Was für ein Sommer. Die EM 2025 hat gezeigt, was Frauenfußball heute leisten kann - und noch viel mehr: Sie hat bewiesen, wohin er sich entwickelt. In sportlicher, gesellschaftlicher und emotionaler Hinsicht war dieses Turnier ein riesiger Schritt nach vorne. Es war eine EM der Rekorde, der Begeisterung und vor allem der Bestätigung: Der Frauenfußball ist im Herzen Europas angekommen - und er bleibt.
Die Zuschauerzahlen waren beeindruckend, die Stimmung in den Stadien elektrisierend. Die Bilder von ausverkauften Arenen, Fanmärschen und Gänsehautmomenten gingen um die Welt. Überall wurde über das Turnier gesprochen - in den Medien, auf den Straßen, in Klassenzimmern, Büros und Wohnzimmern. Und das vielleicht Wichtigste: Die Menschen haben nicht nur zugesehen, sie haben mitgefiebert, mitgelitten, mitgejubelt.
Sportlich? Auf allerhöchstem Niveau
Was wir auf dem Platz gesehen haben, war moderner, schneller und technisch versierter Fußball. Teams wie Spanien, England oder Frankreich zeigten taktische Vielfalt, individuelle Klasse und Spielfreude pur. Die Zahl der Tore war nicht zufällig so hoch - sie war das Ergebnis eines mutigen, offensiv geprägten Spiels, getragen von Qualität und Selbstvertrauen.
Auch die Entwicklung abseits der Topteams ist sichtbar: Viele Nationen haben taktisch aufgeholt, defensiv besser organisiert und spielerisch zugelegt. Es ist kein Zwei-Klassen-System mehr - es ist ein wachsendes, dynamisches Feld, das sich Jahr für Jahr weiterentwickelt.
Diese EM hat Maßstäbe gesetzt - und Türen geöffnet
Sie hat gezeigt: Wenn die Bedingungen stimmen, wenn Sichtbarkeit, mediale Begleitung und Infrastruktur da sind, dann ist das Interesse riesig. Und das nicht nur punktuell, sondern flächendeckend. Vom Gruppenspiel bis zum Finale waren die Tribünen voll - nicht, weil es ein "Event" war, sondern weil die Qualität auf dem Platz überzeugt hat.
Was besonders schön zu beobachten war: Die neue Selbstverständlichkeit, mit der Frauenfußball angenommen wurde. Es ging nicht mehr um Rechtfertigung oder Vergleich - es ging einfach um Fußball. Um gute Spiele, starke Charaktere, große Emotionen.
Neue Vorbilder für die kommende Generation
Die EM 2025 hat das Fundament gestärkt, auf dem der Frauenfußball in den kommenden Jahren aufbauen kann. Vieles, was lange gefordert wurde, ist spürbar in Bewegung gekommen: Mehr Sichtbarkeit, mehr professionelle Strukturen, mehr Glaubwürdigkeit. Verbände und Vereine investieren, Medien berichten breiter und intensiver, Sponsoren erkennen das Potenzial.
Vor allem aber: Die nächste Generation hat Vorbilder bekommen. Kinder, egal welchen Geschlechts, haben Spielerinnen gesehen, die sie inspirieren - mit ihrer Leistung, ihrer Haltung, ihrem Auftreten. Das ist unbezahlbar.
Natürlich wird der Weg weiter anspruchsvoll bleiben. Auch nach diesem Sommer wird es Spiele geben, die nicht im Rampenlicht stehen. Aber das Besondere an diesem Turnier ist: Es hat nicht nur für einen Moment begeistert, sondern Perspektiven geschaffen. Es hat gezeigt, wie es aussehen kann - und vielen Lust gemacht auf mehr.
Was jetzt zählt? Weitermachen!
Nicht im Sinne von "jetzt bloß nichts verlieren", sondern mit der Haltung: "Jetzt erst recht." Die EM war kein Höhepunkt, der alles erreicht hat - sie war ein kraftvoller Anstoß für das, was jetzt möglich ist. Fans, Medien, Vereine, Verbände - wir alle haben es in der Hand, diese Dynamik mitzunehmen.
Es braucht kein Großturnier, um großen Fußball zu erleben. Die Nationalteams spielen weiter, die Ligen laufen Woche für Woche, junge Talente wachsen nach. Wer bei dieser EM mitgefiebert hat, sollte jetzt den nächsten Schritt machen - ob im Stadion, vor dem Bildschirm oder im Gespräch. Denn genau so entsteht eine nachhaltige Fußballkultur.
Mein Fazit?
Die EM 2025 war ein Geschenk - für den Sport, für Europa und für all jene, die seit Jahren daran glauben, dass der Frauenfußball weit mehr kann als bisher gesehen. Jetzt wissen wir: Er kann alles.