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Englisches Torschützinnen-Festival & Elfer-Horror

kicker

31 Spiele, 2940 Spielminuten, 106 Tore, 314 eingesetzte Spielerinnen. Die Frauen-Europameisterschaft 2025 in der Schweiz wartete mit einer Vielzahl an spannenden Spielen und emotionalen Momenten auf - und genauso vielen datentechnischen Besonderheiten und Rekorden. Doch zumindest in einer Kategorie durften die deutschen Fans froh sein, dass die Rekordmarke nicht geknackt wurde.

Prinz darf sich bei England bedanken

Schwedens Kapitänin Kosovare Asllani wird sich besonders ärgern, dass ihr Team im Viertelfinale dramatisch im Elfmeterschießen gegen England scheiterte. Wäre es für die 35-Jährige bis ins Finale gegangen, wäre sie nun die Rekordspielerin der Europameisterschaft. So bleibt der Titel in Deutschland bei Birgit Prinz. Die ehemalige DFB-Kapitänin darf auch eine andere Krone zumindest für vier Jahre behalten. Prinz bleibt weiterhin die beste Torschützin (neben Landsfrau Inka Grings) bei einer EM mit zehn Toren.

DFB-Team ruppig, Finnland abgeschlagen

18 Treffer erzielte Vize-Europameister Spanien bei dieser EM, kein Team war torgefährlicher. Allein die Top-Torjägerin Esther Gonzalez schoss im Schnitt alle 17 Minuten auf den gegnerischen Kasten, nur Schwedens Stina Blackstenius konnte da mithalten..

Doch nicht nur der Europameister vollbrachte denkwürdige Leistungen, sowohl im positiven als auch negativen Sinne. So fing beispielsweise kein Team mehr Pässe pro Spiel ab als Polen (11,7), während Wales die wenigsten Pässe pro Partie abgab (222) oder kein Team so ruppig zu Werke ging wie die DFB-Elf (12,4 Fouls pro Spiel).

EM des Elfer-Horrors

Was von dieser EM vermutlich am meisten im Gedächtnis bleibt, sind die Elfmeter, denke man an die Zitterpartien in den Viertelfinals zwischen England und Schweden oder Deutschland und Frankreich. 51 Elfmeter - solche aus dem Spiel und Elfmeterschießen zusammengerechnet - gab es bei diesem Turnier, aber nur etwas mehr als die Hälfte davon landete im Netz! Damit fiel die Erfolgsquote vom Punkt im Vergleich zu den letzten beiden Ausgaben der EM stark ab.

Ein Elfmeter-Novum durfte übrigens auch Vize-Europameister Spanien aufstellen. Im Viertelfinal-Spiel gegen die Schweiz vergab die Furia Roja zwei Strafstöße. Doch zum ersten Mal in der EM-Historie gewann das Team, das zwei Elfmeter verschoss, das Spiel letztendlich auch. 2013 reichte es für Schweden (am 1. Spieltag gegen Dänemark) trotz zweier Elfmeter nur für ein Remis, im Finale verlor Norwegen nach zwei verlorenen Strafstößen gegen Deutschland mit 0:1.

Jede darf mal treffen ...

Die englischen Frauen mögen zwar ebenfalls vom Punkt aus Schwächen gezeigt haben, doch im Spiel war fast das gesamte Team als überaus torgefährlich. Elf Spielerinnen trugen sich in die Torschützinnen-Liste ein, so viele wie noch nie zuvor von einer Nation bei einer EM.

Zudem ist England das einzige Team, das schon zwei Spielerinnen stellt, die in zwei K.-o.-Runden-Partien einer EM als Joker-Torschützinnen erfolgreich waren. Englands Michelle Agyemang war 2025 als Jokerin gegen Italien und gegen Schweden erfolgreich, 2022 war es Ella Toone im Viertelfinale gegen Spanien und im Finale gegen Deutschland.

Die meisten Torschützinnen in einem EM-Spiel hatte jedoch der englische Finalgegner: Im Spiel Spanien gegen Belgien (6:2) trugen sich sieben verschiedene Spielerinnen in die Torschützinnenliste ein (fünf Spanierinnen, zwei Belgierinnen), ein Novum in der EM-Historie.

Zuschauer-Explosion seit 2017

Bereits vor dem deutsch-spanischen Halbfinale verkündete die UEFA stolz: Noch nie sahen sich so viele Menschen eine Frauen-EM in den Stadien an wie 2025. Dabei trat die Schweiz in große Fußstapfen. 2022 fand das Eröffnungsspiel der EM im Old Trafford in Manchester vor 68.871 Menschen statt, das Finale zwischen Deutschland und England im Wembley sogar vor 87.192 Zuschauerinnen und Zuschauern! Doch selbst diese Massen in England konnten dem kontinuierlichen Interesse vier Jahre später in der Schweiz nicht standhalten ...

Tore, Platzverweise, Verlängerungen und vieles mehr

In der 119. Minute im Halbfinale gegen Italien verschoss sie einen Elfmeter - und traf dann im Nachschuss: Die Engländerin Chloe Kelly erzielte das späteste EM-Tor der Geschichte. Sie half damit auch ihrer Trainerin, einen Rekord einzustellen: Sarina Wiegman kam zum fünften Mal bei einer EM oder WM ins Finale. Das schaffte sonst nur der Norweger Even Pellerud, der sein Land ins WM-Endspiel 1991 und 1995 sowie bei der EM 1991, 1993 und 2013 ins Finale führte. Wiegman kam ins WM-Finale 2019 (mit den Niederlanden) und 2023 mit England, zudem gelang 2017 bei der EM mit den Niederlanden der Einzug ins Finale, dann vier Jahre und acht Jahre später als Nationaltrainerin der "Lionesses". Mit dem Triumph am Sonntagabend gewann Wiegman damit auch jedes Mal, wenn sie das Endspiel der EM erreichte.

Vor dem nächsten Turnier 2029 werden sich die Nationen also wohl um die Dienste der Niederländerin streiten. Aktuell ist Wiegman jedoch mit Feiern beschäftigt ...