei Spieltage sind in der Bayernliga Süd absolviert - und auf Rang 2 steht mit dem FC Gundelfingen ein Neuling. Natürlich hat die Tabelle zu einem so frühen Zeitpunkt noch wenig Aussagekraft, fest steht allerdings, dass dem FCG den Schwung der gewonnenen Meisterschaft in der Landesliga Südwest direkt eine Liga höher transportieren konnte.

Dort wartete an Spieltag eins jedoch keine gestandene Bayernligatruppe - schließlich absolvierte der Gegner vom FC Sturm Hauzenberg sein erstes Spiel in der fünften Liga überhaupt. Mehr Erfahrung hatten da fraglos die Gundelfinger. Jene Erfahrung, vielleicht aber auch einfach Qualität sorgten dann für einen 3:0-Erfolg, wobei Doppeltorschütze Yannick Maurer per Direktabnahme und Elias Weichler aus der eigenen Hälfte jeweils mit einem Traumtor erfolgreich waren. Hinten stand die Truppe um Keeper Tobias Werdich dagegen sicher - eine der großen Stärken, berichtet Trainer Thomas Rudolph: "Die defensive Stabilität hat uns schon in der Aufstiegssaison ausgezeichnet, daher gilt es die beizubehalten."

Breiter Kader als Fluch und Segen?

Ein Auftrag, der in der zweiten Begegnung ebenso erfüllt wurde, obwohl ein anderer Gradmesser wartete: Denn die Partie gegen Nördlingen war nicht nur ein Derby, sondern gleichzeitig ein Duell gegen einen körperlich robusten Gegner. "In der Hinsicht ist Nördlingen mit die stärkste Mannschaft der Liga - daher sind wir sehr zufrieden, wie wir dagegengehalten haben", beurteilt der 36-Jährige den Auftritt im Schwabenduell. 1:1 lautete es nach 90 ausgeglichenen Minuten, wobei die klareren Chancen aufseiten des Aufsteigers waren. Der Coach hadert folglich ein wenig mit dem Resultat: "Von zwei verlorenen Punkten zu sprechen, wäre zu viel - aber es war definitiv mehr drin." In Summe stehen als Aufsteiger dennoch beachtliche vier Zähler nach zwei Partien, die "mit positiver Spielgestaltung unsererseits" gewonnen wurden.

„Letztes Jahr hatten wir im Training und an Spieltagen einen Schnitt von 14 Spielern - das war uns eine Lehre und würde in der Bayernliga nicht funktionieren.“ (Trainer Thomas Rudolph)

Apropos positiv: Beim Blick auf die Aufstellungen fällt sofort die breite Bank auf, die der FCG in beiden Partien stellte. Und nicht nur das: Mit zwei Jokertoren nahmen die Reservisten bereits spürbar Einfluss. "Letztes Jahr hatten wir im Training und an Spieltagen einen Schnitt von 14 Spielern - das war uns eine Lehre und würde in der Bayernliga nicht funktionieren", schlägt Rudolph die Brücke zur Vorsaison.

Nun sind die Gegebenheiten anders: Gleich 21 Akteure tummelten sich bisher jeweils in den Spieltagskadern. So bieten sich den Verantwortlichen viele Möglichkeiten zu reagieren - gleichzeitig blieben pro Partie jeweils fünf Spieler ohne jegliche Einsatzminute. "Es wird schon eine Herausforderung, den Kader mit 21 plus zwei Akteuren so zu moderieren, dass stets ein gutes Klima herrscht", ist sich der Übungsleiter mit seinem Trainerteam der Kehrseite der Medaille bewusst. Kippt die Stimmung, wären die Folgen wohl fatal: Schließlich sei auf dem Weg zum Klassenerhalt essenziell, dass die "mannschaftliche Geschlossenheit bis zum Ende gegeben ist".

Gemeinschaft soll zum Klassenerhalt tragen

Große Sorgen hinsichtlich eines Stimmungsabfalls herrschen derzeit jedoch nicht: Einerseits trägt der gute Saisonstart, andererseits wirkt sich die gewachsene Mannschaftsstruktur positiv aus, erklärt der Coach: "Wir haben einen sehr gesunden Kern mit klarer Hierarchie. Zudem sind wir in Gundelfingen sehr familiär. Alle Spieler helfen übers Jahr hinweg bei verschiedenen Arbeitsdiensten, kürzlich waren einige Jungs schon bei der Renovierung des Platzes dabei. So merken die Neuen auch gleich, dass hier viel über die Gemeinschaft geht." Jenes Gemeinschaftsdenken hilft der Truppe dann genauso am Platz, schließlich sei "das Spieltempo in der Bayernliga ein Klassenunterschied".

„Es ist definitiv ein Vorteil, wenn man Spieler hat, die das Tempo kennen und wissen, welche Qualität in der Liga vorhanden ist.“ (Trainer Thomas Rudolph)

Hilfreich ist da zudem, dass die Spielklasse keineswegs neu für den FCG ist: Denn vor der Landesligameisterschaft waren die Schwaben bereits drei Saisons in der Bayernliga vertreten. "Es ist definitiv ein Vorteil, wenn man Spieler hat, die das Tempo kennen und wissen, welche Qualität in der Liga vorhanden ist", schätzt der Trainer die Erfahrung einiger Akteure.

Exemplarisch ist hierfür das Innenverteidiger-Duo David Anzenhofer und Elias Weichler zu nennen: Während Weichler über 150 Bayernliga-Spiele für die Gundelfinger absolvierte, stehen bei Anzenhofer sogar 75 Regionalligapartien für Memmingen in der Vita. "Die beiden übernehmen gemeinsam mit Kapitän Luca Fink das Kommando auf dem Platz und strahlen durchweg Sicherheit aus", lobt Rudolph die zentrale Achse des eingeschworenen Kerns im Kader.

Die defensive Stabilität soll sich dann bestenfalls auch auf das Spiel mit Ball auswirken. Für den Übungsleiter sei es entscheidend, dass die Truppe weiterhin "mutig Fußball spielt und sich nicht versteckt". Vor allem in den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie stabil das Gebilde beim FC Gundelfingen ist: Mit Ismaning wartet eine gestandene Bayernligatruppe, danach reisen die Schwaben zum TSV 1860 München II und somit einem der Meisterschaftsfavoriten.